Abgasskandal bei Wohnmobilen

Abgasskandal bei Wohnmobilen Mehr als 50 Wohnmobilhersteller vom Dieselskandal betroffen

Die Aufdeckung des Fiat-Abgasskandals im Sommer 2020 versetzte deutsche Camper in Unruhe: Mehr als 200.000 Fahrzeuge von Fiat Chrysler Automobiles (seit 2021 Stellantis) sollen laut Staatsanwaltschaft Frankfurt bundesweit vom Abgasskandal betroffen sein – darunter auch unzählige Wohnmobile.

Wohnmobilhersteller nutzten vor allem Fahrgestelle und Motoren von Fiat und dem zum Fiat-Imperium gehörenden Unternehmen Iveco als Basis für ihre Fahrzeuge und ließen somit unbewusst illegale Abschalteinrichtungen einbauen. Diese manipulieren die Abgasreinigung der Diesel-Fahrzeuge derart, dass die Grenzwerte für Schadstoffemissionen nur auf dem Prüfstand eingehalten werden.

Wir haben für Sie alles Wissenswerte rund um den Abgasskandal bei Wohnmobilen zusammengefasst. Erfahren Sie hier, welche Rechte Ihnen zustehen und wie Sie Ihre Ansprüche unkompliziert durchsetzen können.

Inhaltsverzeichnis
Wohnmobil Dieselskandal

Wohnmobile in Abgasskandal verwickelt!

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Diesel-Manipulationen bei Fiat und Iveco

Mittlerweile ist klar, dass nicht nur herkömmliche PKWs mit illegalen Abschalteinrichtungen ausgestattet wurden, um so auf dem Prüfstand saubere Abgaswerte vorzuspielen: Auch unzählige Wohnmobile sind vom Dieselskandal betroffen. Im Fokus stehen dabei manipulierte Motoren der Autobauer Fiat und Iveco.

Nachdem das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erstmals 2016 Auffälligkeiten bei der Abgasreinigung in Fiat-Fahrzeugen nach Hinweisen selbst feststellte, nahmen die Ermittlungen gegen Fiat und Iveco erst wieder im Juli 2020 Fahrt auf. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt durchsuchte Geschäftsräume von Fiat Chrysler Automobiles (FCA, jetzt Stellantis) und Iveco in Deutschland, Italien und der Schweiz.

Im Oktober 2020 wurde dann bekannt gegeben, dass allein in Deutschland mehr als 200.000 manipulierte Fahrzeuge von Fiat und Iveco zugelassen waren. Zahlreiche dieser Fahrzeuge sind Wohnmobile.

Im April 2021 folgte schließlich die erste Rückrufaktion des KBA im Wohnmobil-Dieselskandal. Das KBA erließ gegen Fahrzeuge, die auf Basis des Iveco Daily gebaut wurden, einen Rückruf und prüft nun, wie die Abgasmanipulationen an den Motoren wieder entfernt werden können. Wir gehen vom Start einer Rückrufwelle aus.

Mehr als 50 weitere Wohnmobilhersteller in Dieselskandal verwickelt

Unzählige Hersteller beziehen Motoren und Fahrzeuggestelle von Fiat und dem zum Fiat-Imperium dazugehörenden Unternehmen Iveco, die offensichtlich manipuliert wurden. So ist es möglich, dass nicht nur in Modellen, die unter dem Namen Fiat oder Iveco verkauft werden, manipulierte Dieselmotoren stecken. Als Wohnmobil-Halter sollten Sie unbedingt prüfen, ob Sie vom Abgasskandal betroffen sind. In der folgenden Tabelle sehen Sie, ob Ihr Wohnmobil betroffen sein könnte:

Wohnmobile mit Fiat-Motor

Wohnmobilhersteller, die Fiat-Chrysler Dieselmotoren verwenden Wohnmobilhersteller, die Fiat-Chrysler Dieselmotoren verwenden
Adria Joint
Arca Kabe
Autostar Karmann
Autotrail Knaus
Bavaria Laika
Benimar La Strada
Bürstner Le Voyageur
Campereve LMC
Cardi McLouis
Caravans international Mobilvetta
Carthago Morelo
Challenger Niesmann + Bischoff
Chausson Notin
Clever Phoenix
Concorde Pilote
Dethleffs PLA
Elnagh Pössl
Eura Mobil Rapido
Fleurette Rimor
Font Vendome Roller Team
Forster Sunlight
Frankia Sunliving
Hobby Swift
Hymer Weinsberg
Hymer car Westfalia
Itineo Wingamm
Xgo

