Besprechung zur Musterfeststellungsklage im Abgasskandal
Jetzt Alternative nutzen!Jetzt Klageweg prüfen

Sammelklage light gegen VW im Abgasskandal beendet Musterfeststellungsklage: Trotz Vergleichs sind Klagen weiter möglich

Mit der Musterfeststellungsklage gegen VW im Abgasskandal wurde Rechtsgeschichte geschrieben: Die Inhaber der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH erzielten – in Vertretung für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) – einen Vergleich über 830 Millionen Euro zugunsten der VW-Kunden. Doch auch nach dem Vergleich ist eine Klage gegen VW und andere Hersteller weiterhin möglich. Verbraucher, die zur Musterfeststellungsklage angemeldet waren und den Vergleich nicht angenommen haben, können ihre Rechte im Abgasskandal gegen VW weiterhin geltend machen und individuell klagen. Generell sind auch heute noch Klagen unabhängig von der Musterfeststellungsklage möglich. Zum einen ist der Skandal nach Ansicht der Kanzlei noch nicht verjährt und zum anderen hat das Landgericht Dortmund am 29. August 2020 festgestellt, dass das Software-Update für den EA189 ebenfalls eine unzulässige Abschalteinrichtung darstellt. VW ist daraufhin verurteilt worden. Die Verbraucher sind mit dem gleichen Auto zweimal geschädigte worden. Mit der neuerlichen Manipulation des Nachfolge-Motors EA288 droht VW zudem Dieselgate 2.0. Alle Informationen rund um die Musterfeststellungsklage und was Sie als Geschädigter jetzt noch tun können, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Inhaltsverzeichnis
  • Cicero Magazin zum Abgasskandal

    "Am Ende könnte für Volkswagen und für die anderen Autobauer Dieselgate 2.0 stehen. Denn auch die neueren Generationen von Dieselmotoren stehen im Verdacht, das Abgaskontrollsystem auf unzulässige Weise zu manipulieren. Bestätigen Bundesgerichtshof und Europäischer Gerichtshof in anderen Verfahren diese Vermutungen, wird die Branche gehörig durcheinandergewirbelt."


    25. Mai 2020
    Cicero

  • ARD

    "Die juristische Aufarbeitung des Abgasskandals ist mit den Klagen gegen Händler und Volkswagen AG noch lange nicht zu ende. Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer nimmt mittlerweile für Mandanten auch die zuständigen Behörden ins Visier. Am 5. August 2017 wurde am Verwaltungsgericht Freiburg eine Schadensersatzklage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht."


    7. August 2017
    Tagesthemen

  • Süddeutsche Zeitung zum Abgasskandal

    "Es war der vielleicht größte Industriebetrug der deutschen Nachkriegsgeschichte - nun beschäftigt sich erstmals der Bundesgerichtshof mit dem Dieselbetrug von Volkswagen. Und die erste Einschätzung der Richter fiel für den VW-Konzern verheerend aus. 20 Tage später wurde VW zu Schadensersatz verurteilt."


    5. Mai 2020
    Süddeutsche Zeitung

Alle Informationen zur Einigung mit VW in der Musterfeststellungsklage

Die Musterfeststellungsklage ist vorbei und wurde mit einem Vergleich beendet: Auch ist inzwischen höchstrichterlich bestätigt, dass VW Verbraucher getäuscht und geschädigt hat. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) hat VW seine Kunden nach § 826 BGB sittenwidrig und vorsätzlich geschädigt. Nun einigten sich der VW-Konzern und die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf einen Vergleich. Der Volkswagen-Konzern hat sich dazu verpflichtet, 830 Millionen Euro Schadensersatz an 260.000 Teilnehmer der Musterfeststellungsklage zu zahlen. Anspruchsberechtigte erhalten nun, je nach Modell und Alter des Fahrzeugs, eine Entschädigung zwischen 1.350 und 6.257 Euro.

Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll

„Der Vergleich verkürzt das Musterfeststellungsverfahren erheblich. Der Weg zum Kompromiss ist ein weiter gewesen, doch das Ergebnis zeigt, dass es sich gelohnt hat.“

Dr. Ralf Stoll , Rechtsanwalt und Geschäftsführer

Allgemeine Informationen zur Musterfeststellungsklage

Seit dem 1. November 2018 gibt es in Deutschland die Möglichkeit zur einer Art Sammelklage light, bei der Verbraucher nicht als Einzelne klagen, sondern ein Verbraucherband das für sie unternimmt. Bei der bundesweit ersten Musterfeststellungsklage – welche von den Inhabern der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer angeführt wurde – ging es um eine illegal eingebaute Abschaltvorrichtung in Fahrzeugen des VW-Konzerns mit dem Motor EA189. Diese Abschaltvorrichtung manipulierte den Stickoxid-Ausstoß, sodass der Wert im realen Straßenbetrieb um Vielfaches war als zulässig. Diese erste Musterfeststellungsklage richtete sich lediglich gegen den VW-Konzern. Und Gegenstand waren ausschließlich Modelle des VW-Konzerns, welche die kleineren 1,2 bis 2,0 Liter Motoren des Typs EA189 verbaut hatten. Dazu zählen zahlreiche Autos von Volkswagen, Audi, Seat und Skoda.

