SEAT Dieselskandal Betroffene SEAT-Modelle & Ihre Ansprüche

Nun ist es offiziell: Der Bundesgerichtshof verurteilte den Volkswagen-Konzern im Mai 2020 nach § 826 BGB wegen sittenwidriger und vorsätzlicher Schädigung. SEAT ist als spanisches Tochterunternehmen von VW ebenfalls von diesem Urteil betroffen. Somit stehen die Chancen für Verbraucher momentan sehr gut, vor Gericht Schadensersatz von den Herstellern im Falle des manipulierten Motortyps EA189 geltend zu machen.

Auch diejenigen, die sich auf das Software-Update eingelassen haben, das als schnelle Lösung von Volkswagen im Zuge der Rückrufaktion angeboten wurde, haben vor Gericht gute Erfolgschancen. Der BGH entschied ebenfalls, dass das Update den Schaden nicht behoben hat. Im Gegenteil: Die neu eingespielte Software verfügt über ein sogenanntes Thermofenster, welches die vorgesehenen Stickoxidwerte nur bei ganz bestimmten Temperaturen garantiert. Unterm Strich funktioniert die Abgasreinigung häufig nicht oder nicht vollständig. Der Skandal um die Manipulation bei Volkswagen geht somit in die nächste Runde.

Weltweit sind ca. 700.000 SEAT-Modelle mit dem manipulierten EA189-Motor ausgestattet, der über eine Schummel-Software verfügt, die auf dem Prüfstand verfälschte Abgaswerte anzeigt. Zahlreiche Verbraucher müssen nun zusätzlich davon ausgehen, ein Software-Update mit illegalem Thermofenster eingespielt haben zu lassen.

Inhaltsverzeichnis

So hat SEAT seine Dieselfahrzeuge manipuliert

Der Abgasskandal begann im Jahr 2015 damit, dass eine Manipulation am EA189-Motor, der in diversen Fahrzeugen von VW, SEAT und weiteren betroffenen Marken verbaut ist, nachgewiesen werden konnte. Der Motor des Typs EA189 ist mit einer Abschaltvorrichtung ausgestattet, die eine erhöhte Stickoxidemission unterbindet, solange das Fahrzeug sich auf einem Prüfstand befindet. Im Straßenverkehr kommt es aber zu deutlich höheren Werten, die nicht den in den Euro-Normen 5 und 6 geregelten Grenzen entsprechen.

Motorkontrollleuchte im Display bei SEAT
Anzeige in einem SEAT-Fahrzeug zeigt, dass die Abgaswerte manipuliert wurden und das Fahrzeug somit von dem Abgasskandal betroffen ist.
Auch Seat ist vom Abgasskandal betroffen

Die Lösungsoptionen: So reagierte SEAT auf den Dieselskandal                                

In einer großen Rückruf-Aktion, die nach der vorgeworfenen Manipulation folgte, forderte der VW-Konzern und somit auch SEAT die betroffenen Besitzer dazu auf, ein Software-Update einspielen zu lassen, um die illegale Abschaltvorrichtung zu löschen. Im Zeitraum von Mai 2016 und Juli 2017 gab es insgesamt 16 Rückrufe zahlreicher SEAT-Modelle. Der für die Hersteller verhältnismäßig günstige Lösungsweg sorgte für Beschwerden seitens der Fahrzeughalter. Der Spritverbrauch stieg nach dem vorgenommenen Software-Update an und Leistungseinbrüche machten sich bemerkbar.

Der kostenintensivere Lösungsansatz in Form einer Hardware-Nachrüstung ist für Dieselfahrer aus der Sicht der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer nicht unbedingt empfehlenswert, da die Hersteller sich lediglich an den Kosten beteiligen. Die unter anderem geschädigten SEAT-Fahrer müssen die Fehler der Hersteller somit mitfinanzieren. Zudem steigen auch im Falle einer Hardware-Nachrüstung die Betriebskosten, da die Harnstoffeinspritzung, die die Emission der Abgase reguliert, deutlich zunimmt. Neben dem erhöhten AdBlue-Verbrauch kommt es zu einem Mehrverbrauch an Sprit – beides wird sich für Sie finanziell bemerkbar machen.

Dieselskandal 2.0 – Neue Manipulation durch „Thermofenster“ bei SEAT

Am 23. Juni 2020 verurteilte das Landesgericht Offenburg das Volkswagen-Tochterunternehmen Audi wegen vorsätzlicher und sittenwidriger Schädigung. Der Motor EA288, der unter anderem in dem Modell A3 2,0 TDI Quattro verbaut ist, verfügt ebenfalls über eine nicht zugelassene Abschaltvorrichtung. Auch SEAT-Fahrern wird geraten, zu prüfen, ob sie eventuell von dem „Dieselgate 2.0“ betroffen sind, denn der Motor des Typs EA288 ist auch in zahlreichen SEAT-Modellen verbaut.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Der VW-Konzern verbaut seine Dieselmotoren in den Fahrzeugen seiner Tochterunternehmen, zu denen auch SEAT zählt. Wichtig ist, zu vermerken, dass eine Manipulation bislang nur bei den Motoren des Typs EA189 und EA288 von Gerichten festgestellt werden konnte.