Wohnmobile mit Iveco-Motor

Wohnmobilhersteller, die Iveco Dieselmotoren verwenden Wohnmobilhersteller, die Iveco Dieselmotoren verwenden
Biomobil Morelo
Bocklet Niesmann Bischoff
Carthago Notin
Concorde Pilote Le Voyageur
Dethleffs Phoenix
Dopfer Protec
Form IT Swift
Kerkamm Woelcke
Laika

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Diese Motoren sind vom Wohnmobil-Dieselskandal betroffen

Wir gehen davon aus, dass alle Wohnmobile der Schadstoffklassen Euro 5 und Euro 6, die eine Fiat- oder Iveco-Basis nutzen, vom Abgasskandal betroffen sind. Die manipulierten Motoren weisen wie in den Modellen Fiat Ducato und Iveco Daily Hi-Matic einen Produktionszeitraum von 2014 bis 2019 auf. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft teilte mit, dass alle Dieselmotoren den Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 unter Verdacht stehen, manipuliert worden zu sein. Maschinen der Abgasnormen Euro 6dTemp und Euro 6d stehen nicht auf den Listen der Ermittler. Hier die betroffenen Motoren von Fiat-Chrysler:

  • 1.3 Liter Multijet
  • 1.3 Liter 16V Multijet
  • 1.6 Liter Multijet
  • 1.6 Liter
  • 2.0 Liter Multijet
  • 2.0 Liter
  • 2.2 Liter Multijet II
  • 2.3 Liter
  • 2.3 Liter Multijet
  • 2,3 Liter Multijet II
  • 3.0 Liter
     

Hier die betroffenen Motoren von Iveco:

  • Daily Hi-Matic
  • Daily 4x4
  • Eurocargo

Auch VW und Mercedes in den Wohnmobil-Skandal verwickelt

Den Löwenanteil machen die oben aufgeführten Hersteller und Modelle auf Fiat/Iveco-Basis aus, aber auch Wohnmobile von oder auf Basis der VW- Daimler-Technologie sind betroffen.

Daimler-Wohnmobile: Bei den Stuttgartern sind Motoren vom Typ OM 622, OM 626 und OM651 betroffen und in den Modellen Marco Polo, V-Klasse, Vito, Viano und Sprinter verbaut. Genau wie bei Fiat/Iveco gibt es auch weitere Hersteller, welche die Mercedes-Technologie als Basis-Fahrzeug verbauen.

VW-Wohnmobile: Nicht anders verhält es sich bei den Wolfsburgern. Die altbekannten Skandalmotoren EA189 und EA288 sind in den Modellen T5, T6 („California“) und Crafter verbaut. Und auch hier verwenden andere Hersteller die Technologie in ihren Produkten.

Sie als Camper können in Ihren Fahrzeugpapieren prüfen, ob einer der Motoren in Ihrem Fahrzeug verbaut ist. Die Fahrzeugnummer steht unter anderem auf der letzten Seiten des Service-Heftes. Oder nutzen Sie unseren kostenlosen Online-Check um zu prüfen, ob auch ihr Wohnmobil vom Dieselskandal betroffen ist.

Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll

"Der Abgasskandal von Fiat Chrysler umfasst auch die Wohn- und Reisemobilbranche. Zehntausende Verbraucher sind mit kostspieligen Wohnmobilen unterwegs, die einen Fiat-Ducato als Basisfahrzeug haben."

Dr. Ralf Stoll , Rechtsanwalt und Geschäftsführer

Welche Rechte haben Wohnmobilbesitzer?

Wer vom Abgasskandal betroffen ist, hat Anspruch auf Schadensersatz – auch Halter von Wohnmobilen. Aufgrund der hohen Anschaffungskosten, fällt hier die Schadensersatzsumme sogar noch höher aus als bei PKWs.

