Vom Diesel- zum Benzinskandal! Audi-Abgasskandal: Diesel und Benziner manipuliert

Der Abgasskandal geht in die nächste Runde: Nicht nur Dieselfahrzeuge wurden manipuliert, sondern auch Benziner. Schon in der Vergangenheit hatte die VW-Tochter Audi illegale Abschalteinrichtungen in ihre Fahrzeuge eingebaut. Bei dem ersten Dieselskandal ging es um den Dieselmotor des Typs EA189 des VW-Konzerns, mittlerweile sind jedoch auch weitere Motoren bei Audi betroffen. Der Volkswagen-Konzern und damit auch Audi wurde nach jahrelangem Rechtsstreit höchstrichterlich verurteilt, seine Kunden vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt zu haben (§ 826 BGB). Auch das Software-Update, welches Audi anbietet, behebt den entstandenen Schaden nicht, so die Richter weiter. Weitere Audi-Motoren, wie der Nachfolge-Motor EA288, oder auch die größeren EA896/867 (3,0 Liter oder größer) stehen unter Verdacht. Wie genau Audi in den Abgasskandal verwickelt ist und was Sie als Geschädigter nun tun können, erfahren Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Diesel- und Benzinmotoren – So manipuliert Audi im Abgasskandal

Genau wie dem Mutterkonzern Volkswagen wird der Audi AG seit 2015 vorgeworfen, ebenfalls illegale Abschalteinrichtungen in seinen Dieselfahrzeugen mit dem Motor EA189 verbaut zu haben. Dabei erfüllen die Fahrzeuge nur auf dem Prüfstand die vorgeschriebenen Umweltrichtlinien. Im regulären Straßenverkehr stoßen die Motoren erheblich mehr Schadstoffe aus: Die Schadstoffgrenzwerte werden im Alltag also massiv übertroffen.

Wie reagiert Audi auf die Vorwürfe im Dieselskandal?

Audi reagierte zunächst mit einer halbherzigen Rückruf-Aktion: Mithilfe eines Software-Updates sollten die Abgas-Emissionen reduziert werden, um so die Grenzwerte doch noch einzuhalten. Hardware-Nachrüstungen wurden jahrelang nicht angeboten und sind auch heute noch eher die Ausnahme. Zumal diese auch oft von den Kunden selbst bezahlt werden müssen. Neben der ersten illegalen Abschalteinrichtung des EA189 wurde weitere Techniken zur Täuschung der Verbraucher und Behörden verbaut: Mit dem sogenannten Thermofenster wird anhand der Außentemperatur die Abgasreinigung beeinflusst, sodass in den meisten Situationen der Ausstoß auf der Straße deutlich erhöht ist. Dieses Thermofenster wurde unter anderem in den Steuergeräten des neuen Motor EA288 verwendet. Aber auch das von Audi angebotene Software-Update für ältere Fahrzeuge zum Beheben der Manipulationen enthält ein solches Thermofenster. Der Europäischen Gerichtshof machte in seinem Urteil vom 17. Dezember 2020 klar, dass „das Ziel, den Verschleiß oder die Verschmutzung des Motors zu verzögern, nicht den Einsatz einer solchen Vorrichtung“ rechtfertigt.

Bis heute betreibt Audi eine Salamitaktik. Es wird nur das zugegeben, was nicht mehr abzustreiten ist. Das Schweigen geht weiter! Und das obwohl sich der VW-Konzern nicht nur in der ersten bundesdeutschen Musterfeststellungsklage auf die Zahlung von 830 Millionen Euro an seine Kunden verpflichtet hat, sondern auch inzwischen durch den BGH verurteilt wurde, vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt zu haben. Erste Urteile und Gutachten bestätigen: Auch im Nachfolge-Motor EA288 sind Abschalteinrichtungen wie das Thermofenster verbaut. Und der Benzinerskandal geht gerade erst los.

Vom Abgasskandal betroffener Audi
Vom Abgasskandal betroffener Audi TT mit erhöhten Abgaswerten
Audi TT und zahlreiche weitere Modelle von Audi sind vom Abgasskandal betroffen

Audi manipuliert auch bei Benzinern – Abgasskandal neu entzündet!

Nun der nächste Schock für Verbraucher: Nicht nur Dieselfahrzeuge wurden manipuliert, sondern auch Benziner. In einem von der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer geführten Verfahren vor dem Offenburger Landgericht ging aus einem Gutachten klar hervor, dass auch Benziner von Audi die Stickoxid- und Kohlenmonoxid-Grenzwerte nicht einhalten. Gegenstand der Klage war ein Audi Q5 TFSI 2.0 Euro 6. Dabei handelt es sich um einen Benziner. Beim Gutachten vom 9. Juli 2020 stellte sich heraus, dass der Ausstoß von Stickoxid bei Lenkradeinschlag um 24,5 Prozent ansteigt. Der Lenkeinschlag wirkt sich ebenfalls auf die Steuerungssoftware des Fahrzeugs aus. Aufgrund des hervorgehenden Gutachtens stellte die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Strafanzeige gegen den ehemaligen Audi-Chef Rupert Stadler, da wir davon ausgehen, dass er als Verantwortlicher Vorstandsvorsitzender seine Kunden betrogen hat. Aus Dieselskandal wird so nun der Benzinerskandal.

