13.06.2016

BVT Life Bond Fund – Hilfe für Anleger bei Falschberatung

Die BVT Holding GmbH & Co. KG legte die geschlossenen Lebensversicherungsfonds BVT Life Bond Fund, BVT Life Bond Fund II Dynamic, und BVT Life Bond Fund III Tradition auf, die jeweils in US-amerikanische Lebensversicherungspolicen investieren. Daraus ergaben sich allerdings ernsthafte Probleme, die in wenig Ausschüttungen und hohen Risiken für die Anleger dieser Fonds resultierten.

Die Problematik von Lebensversicherungsfonds

Viele Lebensversicherungsfonds, die in US-Lebensversicherungen investieren, verlaufen nicht wie geplant, da sie ihren Prognosen nicht gerecht werden können. Bei der Investition in US-amerikanische Policen wird quasi auf den frühen Tod der Versicherten gewettet. Im Todesfall der versicherten Person werden die Ablaufleistungen fällig – je früher das geschieht, desto weniger Prämien müssen geleistet werden, und desto mehr Rendite kann der Fonds demnach erwirtschaften.

Den Prospekten der BVT Life Bond Funds lagen jedoch falsche Sterbetafeln zugrunde. Wie auch bei vielen anderen Lebensversicherungsfonds wurde die Lebenserwartung der US-amerikanischen Versicherten zu gering eingeschätzt. Diese guten Nachrichten für die Versicherten stellen für die Fonds ernstzunehmende Probleme dar. Denn die Fonds übernahmen die Versicherungen unter der Annahme, dass für eine kürzere durchschnittliche Anzahl von Jahren die Versicherungsbeiträge entrichtet werden müssen, als aktuellere Tabellen darlegen. Aufgrund der höheren Lebenserwartung müssen die Fonds länger als gedacht Versicherungsbeitrage entrichten und ebenso länger auf die Versicherungssumme warten.

Es werden also weniger Policen fällig als geplant, die Prämien müssen aber weiterhin bezahlt werden. Aufgrund von dieser Problematik können weniger Ausschüttungen an die Anleger ausgezahlt werden. Die Liquidität der Fonds reicht zur Begleichung der laufenden Kosten kaum noch aus. Auch die einst geplante Laufzeit des Fonds wurde überschritten.

Ansprüche von Anlegern des BVT Life Bond Funds

Um den Verlust ihres eingezahlten Kapitals zu vermeiden, sollten Anleger der BVT Life Bond Funds sich anwaltlich über die Möglichkeiten der Rückabwicklung der Anlage beraten lassen.

Durch die rechtliche Prüfung ihrer Beteiligung am Lebensversicherungsfonds kann geklärt werden, ob den Anlegern Schadensersatzansprüche wegen falscher Anlageberatung zustehen. Eine Falschberatung durch Banken und Anlageberater liegt beispielsweise dann vor, wenn die Anleger nicht über den unternehmerischen Charakter eines Lebensversicherungsfonds aufgeklärt wurden. Durch die verbundenen Risiken – darunter auch das Risiko eines Totalverlusts des investierten Kapitals – widerspricht der Fonds dem Konzept einer sicheren Geldanlage.

Weitere typische Fehler sind eine Versäumung der Aufklärung über Provisionen für die Berater, und Information über die Tatsache, dass Fondsanteile nicht jederzeit problemlos verfügbare Kapitalanlagen sind. Dies hängt damit zusammen, dass der Zweitmarkt für "gebrauchte" Fondsanteile nicht geregelt ist.

Verjährungsfristen von Schadensersatzansprüchen

Wichtig zu beachten ist, dass solche Ansprüche verjähren können. Als Höchstfrist gelten zehn Jahre ab dem Vertragsschluss, jedoch gibt es auch eine kürzere, kenntnisabhängige Verjährungsfrist. Spätestens zehn Jahre nach Vertragsschluss können Schadensersatzansprüche wegen falscher Anlageberatung also nicht mehr durchgesetzt werden. Sollte bereits die Verjährung der Ansprüche drohen, können jedoch auch Maßnahmen ergriffen werden, um diese Verjährung zu "bannen".

In vielen Fällen ist dennoch Eile geboten. Fühlen auch Sie sich in Ihren Anlagen falsch beraten, so setzen Sie sich mit uns in Verbindung.