Ihre Entschädigungsmöglichkeiten:

  1. Rückabwicklung des Kaufvertrags: Geben Sie Ihr manipuliertes Wohnmobil an den jeweiligen Hersteller zurück und erhalten im Gegenzug eine Entschädigungssumme. Diese wird zwar durch die Nutzungsentschädigung gemindert; durch die Auszahlung von Verzugszinsen jedoch wieder erhöht.

Tipp: Handeln Sie schnell! Je länger Sie warten, desto geringer wird Ihre Schadensersatzsumme ausfallen. Zudem werden Verzugszinsen erst mit dem Tag der Klageerhebung berechnet.

  1. Schadensersatz für den erlittenen Wertverlust: Behalten Sie Ihr Wohnmobil und fordern einen Teil des ursprünglichen Kaufpreises (i.d.R. 25%) als Schadensersatz zurück. Da Ihr Wohnmobil durch den Dieselskandal einen beträchtlichen Wertverlust erleidet, muss Ihr Hersteller diesen Verlust kompensieren.
  2. Umtausch: Tauschen Sie Ihr manipuliertes und neu erworbenes Wohnmobil einfach in der Gewährleistung gegen ein sauberes Modell aus.

Wir prüfen, welche dieser Optionen sich am besten für Ihren konkreten Fall eignet. Führen Sie jetzt unseren Online-Check durch und ermitteln Sie, wie hoch Ihre Entschädigungssumme ausfallen könnte!

So berechnen Sie den Schadensersatz im Wohnmobil-Dieselskandal

Der Schadensersatz ergibt sich aus dem Kaufpreis und der Nutzungsentschädigung. Anders als bei PKWs, die vom Abgasskandal betroffen sind, kann sich die zu zahlende Nutzungsentschädigung bei Wohnmobilen zusätzlich nach der Gesamtnutzungsdauer bemessen. Da hier nicht nur das Fahren, sondern auch das Wohnen auf Rädern zu berücksichtigen ist. Dabei ist es unerheblich, wie viele Kilometer Sie mit dem Wohnmobil gefahren sind. Die Gesamtnutzungsdauer könnte bei Wohnmobilen auf insgesamt 20 Jahre festgelegt werden.

Mit unserem Rückgabe-Rechner können Sie sofort und kostenlos die Höhe Ihres Schadensersatzanspruchs ermitteln. Der Rechner bezieht jedoch nur die gefahrenen Kilometer in die Berechnung mit ein – nicht die Nutzungsdauer.

Wie funktioniert die Abgasmanipulation bei Wohnmobilen?

Der Abgasskandal beruht auf der Tatsache, dass in den Fahrzeugen verschiedenster Hersteller illegale Abschalteinrichtungen verbaut wurden, die mit Hilfe einer trickreichen Sensorik erkennen, ob sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet und dort dafür sorgt, dass die gesetzlichen Abgaswerte eingehalten werden – nicht aber auf der Straße.

Bei Wohnmobilen von Fiat und Iveco bedeutet das konkret: Die Abgasreinigung der betroffenen Fahrzeuge soll sich automatisch nach 22 Minuten abschalten. Eine arglistige Herangehensweise, da Abgastests in der Regel auch nur 20 Minuten dauern. Darüber hinaus wird den Autobauern vorgeworfen, auch sogenannte Thermofenster zu verwenden, die nur bei bestimmten Temperaturen eine korrekt funktionierende Abgasreinigung erlauben. Wird das im Voraus definierte Temperaturfenster über- oder unterstritten, schaltet sich die Abgasreinigung hier erneut ab. Letztlich bedeutet das, dass die meiste Zeit des Jahres die Abgasreinigung nicht korrekt funktioniert.

Da zahlreiche Wohnmobilhersteller nicht nur Motoren von Fiat und Iveco, sondern auch von VW und Daimler als Basis für Ihre Fahrzeuge verwendet haben, ist das Spektrum der eingebauten Abschalteinrichtungen auch dementsprechend umfangreich. Wie die Abgasmanipulation bei Daimler und VW funktioniert, können Sie detailliert auf den jeweiligen Informationsseiten nachlesen.

