Solarzellen darüber Himmel mit Wolken

Brand- und Explosionsgefahr bei Photovoltaikspeicher

Problem Stromspeicher: Senec nach Bränden im Fokus

Weiter

Stromspeicher-Hersteller Senec stellt Neukunden-Geschäft ein

Der Hersteller von Stromspeicheranlagen Senec kommt aus den Schlagzeilen nicht mehr heraus. Stromspeicher waren im Frühjahr 2022 in Brand geraten und teilweise sogar explodiert. Als Folge fuhr Senec die Stromspeicher, die an den Photovoltaikanlagen der Verbraucher angeschlossen waren, per Fernwartung herunter. 

Mit Software-Updates und den Austausch von Modulen sollten die Probleme behoben werden. Doch selbst nach knapp einem Jahr klagen Kunden in Internet-Foren über reduzierte Speicherkapazitäten und immer noch nicht ausgetauschten defekten Speichermodulen. 

Der Mutterkonzern EnBW wollte das Unternehmen verkaufen, fand jedoch keinen Interessenten. Jetzt ändert Senec daher das Geschäftsmodell. Es wird sich künftig nur noch um Bestandskunden kümmern, das Neugeschäft – das auch die Entwicklung neuer Produkte und Services beinhaltet – wird eingestellt. Wie lange sich Senec um die Bestandskunden kümmern will, war aus Medienberichten nicht erkennbar. 

Geschäftsführer Christian Grotz zur Problematik bei Senec

Bitte um dieses Video zu sehen.

Stromspeicher von Senec gehen in Brand auf

Eigenen Solarstrom zu erzeugen und zu speichern, bringt in Zeiten steigender Strompreise eine gewisse kostengünstige Versorgungssicherheit. Besitzer von Photovoltaikanlagen stellen sich daher einen Stromspeicher ins Haus. Im März 2022 gab es für Kunden des Solarspeicher-Anbieters Senec üble Nachrichten: Bei drei Hausspeichern brachen Brände aus. Es kam sogar zu einer verheerenden Explosion. Die Beinahe-Katastrophen schreckten nicht nur Verbraucher und Senec-Kunden auf, sondern auch das Unternehmen selbst. Per Fernwarte schaltete Senec vorsichtshalber alle Akkus ab. Dabei soll es sich um 64.000 Speicheranlagen gehandelt haben. Doch damit waren die Probleme noch lange nicht vorbei. Senec hat zwar nach eigenen Angaben mittlerweile ein neues Akku-Monitoring eingeführt und die „allermeisten“ Speicher sollen wieder mit voller Leistung online laufen. In speziellen Internet-Foren und YouTube-Kanälen werden jedoch ganz andere Geschichten erzählt:

  • Viele Kunden klagen darüber, dass die Speicherkapazitäten verringert sind.
  • Teilweise wurden die Speicheranlagen nach einem Software-Update erneut heruntergefahren.
  • Die neue Software entdeckte in manchen Akkuzellen Fehler, die für die Brände verantwortlich sein könnten. Daher wurde die Anlage erneut abgeschalten oder arbeitet nur reduziert. Mit der Senec-Lösung Smart-Guard sollen weitere Brände vermieden werden.
  • Aufgrund der Akkuzellen-Fehler müssten ganze Module ausgetauscht werden. Senec kommt offensichtlich nicht mit dem Austausch hinterher.
  • Bei den in Aussicht gestellten Kulanzzahlungen für die ausgefallenen Stromspeicher soll es zu Wartezeiten gekommen sein.
  • Immer wieder berichten Kunden, dass es trotz Software-Update zu weiteren Abschaltungen der Speicher gekommen ist.
  • Jetzt will Senec das Neukundengeschäft einstellen und sich nur noch um die Bestandskunden kümmern. 
Teilansicht einer Photovoltaik Anlage

Am ersten Tag ging Senec-Speicher außer Betrieb

So hatten sich viele Familien, die auf Photovoltaik-Anlagen gesetzt haben, das Ganze nicht vorgestellt: Brennende Stromspeicher, reduzierte Speicherkapazitäten, lahmgelegter Speicher und letztlich kein Strom. Wir haben ein Fallbeispiel aus einem Internetforum vom Mai 2022 beispielhaft herausgenommen – natürlich anonymisiert:

  • Eine Familie legte sich eine Photovoltaik-Anlage zu. Kenndaten: 10 kwp mit 5 kw Speicher. Diese wurde im Februar 2022 installiert und am 16. März in Betrieb genommen. Bis hier hin lief alles nach Plan.
  • Bereits am ersten Tag wurde der Speicher durch Senec fernabgeschaltet. Senec-Speicher waren in Brand geraten und das Unternehmen ergriff Vorsichtsmaßnahmen. Außerdem bot der Hersteller großzügige Entschädigungen an. Dabei handelt es sich um 25 Euro je angebrochene Woche und Speicher, sofern noch keine 100 Prozent Speicherkapazität erreicht sind.
  • Rund einen Monat später ging der Speicher wieder in Betrieb. Wenige Tage später meldete der Speicher einen Fehler im Ladegerät. Der informierte Installateur bestellte ein Ersatzteil und wollte sich wieder melden. Zwei Mal fragte der Verbraucher telefonisch nach, aber das Ersatzteil ließ lange auf sich warten.
  • Der nicht funktionierende Speicher schmälert die Wirtschaftlichkeit der Anlage deutlich. Die Probleme mit Senec-Anlagen dauerten viel zu lange an. Wenn das so bleibt, hätten sich die Verbraucher die Anlage so in der Form nicht gekauft.

Probleme mit Senec Stromspeicher sind offensichtlich sehr vielfältig. Teilweise wird in Foren darüber berichtet, dass die Anlage heruntergefahren wird, weil eine Sicherung kaputt ist. Die Verbraucher warten dann wochenlang auf einen Austausch. Hier werden Kunden nicht nur verärgert. Es entsteht auch ein monetärer Schaden, wenn die Anlage außer Betrieb ist.

Erneut Brände in Stromspeicheranlage von Senec

Ganz offensichtlich hat Senec die Probleme nicht in den Griff bekommen. Die Anlagen in den Kellern der Verbraucher werden zu einem Sicherheitsrisiko. Hier einige Vorkommnisse der vergangenen Wochen:

  • Am 19. März 2023 brannte in Burladingen in Baden-Württemberg im Keller eines Zweifamilienhauses ein Solarspeicher. Ein Mann wurde durch Rauchgase verletzt. Daraufhin musste Senec am 20. März 2023 erneut einen Teil seiner Speicher im Betrieb reduzieren, um Risiken zu minimieren. Die Verbraucher müssen derzeit mit weniger Leistung und Kapazität der Anlagen leben. Senec arbeitet am Problem. Betroffen von dem Vorfall soll eine ältere Modulgeneration sein.
     
  • Am 29. März 2023 geriet nach Angaben der Feuerwehr der Akku und der Wechseltrichter einer Photovoltaikanlage in Waldbrunn in Brand. Wie Radio Gong weiter berichtete, hatte eine Frau die Rauchentwicklung in ihrem Technikraum bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Die rückte mit einem Großaufgebot an. Weil der Akku zu heiß wurde und die Gefahr bestand, dass er explodieren könnte, kühlten die Einsatzkräfte den Akku erst mit Lüftern und dann in einem Wasserbecken herunter. Verletzt wurde niemand. Ursache für den Schwelbrand war wohl ein technischer Defekt. Am Akku und Wechseltrichter entstand Schaden von rund 10.000 Euro.

Nicht nur Senec hat Probleme: Brand in Anlage von Solarwatt

Erneut schlechte Nachrichten für Besitzer von sogenannten Photovoltaik-Stromspeicheranlagen. Nachdem es bei Home-Speichern der Firma Senec 2022 zu zahlreichen Verpuffungen und Brände gekommen war, hat jetzt offensichtlich auch das Unternehmen Solarwatt Probleme.

Im südbadischen Kehl hat sich nach Angaben der Feuerwehr am 4. März 2023 ein zur Photovoltaik-Anlage gehörender Batteriespeicher erhitzt. Es soll sogar zu kleinen Explosionen im Speicher gekommen sein. Teile der Anlage mussten ausgebaut und ins Freie gebracht werden. Da der Batteriespeicher noch Wärme abstrahlte, sei er im Außenbereich gekühlt und in einem Wasserbad gesichert worden. Die Rauchentwicklung im Keller muss nach Aussagen der Feuerwehr beträchtlich gewesen sein. Den Sachschaden schätzt die Feuerwehr auf mehrere Zehntausend Euro.

Die Familie musste das Haus verlassen, konnte jedoch nach kräftigem Durchlüften in ihr Heim zurückkehren. Solarwatt will den Vorfall untersuchen und hat eine Task-Force gegründet.

Fragen und Antworten zu Problemen mit Home-Stromspeichern

Anfang März 2022 kam es in Stromspeicheranlagen der Firma Senec zu Bränden und Verpuffungen. Obwohl es sich nur drei oder vier Vorfälle handelte, entschloss sich das Unternehmen, 64.000 Anlagen per Fernwartung abzuschalten. Das zeigt, dass Senec die Gefahr von Verpuffungen oder Bränden hoch eingeschätzt hat. Betroffen von der Abschaltung waren nach Angaben des Herstellers folgende Modelle: Senec.Home V3 hybrid, Senec.Home V3 duo und SenecHome V2.1.