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Häufig gestellte Fragen zum Audi-Abgasskandal

Es handelt sich um Modelle der Abgasnormen Euro 4, Euro 5 und Euro 6. Alle betroffenen Modelle finden Sie in der untenstehenden Tabelle. Hier finden Sie ebenfalls die neu im Benzinerskandal betroffenen Modelle.

Nicht nur Dieselfahrzeuge sind vom Abgasskandal betroffen. Bereits seit 2017 laufen Untersuchungen der amerikanischen Umweltbehörden EPA zu Audi-Fahrzeugen. Nun verdichten sich die Anschuldigungen, dass ebenfalls Benziner betroffen sind: Ein Gutachten vom 9. Juli 2020 hält fest, dass im untersuchten Audi Q5 TSFI 2.0 Euro 6 mit dem Baujahr 2015 die Abgasgrenzwerte im normalen Straßenbetrieb nicht eingehalten werden. Das spricht ebenfalls für eine illegale Abschalteinrichtung.  

Verbraucher haben auch weiterhin die Möglichkeit, mithilfe einer Individualklage gegen Audi auf Schadensersatz zu klagen. Da die Verjährungsfrist der Fälle jedoch noch umstritten ist, sollten Sie vorsorglich schnell aktiv werden, ehe die Verjährung eintritt. Eine weitere attraktive Möglichkeit für Verbraucher bietet der Widerrufs-Joker. Fast alle Kredit- und Leasingverträge, die nach dem 12. Juni 2014 abgeschlossen wurden, beinhalten eine falsche Widerrufsbelehrung, weshalb diese widerrufbar sind. Dr. Stoll & Sauer unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte.

Audi hat drei unterschiedliche Arten der Abschalteinrichtung verbaut. Von der Prüfstanderkennung in den älteren Dieselmotoren, über das Thermofenster der neuen Diesel und dem Software-Update für die Skandalmotoren der ersten Generation, hin zur Manipulation über den Lenkradeinschlag bei den Benzinmotoren. Alle haben gemein: Auf dem Prüfstand, der Ort, an dem der Schadstoffausstoß geprüft wird, werden deutlich weniger Abgase ausgestoßen als im normalen Alltag auf der Straße.

Diese Audi-Modelle sind betroffen

Neben den etlichen VW-Modellen sind nun also auch Besitzer von Audi-Fahrzeugen vom Abgasskandal betroffen. Nicht nur Diesel-Modelle wurden manipuliert, sondern auch Benziner. In der nachfolgenden Tabelle sehen Sie, ob Ihr Fahrzeug ebenfalls manipuliert wurde.

Audi-Modell Motor
Dieselmotoren
Audi A1 1.6 TDI, 2.0 TDI
Audi A3 1.6 TDI, 2.0 TDI
Audi A4 2.0 TDI, V6
Audi A5 2.0 TDI, V6
Audi A6 2.0 TDI, V6, 3.0 l Biturbo TDI
Audi A7 V6, V8, 3.0 l Biturbo TDI
Audi A8 V6, V8
Audi Q3 2.0 TDI
Audi Q5 2.0 TDI, V6
Audi Q7 V6
Audi Q8 2.0 TDI, V6
Audi TT 2.0 TDI
Audi SQ 5 3.0 TDI
Audi SQ7 3.0 TDI
Benzinmotoren
Audi Q5 TFSI 2.0, Euro 6
Abgasskandal

Audi manipuliert Diesel und Benziner

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Was können Geschädigte jetzt gegen Audi tun?

Auch nach dem Ende der Musterfeststellungsklage gegen den VW-Konzern – zum dem auch Audi gehört – können Sie immer noch Ihre Rechte im Abgasskandal über eine Individualklage geltend machen! Besitzen Sie ein Fahrzeug mit dem Motor Typ EA189, haben an der Musterfeststellungsklage teilgenommen, den Vergleich nicht angenommen oder sind sogar leer ausgegangen können Sie auch heute noch klagen. Über die Verjährung ist bisher abschließend noch nicht höchstrichterlich entschieden worden. Unsere Kanzlei geht davon aus, dass bisher noch nichts verjährt ist. 

In den USA wurden Audi-Besitzer pauschal mit 10.000 Dollar entschädigt – dort laufen jedoch Verfahren im Normalfall schneller und leichter. Dr. Stoll & Sauer verzeichnen auch hierzulande große Erfolge im Kampf gegen die Hersteller und machten ein leichteres Verfahren – die Musterfeststellungsklage – erst möglich.

Erfolgsaussichten und Kosten einer Individualklage gegen Audi

Im Laufe des Abgasskandals wurde deutlich, dass die Chancen, bei einer Klage gegen die Hersteller zu gewinnen, hoch sind. Mit dem Urteil vom 25. Mai 2020, bei dem der Bundesgerichtshof die VW AG wegen vorsätzlicher und sittenwidriger Schädigung verurteilt wurde, standen die Chancen noch nie besser. Dr. Stoll & Sauer bieten Ihnen eine kostenlose Erstberatung an, bei der wir Ihre Chancen im Abgasskandal prüfen und sofort eine mögliche Entschädigungssumme errechnen. Melden Sie sich hierfür einfach in unserem Online-Check an und geben Sie die benötigten Daten ein. Wir prüfen diese umgehend. Besitzen Sie eine Rechtsschutzversicherung, tragen Sie keinerlei Kostenrisiko. Wir beraten Sie gern zu Ihrem individuellen Fall im Audi-Abgasskandal.

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