Die häufigsten Fragen zum Dieselskandal bei Wohnmobilen

Bisher kann zwar nicht davon ausgegangen werden, dass die Wohnmobilhersteller, die manipulierte Motoren von Fiat, Iveco, Daimler und VW verwendet haben, von dieser Täuschung wussten. Aus diesem Grund richten sich alle Klagen im Wohnmobil-Abgasskandal gegen die Motorenhersteller.

Ja. Kläger dürfen auch in ihrem Heimatland Klage gegen ausländische Hersteller im Dieselskandal erheben und müssen kein ausländisches Gericht zur Geltendmachung Ihrer Ansprüche anrufen. Dazu hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Juli 2020 ein eindeutiges Urteil gefällt.

Wenn Sie bereits eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, ist eine Individualklage gegen Fiat, Iveco, Daimler oder VW weitestgehend kostenlos für Sie. Sie müssen höchstens eine vorher vereinbarte Selbstbeteiligung bezahlen. Die restlichen Kosten übernimmt dann die Rechtsschutzversicherung.

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Iveco selbst hat laut Behörden bei den drei Modellen Daily Hi-Matic, Daily 4X4 und Eurocargo illegale Abschalteinrichtungen verwendet. Doch viele unabhängige Hersteller, wie Dethleffs, Laika oder Phoenix, nutzen die Motoren des Herstellers Iveco und könnten somit ebenfalls in den Skandal verwickelt sein.

Viele Wohnmobil-Halter rüsten Ihr Fahrzeug nach dem Kauf durch nachträgliche Einbauten wie Klimaanlagen, Heizungen oder Solaranlagen auf. Da diese Nachbauten Ihr Fahrzeug weiter aufwerten, können die dafür entstandenen Kosten im Rahmen der Schadensersatzklage auch eingefordert werden.

Fiat Chrysler Automobile (FCA) fusionierte Anfang 2021 mit dem französischen Konzern Peugeot Société Anonyme (PSA) zur Automobilholding Stellantis. Diese Fusion hat keinen Einfluss auf die Klagen, die im Dieselskandal gegen Fiat oder Iveco eingereicht werden, außer, dass sie sich nun auch gegen Stellantis richten. Ihre Rechtsansprüche bleiben natürlich weiterhin bestehen.

Im Abgasskandal von Fiat Chrysler hat das Bundesverkehrsministerium aktiv eingegriffen und dafür gesorgt, dass manipulierte Motoren in Reise- und Wohnmobilen auf deutschen Straßen fahren dürfen. Hier liegt nach Ansicht der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer ein klarer Fall von Staatshaftung vor. FCA manipuliert mit seinen Motoren die Abgasreinigung und hat an die Verbraucher minderwertige Fahrzeuge verkauft. Hier Fakten, was im Skandal alles bekannt und geschehen ist und wie unverfroren KBA und Verkehrsministerium die Hände in den Schoß gelegt haben, obwohl europäisches Recht gebrochen worden ist:

  1. In den USA klagten bereits 2015 Investoren wegen angeblich irreführender Angaben zu Dieselabgasen gegen FCA. Erst im April 2019 einigte sich Fiat Chrysler im Rechtsstreit mit US-Anlegern auf einen Vergleich. Der Autokonzern akzeptierte eine Zahlung von 110 Millionen Dollar (98 Millionen Euro).
     
  2. Im Frühjahr 2016 ließ die Deutsche Umwelthilfe (DUH) im Zuge des Diesel-Abgasskandals vom VW auch die Abgaswerte von Fahrzeugen anderer Hersteller überprüfen. Der Fiat 500X Euro 6 sprengte laut einer Mitteilung vom 9. Februar 2016 mit 1777 mg/km Stickoxid bei einer Untersuchung durch die Berner Hochschule alle Normen. Euro 6 erlaubt einen Ausstoß von 80 mg/km Stickoxid.
     