Mit Hilfe eines Software-Updates wollte das Unternehmen die Probleme in den Griff bekommen, um die Speicheranlagen wieder in Betrieb zu nehmen. Ziel war es die volle Leistung der Anlagen den Verbrauchern zur Verfügung zu stellen. Eine sogenannte Monitoring-Software mit dem Namen SmartGuard überwacht die Anlage kontinuierlich.

Hier ist nur wenig bekannt geworden. Senec selbst spricht auf der Unternehmens-Homepage von kleinsten Schädigungen auf Zellebene. Diese sollen zu einem Kurzschluss in der Zelle geführt haben. Die Schädigungen sollen sehr selten sein. Obwohl sie selten sein sollen, schaltete Senec alle Stromspeicher ab. Die Lage musste also ernst gewesen sein – und ist es vielleicht immer noch. Schließlich soll es immer wieder zu Abschaltungen kommen.

Für die Dauer der Fernabschaltung bzw. sofern noch keine 100% Speicherkapazität erreicht ist, bietet Senec nach eigenen Angaben eine sogenannte „Kulanzregelung“ in Höhe von 25 EUR je angebrochene Woche pro Speicher an. Das Unternehmen legt jedoch Wert darauf, dass die Zahlung ohne Anerkennung einer Rechtspflicht erfolgt. Die Kulanzregelung gilt auch, wenn einzelne Speichermodule entnommen werden müssen.

Für das Sicherheitsrisiko, dass Stromspeicher-Anlagen offensichtlich darstellen, interessieren sich auch die Versicherungen. Wer haftet beispielsweise bei Bränden? Wer zahlt den entstandenen Schaden? Die Installation einer Photovoltaikanlage muss aus Sicht der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer auf jeden Fall dem Wohngebäudeversicherer gemeldet werden. Der Versicherer könnte dann einen ausreichenden (inneren und äußeren) Blitzschutz fordern und womöglich die Versicherungsprämie erhöhen. Wenn man von der Gefährlichkeit der Anlage weiß, muss diese Gefahrenerhöhung dem Versicherer unverzüglich mitgeteilt werden – ansonst muss der Versicherer für Schäden nicht aufkommen. Natürlich besteht auch die Gefahr, dass der Versicherer sich weigert, die Anlage mitzuversichern und den Vertrag kündigt.

Ihre Anwälte im Verbraucherrecht

  • Dr. Ralf Stoll
    • Prokurist
    • Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
  • Michael Pflaumer
    • Geschäftsführer
    • Rechtsanwalt
  • Christian Grotz
    • Geschäftsführer
    • Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
  • Frauke Brar Rechtsanwältin
    • Rechtsanwältin
  • Marc Malleis Fachanwalt für Verwaltungsrecht
    • Fachanwalt für Verwaltungsrecht

Was unsere Mandanten sagen

  • Pia Sielaff

    Pia Sielaff
    5/5

    Frau Martina Eller hat sich sehr viel Zeit genommen für die telefonische Beratung. Sie hat mir zugehört und wertvolle Tips gegeben. Ich kann sie 100% weiterempfehlen. Vielen Dank.
  • Manfred Maier

    Manfred Maier
    5/5

    Ich kann die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer uneingeschränkt weiterempfehlen. Mein Verfahren zur Rückabwicklung meines PHEV-Fahrzeugs wurde innerhalb von nur ca. 8 Wochen erfolgreich beendet. Ein ganz besonderer Dank geht an Frau Rechtsanwältin Brar für die kompetente Unterstützung und die extrem zügige Begleitung durch das gesamte Verfahren. Die Kommunikation war professionell und das Ergebnis ist …
  • P L

    P L
    5/5

    Ich hatte mit Herrn Malleis nur schriftlich Kontakt, bin aber von seiner Ehrlichkeit beeindruckt. Er gab mir den klaren Hinweis, dass mein Fall wenig Aussicht auf Erfolg hat, anstatt mir ein unnötiges Verfahren zu verkaufen. Damit hat er mir viel Geld erspart. Sehr fair, freundlich und absolut seriös – vielen Dank!

    Immer auf dem Laufenden

    Abonnieren Sie unseren Newsletter

    Schnelle Informationen und Hintergründe helfen Ihnen bei den richtigen Entscheidungen. Profitieren Sie von wichtigen juristischen Informationen aus erster Hand. Wir informieren Sie mit unseren Newslettern über aktuelle Themen wie Abgasskandal, Datenschutzrecht, Verbraucherrechte oder Bankenskandalen.

    Newsletter abonnieren