Nicht verhandelt wurden die Vorwürfe hinsichtlich größerer Motoren ab 3,0 Liter, welche ebenfalls in größeren VW-Konzern-Modellen und Porsche verbaut wurden. Gleiches gilt für den Nachfolgemotor EA288. Auch dieser war nicht von der Musterfeststellungsklage umfasst. Auch andere Hersteller, wie BMW oder Mercedes, waren nie Teil dieser ersten Musterfeststellungsklage. Doch auch Geschädigte, die sich nicht an dieser Musterfeststellungsklage beteiligen konnten oder den Eintrag in das Klageregister verpasst haben, haben weiterhin die Möglichkeit, eine Individualklage im Abgasskandal einzureichen. . Aber es ist Eile geboten. Die Verjährung der Ansprüche sollte schnell geprüft werden.  Dazu kommt aber, dass auch mit dem Software-Update zum EA189 erneut eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut wurde.

Vor- und Nachteile einer Musterfeststellungsklage

Eine Musterfeststellungsklage bietet die Möglichkeit, sich in einer großen Verbrauchergruppe und zunächst ohne Kosten an einer Klage gegen Unternehmen mit zahlreichen juristischen Möglichkeiten zu beteiligen. So ist dieses Instrument demnach besonders gut für Verbraucher ohne Rechtsschutzversicherung. Jedoch bringt eine Musterklage ein paar Fallstricke mit sich: Die Musterfeststellungsklage setzt lediglich einen generellen Rahmen fest. Auch nach Abschluss und einem positiven Urteil müssen Verbraucher ihre Rechte mithilfe einer Individualklage geltend machen. Durch den Vergleich wurde dieser Prozess jedoch, zumindest im Fall gegen VW, umgangen.

Abgasskandal

Musterfeststellungsklage ist beendet!

Machen Sie Ihre Rechte individuell geltend!

Jetzt Klageweg prüfen

Individuelle Auswertung Ihrer Lage:
✔ Schnell ✔ Sicher ✔ Kostenlos

Darum lohnt sich eine Einzelklage im Abgasskandal immer noch für Sie

Als Geschädigter des Volkswagen-Konzerns haben Sie weiterhin die Möglichkeit, juristisch vorzugehen. Dabei besteht sogar die Chance auf höheren Schadensersatz, als der Vergleich in der ersten deutschen Musterfeststellungsklage ermöglicht hat. Zudem: Viele VW-Kunden waren von der Musterfeststellungsklage ausgeschlossen und haben durch eine Individualklage weiterhin die Möglichkeit, ihre Rechte geltend zu machen.

Aber auch andere Hersteller als VW haben ihre Kunden vorsätzlich getäuscht und eine illegale Abschaltvorrichtung in ihren Fahrzeugen verbaut. Gerade gegen diese Hersteller lohnt sich eine Individualklage besonders, da noch völlig unklar ist, ob und wann es zu einer Musterfeststellungsklage gegen diese Hersteller kommt wird: Mit einer Individualklage kommen Sie schneller zu Ihrem Recht. Gewerbetreibende sind generell bei einer Musterfeststellungsklage ausgeschlossen, haben mithilfe einer Individualklage jedoch ebenfalls die Möglichkeit, gegen Hersteller zu klagen.

Jetzt Alternative prüfen

Individuelle Auswertung Ihrer Lage

✔ schnell ✔ sicher ✔ kostenlos

FAQ´s zur Musterfeststellungsklage

Vom Vergleichsangebot ausgeschlossen waren die Verbraucher, die sich nicht an der Musterfeststellungsklage durch die Eintragung ins Klageregister beteiligt haben. Ebenfalls ausgeschlossen waren diejenigen, die ihr Fahrzeug nach dem 31. Dezember 2015 erworben haben oder zum Zeitpunkt des Erwerbs einen ausländischen Wohnsitz hatten. Hat ein Verbraucher bereits ein Urteil erstritten oder vorab einen Vergleich abgeschlossen, hatte er keinen Anspruch auf das Vergleichsangebot von VW.

Nur Verbraucher, die an der nun beendeten Musterfeststellungsklage teilgenommen haben, konnten bis Ende April das Vergleichsangebot annehmen. Im Nachhinein ist dies nicht mehr möglich.

Wer sich an der Musterfeststellungsklage beteiligt hat und im Zuge dessen den Vergleich von VW angenommen hat, kann nicht mehr klagen. Haben Sie sich nicht beteiligt und ein vom Diesel-Abgasskandal betroffenes Fahrzeug, können Sie mithilfe einer Individualklage Ihre Rechte geltend machen. Im Falle des EA189 sind Klagen weiter möglich. Dr. Stoll & Sauer beraten Sie gerne zu Ihren Möglichkeiten.

Nur wer das Vergleichsangebot von VW abgelehnt oder sich nicht an der Musterfeststellungsklage beteiligt hat, hat auch danach noch Chancen auf Schadensersatz. Jetzt müssen Sie Ihre Rechte geltend zu machen.

Das jetzt abgeschlossene Musterfeststellungsverfahren behandelte lediglich Fälle des manipulierten Motors EA189 vom Volkwagen-Konzern mit 1,2 bis 2,0 Liter Hubraum, nicht jedoch größere Motoren von 3,0 und mehr Litern, welche oft in größeren SUVs des Konzerns verbaut wurden, wozu auch Porsche zählt. Gleiches gilt für den Nachfolgemotor des EA189, den EA288. War Ihr Fahrzeug von der Musterfeststellungsklage ausgeschlossen, haben Sie die Möglichkeit, individuell zu klagen.

Gegen andere Hersteller, wie beispielsweise MercedesBMWFiat und weitere, können Sie weiterhin individuell klagen. Lassen Sie sich hierzu von der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer zum Vorgang beraten.

Jetzt Alternative nutzen!