  3. Das von der DUH informierte Kraftfahrt-Bundesamt überprüfte nun ebenfalls Fiat-Fahrzeuge. Im April 2016 fiel neben dem Fiat 500X auch der Fiat Ducato Euro 5 negativ auf. Das KBA stellte klar, dass das System der Abgasrückführung (AGR) in seiner Wirksamkeit reduziert arbeitet. Das ist letztlich eine Beschreibung für das Vorhandensein einer unzulässigen Abschalteinrichtung. Der Ducato dient als Basisfahrzeug für die Reise- und Wohnmobilbranche.
     
  4. Wenig später informierte die Bosch GmbH das Bundesverkehrsministerium darüber, dass der Autozulieferer an Fiat unzulässige Abschalteinrichtungen geliefert hatte. Bosch war im Zuge der Untersuchungen zum VW-Abgasskandals ins Visier der Ermittler geraten und packte in einem Gespräch am 14. April 2016 beim KBA gegen Fiat aus.
     
  5. Im Mai 2016 forderte das KBA Fiat und die italienische Zulassungsbehörde dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass die hergestellten Fahrzeuge mit dem genehmigten Typ in Übereinstimmung gebracht werden. Für die italienische Behörde besteht jedoch bis heute kein Handlungsbedarf.
     
  6. Das KBA beabsichtigte, die Typengenehmigung für Reise- und Wohnmobile mit Fiat-Motoren zu verweigern. Am 25. Mai 2016 intervenierte die Geschäftsleitung von Knaus Tabbert brieflich beim damaligen CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer und bittet um eine Lösung des Problems. Der wandte sich am 3. Juni 2016 per Mail an den damaligen Bundesverkehrsminister und Parteifreund Alexander Dobrindt. Am 14. Juni 2016 wurde das KBA gestoppt und die Reise- und Wohnmobile erhielten wieder eine Genehmigung. Die deutschen Hersteller sollten keine Nachteile durch eine Fahrzeugtechnik erleiden, die sie nicht zu verantworten hatten.
     
  7. Am 31. August 2015 informierte das Bundesverkehrsministerium die EU-Kommission über die Ergebnisse des KBA.
     
  8. Im Mai 2017 leitete die EU-Kommission aufgrund des Fiat 500X ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die italienische Regierung ein.
     
  9. 2017 begannen Ermittlungen in den USA gegen den Konzern. Die US-Umweltbehörde EPA fand acht Abschalteinrichtungen in Fahrzeugen mit Fiat-Motoren. Am 22. Mai 2017 reichte die US-Justizbehörde für die EPA Klage gegen FCA ein. Fiat stritt jedoch ab, die Dieselfahrzeuge manipuliert zu haben. Um die Klage und eine weitere des Bundesstaats Kalifornien beizulegen, zahlte FCA im Januar 2019 mehr als 500 Millionen Dollar (434 Millionen Euro). Zudem musste FCA rund 300 Millionen Dollar für Entschädigungen von US-Autobesitzern sowie Rückrufe und Reparaturen von Dieselwagen bezahlen. Der mitangeklagte deutsche Zulieferer Bosch sollte bis zu 27,5 Millionen Dollar zahlen. 
     
  10. Am 17. Mai 2018 reichte die EU-Kommission vor dem EuGH Klage unter anderem gegen Italien ein. Deutschland, Italien, Luxemburg und das Vereinigte Königreich sollen die EU-Vorschriften für die Typgenehmigung von Fahrzeugen missachtet haben.
     
  11. Am 22. Juli 2020 kam es durch die Staatsanwaltschaft Frankfurt zu Durchsuchungen von Büroräumen bei FCA in Deutschland, Italien und der Schweiz. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen den Konzern wegen Betrugs. Betroffen sind Multijetmotoren der Abgasnormen Euro 5 und 6 der Baujahre 2014 bis 2019. Der seit 2016 schwelende Diesel-Abgasskandal kochte in Deutschland wieder hoch. Es geht um den Verdacht des Betrugs im großen Stil.
     
  12. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigt auf der Webseite des Polizeipräsidiums Hessen, dass gegen Fiat Chrysler wegen Motoren mit den Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 ermittelt wird. Das Jahr spielt offensichtlich keine Rolle mehr. „Neuere Fahrzeuge, die die Abgasnorm EUR 6dTemp erfüllen, sind nicht Bestandteil der (…) Ermittlungen“, heißt es auf der Website.
     
