13.06.2016

Santander Vermögensverwaltungsfonds Total Return aufgelöst

Der Dachfonds Santander Total Return gehört zum Umbrella-Fonds Santander Vermögensverwaltungsfonds (bis zum 07.02.2011 SEB Vermögensverwaltungsfonds). Dieser besteht aus den drei Teilfonds Santander Kapitalprotekt, Santander Vermögensverwaltungsfonds Total Return und Santander Vermögensverwaltungsfonds Total Return Chance. Jeder dieser drei Teilfonds bietet die beiden Anteilsklassen I und P an.

Am 27.02.2012 wurden der Dachfonds Santander Vermögensverwaltungsfonds Total Return bis auf Weiteres geschlossen. Die Schließung mündete im Dezember 2013 in den Entschluss, den Fonds aufzulösen und bis zum 20.06.2017 abzuwickeln.

Der Santander Vermögensverwaltungsfonds Total Return wurde im Jahr 2008 von der SEB Investment GmbH entwickelt und auf den Markt gebracht. Die Mindestkapitaleinlage der Anteilklasse P beträgt 10.000 Euro, bei der Anteilsklasse I sind mindestens 90.000 Euro einzuzahlen. Die Anteile des Santander Vermögensverwaltungsfonds Total Return I tragen die Wertpapierkennnummer (WKN) DE000SEB1AG6, die Anteile des Teilfonds Santander Total Return P sind durch die WKN DE000SEB1AB7 gekennzeichnet. Als Asset Allocation Fonds (Dachfonds) investieren die Fonds Santander Total Return I und P nicht direkt in konkrete Immobilien oder ähnliches, sondern in andere (Ziel)Fonds.

Zielfonds hatten und haben Schwierigkeiten

Konkret wurde das Geld der Anleger des Santander Total Return I und P weit überwiegend – zu ca. 95 % - in 6 verschiedenen offenen Immobilienfonds angelegt. Die Aufteilung ist bei beiden Anteilsklassen quasi identisch. Die Immobilienzielfonds haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen, da offene Immobilienfonds nicht mehr das „Betongold“ sind, als das sie lange Zeit galten. Über die Hälfte des Fondsvolumens (63,92 %) sind in den beiden offenen Immobilienfonds SEB Immoinvest (34,06 %) und CS Euroreal (26,86 %) angelegt, welche ebenfalls von einer Aussetzung der Anteilsrücknahme betroffen sind. Bei beiden Fonds wird im Mai 2012 entschieden, ob sie wiederöffnen oder endgültig aufgelöst werden. Der offene Immobilienfonds AXA Immosolutions (0,39 %) wurde im August 2010 geschlossen.

Weiterhin investierten der Santander Total Return I und P in die offenen Immobilienfonds AXA Immoselect (25,59 %) und KanAm Grundinvest (8,94 %). Bei diesen beiden Fonds wurde gegen Ende von deren maximaler Schließungsdauer von 2 Jahren beschlossen, dass diese nicht wiederöffnen sollen, sondern endgültig aufgelöst werden. Der AXA Immoselect wird seit Oktober 2011 abgewickelt, das Aus des KanAm Grundinvest wurde am 29.02.2012 bekanntgegeben. Eine Abwicklung zieht sich über Jahre und während dieser Zeit erfolgen nur halbjährlich Auszahlungen aus den Immobilienverkäufen des jeweiligen Fonds an die Santander Total Return I und P.

Nach der kürzlich erfolgen Schließung des Dachfonds Santander Total Return beginnt für dessen Anleger die lange Zeit des Wartens, das von der bangen Frage begleitet wird, ob und wann der Santander Total Return wieder öffnet. Im Fall einer erfolgreichen Wiederöffnung können die Anleger wieder Anteile des Dachfonds an die Fondsgesellschaft zurückverkaufen oder von dieser erwerben. Im ungünstigsten Fall kommt es zu einer Liquidation des Santander Total Return, was für die Anleger langwierige Abwicklung bedeuten würde.

Anleger des Santander Vermögensverwaltungsfonds Total Return, die durch die aktuelle Schließung verunsichert sind und die weitere Entwicklung des Dachfonds nicht tatenlos abwarten wollen, können sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden, um Klarheit über ihre Handlungsmöglichkeiten zu erhalten. Dabei kann geklärt werden, ob Schadensersatzansprüche gegen Banken oder Anlageberater durchgesetzt werden können, sollten diese die Anleger des Santander Total Return I und P falsch beraten haben.

Typische Fehlerquellen, die zu einer Falschberatung führen können

Beispielsweise kann eine Falschberatung dann vorliegen, wenn während der Anlageberatung nicht darauf hingewiesen wurde, dass ein Dachfonds unbefristet geschlossen werden kann. Daher ist der Santander Total Return keine geeignete Kapitalanlage für Anleger, die jederzeit auf ihr Geld zugreifen möchten. Die Anleger mussten auch hinreichend über die Risiken, die dem Santander Total Return innewohnen, aufgeklärt werden. So ist ein Dachfonds, der in offene Immobilienfonds investiert wegen deren unternehmerischen Risiken nicht mit dem Konzept einer sicheren Geldanlage oder gar Altersversorgung zu vereinbaren.

Es musste ein Prospekt, in dem der Dachfonds Santander Total Return beschrieben und dargestellt wird, übergeben werden. Weiterhin muss dieser Prospekt gewissen Mindeststandards entsprechen. Sollten Anleger seit Mai 2010 in den Santander Total Return I und P investiert haben, mussten sie auch darauf hingewiesen werden, dass über die Hälfte des Fondsvolumens von einer Fondsschließung betroffen ist. Auch ein Hinweis auf die Krise der offenen Immobilienfonds im Jahr 2008, bei der es zu Schließungen und Liquidationen kam, musste erfolgen.

Sollten die Banken oder Anlageberater eine der obigen Aufklärungs- und Hinweispflichten verletzt haben, haben sie falsch beraten. Im Fall einer Falschberatung bestehen für die Anleger des Santander Total Return gute Chancen, dass sie sich von ihrer Beteiligung an dem Santander Total Return I oder Santander Total Return P lösen können und Schadensersatz von Banken oder Anlageberatern fordern können.

Erfahrung mit offenen Immobilienfonds

Die Anlegerschutzkanzlei Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH hat sich bereits eingehend mit offenen Immobilienfonds und deren speziellen Problematiken auseinandergesetzt, insbesondere mit den Zielfonds des Santander Vermögensverwaltungsfonds Total Return I und P befasst. Auch andere offene Immobilienfonds wie die Fonds SEB Immoinvest, DEGI International oder AXA Immoselect sind bestens bekannt. Anleger, die in den Dachfonds Santander Total Return investierten, sollten daher nicht zögern, sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht zu wenden.