Im Falle des Skandals um den EA189-Motor haben Sie auch heute noch die Möglichkeit zu klagen. Das Thema Verjährung ist abschließend höchstrichterlich noch nicht geklärt. Zudem gibt es bei eingetretener Verjährung immer noch Ansprüche nach §852 BGB auf Restschadensersatz. Eine Klage macht daher immer noch Sinn – auch bei dem Motor EA189. Bei EA288 droht noch keine Verjährung.

Sie haben die Möglichkeit, mithilfe Ihrer Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) online eine Prüfung vorzunehmen. Dies bezieht sich aber nur auf Fahrzeuge mit dem Motor EA189. Bestätigt sich Ihr Verdacht, raten wir Ihnen dringend, sich rechtliche Unterstützung zu holen. Sollten bei Ihnen der Motor EA288 verbaut sein, lohnt sich ebenfalls eine rechtliche Prüfung.

Falls Sie Ihren Wagen mit einem EA189-Motor gekauft haben, haben Sie die Aussicht, eine Rückerstattung des Kaufpreises, abzüglich der gefahrenen Kilometer, über den Klageweg zu erreichen. Handelt es sich dabei um einen SEAT, der nur wenige Kilometer gefahren ist, ist diese Forderung für Sie durchaus lohnenswert. Außerdem können Sie fordern, Ihr betroffenes Fahrzeug gegen ein sauberes ersetzen zu lassen.

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Diese SEAT-Modelle sind vom Abgasskandal betroffen

Rund 700.000 SEAT-Fahrzeuge sind mit dem EA189-Motor ausgestattet. Die Betroffenheit erstreckt sich auf 1.2 Liter, 1.6 Liter und 2.0 Liter Motoren. Auch zahlreiche EA288-Motoren sind in SEAT-Modellen verbaut. Hier wiederum sind 1.6 und 2.0 Liter Motoren betroffen.

Im Folgenden erhalten Sie eine Auflistung der SEAT-Modelle, in denen ein Motor des Typs EA189 oder EA288 verbaut ist:

SEAT-Modelle mit EA189-Motor
Modell Typ
Leon erhöhter CO²-Ausstoß
Ibiza erhöhter CO²-Ausstoß
SEAT-Modelle mit EA288-Motor
Modell Typ
Leon III 1.6 TDI, 2.0 TDI
Toledo IV 1.6 TDI
Ateca 1.6 TDI, 2.0 TDI
Alhambra II 2.0 TDI
Tarraco 2.0 TDI
Symbolbild: Gegen Konzerne im Abgasskandal klagen

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Was können Geschädigte tun?

Keine Lösung, die von dem VW-Konzern bislang präsentiert wurde, ist für betroffene Verbraucher zufriedenstellend. Eine erneute Manipulation im Rahmen des Software-Updates oder (steigende) Kosten bei einer Nachrüstung stellen weitere Nachteile für betroffene SEAT-Fahrer dar. Zudem drohen neue regionale Fahrverbote, von denen künftig auch Euro-Norm 5 zertifizierte Fahrzeuge bedroht sein könnten.

Nutzen Sie Ihre Chance und reichen Sie eine Individualklage ein, falls Sie das Vergleichsangebot von VW im Zusammenhang mit der Musterfeststellungsklage nicht angenommen haben. Sie haben die Möglichkeit, eine Erstattung des Kaufpreises zu fordern. Falls Sie Ihr Fahrzeug behalten möchten, ist eine Schadensersatzforderung der richtige Weg für Sie, bei dem Sie bis zu 25% des Kaufpreises erstattet bekommen können. Bleiben Sie nicht auf den Problemen und Kosten sitzen, die SEAT verschuldet hat! Fordern Sie stattdessen Ihr Recht auf Entschädigung ein, denn Ihre Erfolgschancen stehen gut.

Individualklage gegen SEAT: Wer trägt die Kosten?

Wenn Sie eine Rechtschutzversicherung abgeschlossen haben, dann kommt diese für die anfallenden Kosten für eine Individualklage gegen SEAT auf. Sie zahlen lediglich die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung. Sollten Sie über keine Rechtschutzversicherung verfügen, haben Sie dennoch die Option, unsere kostenlose Erstberatung zu nutzen.

Wir beraten Sie gerne persönlich zum Thema Rechtsschutz und prüfen im Zuge dessen Ihre individuellen Ansprüche, damit Sie die besten Voraussetzungen für eine Klage gegen SEAT haben. Vereinbaren Sie einen Termin zur kostenlosen Erstberatung.

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