  13. Das Landgericht Koblenz hat am 1. März 2021 FCA erstmals in Deutschland aufgrund vorsätzlicher und sittenwidriger Schädigung eines Verbrauchers verurteilt (Az. 12 O 316/20).
     
  14.  Für die ermittelnde Staatsanwaltschaft Frankfurt ist mittlerweile offensichtlich klar, dass FCA-Motoren der Abgasnormen Euro 5 und 6 mit Abschalteinrichtungen manipuliert werden. Sie seien „amtsbekannt“, heißt es in einem Schreiben der Ermittlungsbehörde, die der Kanzlei vorliegt.

     
  15. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wird endlich aktiv: Die Zulassungsbehörde hat mit Schreiben vom 23. April 2021 erhöhte Stickoxid-Abgaswerte bei Wohnmobilen durch eigene Untersuchungen bestätigt. Jetzt prüft das KBA Schritte, wie die Abgasmanipulation an den Motoren wieder entfernt werden kann.  
     
  16. Hintergrund der Aktivitäten des KBA ist die EU-Verordnung 2018/858. Die deutsche Zulassungsbehörde hat damit sogar Spielraum für einen Rückruf, Einschränkung der Zulassung, sogar Fahrzeuge vom Markt zunehmen ist möglich. Dabei ist es unerheblich, dass die Typgenehmigung der Motoren in Italien erteilt wurde.

  1. Am 1. August 2020 richtet Dr. Stoll & Sauer eine Webseite für Verbraucher mit Informationen rund um den Skandal ein. Die Seite wird ständig aktualisiert.
     
  2. Am 3. August 2020 reicht Dr. Stoll & Sauer die erste Klage im Abgasskandal gegen Fiat Chrysler Automobiles (FCA) am Landgericht Freiburg ein.
     
  3. Anzeige wegen Betrugs gegen die Robert Bosch GmbH am 8. Oktober 2020 bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Bosch hatte die Abschalteinrichtungen für die Fiat-Motoren geliefert und den Autobauer beim Kraftfahrt-Bundesamt angeschwärzt. Aus Sicht der Kanzlei liegt hier eine Tatbeteiligung an einem Betrug vor.
     
  4. Aus Unterlagen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) und Schriftwechseln geht hervor, dass die Behörde bereits 2016 wusste, dass im Fiat-Motor Ducato eine unzulässige Abschalteinrichtung das Abgaskontrollsystem manipulierte. Trotzdem hat die Behörde Wohnmobile mit diesem Motor die Typengenehmigung womöglich auf Anordnung des Bundesverkehrsministeriums erteilt. Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer fordert vom Präsidenten des KBA Richard Damm mit Schreiben vom 7. Oktober 2020 Auskunft und Akteneinsicht über den Vorgang und übersandte ihm einen Fragenkatalog.
     
  5. Im Skandal involviert ist auch der aktuelle Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und sein Vorgänger im Amt Alexander Dobrindt (beide CSU). Sie haben dafür gesorgt, dass Wohn- und Reisemobile eine Typengenehmigung erhalten, obwohl die Motoren mit illegaler Motorensteuerung ausgerüstet waren. Gegen beide sowie die Bundesrepublik Deutschland wird die Kanzlei im Namen von Mandanten Klage auf Schadensersatz erheben, falls sich die beiden Politiker nicht bereit erklären, für den entstandenen Schaden aufzukommen.
     
  6. Mit Schreiben vom 8. Oktober 2020 hat die Kanzlei Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Berlin und München gegen die beiden CSU-Politiker Andreas Scheuer und Alexander Dobrindt gestellt. Vorwurf: Beihilfe zum Betrug. Gemeinsam waren sie im Sommer 2016 dafür mitverantwortlich, den Diesel-Abgasskandal von Fiat Chrysler in die Reise- und Wohnmobilbranche hineingetragen zu haben. 
     
  7. Gründung der Facebook-Gruppe „Fiat-Skandal Interessengemeinschaft“. Hier können sich betroffene Verbraucher Hilfe und Informationen abholen. Zudem kooperiert die Kanzlei mit der Gruppe „Abgasskandal Wohnmobile mit Fiat Ducato Motor der Baujahre 2014-2019“.
     
  8. Was ist aus dem Vertragsverletzungsverfahren mit der Nummer 20172044 gegen Italien geworden? Fiat Chrysler hat sich nicht an die Richtlinien zur Typengenehmigung gehalten und die italienische Zulassungsbehörde hat offensichtlich nichts dagegen unternommen. Die Kanzlei will deshalb in einem Schreiben vom 15. Oktober 2020 von der Kommission wissen, wie der Stand der Dinge bei dem Verfahren ist.
     
  9. Der YouTuber Ronny Neubert informiert die Camper-Szene auf seinem Kanal #Projekt SUNxxRISE99 wohnen#im#kasten über den Abgasskandal bei Fiat. Die Kanzlei unterstützt ihn dabei mit ihrem Wissen und ihrer Expertise.
     
  10. Im Interview mit dem Umweltexperten Axel Friedrich macht die Verbraucherkanzlei öffentlich, dass alle FCA-Motoren mit den Schadstoffklassen Euro 5 und Euro 6 im Abgasskandal verwickelt sind. Die Abgasmanipulationen begannen bereits im Jahr 2008.
     
  11. Dr. Stoll & Sauer hat im Oktober und November 2020 beim Emissions-Kontroll-Institut (EKI) der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zwei Reisemobile testen lassen. Die Ergebnisse sind schockierend: Wohnmobile der Hersteller Pilote und Dethleffs, die mit Fiat-Ducato-Motoren ausgerüstet sind, sprengen die gesetzlichen Abgasgrenzwerte für Stickoxide. Fahrzeuge mit der Euroabgasnorm 5 überschreiten den Grenzwert für Leichte Nutzfahrzeuge (280 mg/km) im normalen Straßenverkehr um das 9,9- bzw. 6,9-fache.
     
  12. Der Hersteller Knaus Tabbert ist dafür mitverantwortlich, dass manipulierte Motoren in Reise- und Wohnmobilen verbaut worden sind. Aus diesem Grund hat Dr. Stoll & Sauer am 1. Dezember 2020 Klage gegen Knaus Tabbert am Landgericht Osnabrück eingereicht. Auf Intervention der Geschäftsleitung von Knaus Tabberts beim damaligen CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer erhielten die Fahrzeuge eine Typzulassung durch das Kraftfahrt-Bundesamt. Dabei war allen Beteiligten klar, dass die Motoren nicht genehmigungsfähig waren.
     
  13. Das erste Verfahren unserer Kanzlei liegt mittlerweile dem Oberlandesgericht Karlsruhe zur Berufung vor.
     
  14. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ist sich mittlerweile wohl sicher, dass FCA Motoren manipuliert. Der Kanzlei liegt ein entsprechendes Schreiben vom 30. Dezember 2020 vor. Es „ist davon auszugehen, dass Ihr Fahrzeug von den Abgasmanipulationen betroffen ist“, heißt es in einem Schriftverkehr zwischen einem Verbraucher und der Staatsanwaltschaft.
     
  15. Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer hat am 15. April 2021 am Landgericht Stade ihr erstes verbraucherfreundliches Urteil gegen den Autobauer erstritten (Az. 2 0 12/21).

Abgasskandal: Folgen und Auswirkungen in der Wohnmobilbranche

Vom Abgasskandal betroffene Verbraucher müssen durch die Folgen und Auswirkungen mit enormen Geldeinbußen kämpfen: Ihnen drohen Fahrverbote, Stilllegungen und Wertverluste.

Gerade für Wohnmobilhalter rentiert sich der Wiederverkauf des Fahrzeugs in keinem Fall. Durch die hohen Anschaffungskosten müssen Sie noch einen viel höheren Wertverlust in Kauf nehmen als betroffene PKW-Halter. Die Folgen des Abgasskandals machen selbst vor den neuesten Modellen keinen Halt. Auch Sie erleiden dadurch eine Wertminderung von mehreren Tausend Euro.

Darüber hinaus drohen Mobilitätseinschränkungen in Form von Fahrverboten. In einigen deutschen Städten wurden bereits Fahrverbote erlassen, die es Haltern eines Diesel-Wohnmobils untersagen, bestimmte Straßen damit zu befahren. Das Fahrverbot könnte künftig unzählige weitere Wohnmobile betreffen.

Eine vom KBA angeordnete Rückrufaktion könnte sogar eine Stilllegung nach sich ziehen, sofern die „Unzulässigkeiten“ der manipulierten Fahrzeuge nicht behoben werden können.

Wir in den Medien

  • Wir in den Medien

    "Der Abgasskandal erfasst auch die Reisemobilbranche. Camping ist eine der wenigen Wachstumsgeschichten im Corona-Jahr. Dass viele Wohnmobile gegen Umweltauflagen verstoßen, scheint die Politik nicht zu stören. Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt herrscht auch in Coronazeiten Hochbetrieb."


    14. Dezember 2020
    Handelsblatt

  • Wir in den Medien

    "In der Affäre um unerlaubte Abschalteinrichtungen in Fiat-Dieselfahrzeugen hat die Lahrer Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Strafanzeige wegen Beihilfe zum Betrug in erheblichem Umfang gegen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und seinen Parteikollegen und Amtsvorgänger Alexander Dobrindt gestellt."


    29. Oktober 2020
    Badisches Tagblatt

  • Wir in den Medien

    "Der Dieselrichter bekommt keine Dieselfälle mehr. Der für die Autoindustrie lästige Richter Reuschle soll nach Ansicht der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer „endgültig entsorgt“ werden."


    24. November
    Stuttgarter Zeitung

Beginn der gerichtlichen Aufarbeitung: Erste Urteile gegen Fiat

Fiat-Kunden können seit dem 09. Juli 2020 in Deutschland gegen den Diesel-Betrug klagen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) fällte in einem VW-Verfahren ein verbraucherfreundliches Urteil: Hersteller eines manipulierten Fahrzeugs können in dem Mitgliedsstaat verklagt werden, in denen die Fahrzeuge verkauft worden sind.

  • 15. April 2021: Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer hat ihr erstes verbraucherfreundliches Urteil gegen Fiat erstritten. Das Landgericht Stade stellte fest, dass Fiat dem Kläger wegen vorsätzlicher und sittenwidriger Täuschung Schadensersatz zu leisten hat. Da sich Fiat weder zur Klage noch zu den Vorwürfen geäußert hatte, fällte das Gericht ein Versäumnisurteil.
  • 01. März 2021: Das Landgericht Koblenz hat Fiat dazu verurteilt, den Käufer eines Fiat Ducato-Wohnmobils zu entschädigen. Auch hier handelt es sich um ein Versäumnisurteil. Inzwischen hat Fiat jedoch Einspruch eingelegt, sodass frühestens im November mit einem Urteil zu rechnen ist.
  • 26. Februar 2021: Unsere Kanzlei hat bereits eine Klage gegen Fiat in der Berufung am Oberlandesgericht Karlsruhe vorliegen. Das ist insofern erfreulich, dass die juristische Aufarbeitung des Skandals so beschleunigt und der Druck auf den Autobauer erhöht wird.

Dr. Stoll & Sauer: Eine der erfolgreichsten Kanzleien im Abgasskandal

Als eine der führenden Anwaltskanzleien im Abgasskandal hilft Dr. Stoll. & Sauer Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer Rechte im Abgasskandal. Wir beraten Sie gerne über Ihre Entschädigungsmöglichkeiten und unterstützen Sie im Prozess. In mehr als 20.000 Gerichtsverfahren haben wir unzählige positive Urteile und Vergleiche zugunsten unserer Mandaten erstritten. Darüber hinaus haben die beiden Inhaber der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer in der Musterfeststellungsklage gegen VW über 260.000 Betroffene zu einer Entschädigung von rund 830 Millionen Euro verholfen. Seit Juli 2021 führen Dr. Ralf Stoll und Ralph Sauer die Musterfeststellungsklage gegen die Daimler AG an. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schätzt die Expertise unserer Kanzlei.