Lexikon

Waldfonds

Anleger suchen vermehrt Beteiligungsangebote, die ihnen eine gute Rendite versprechen und dabei auch noch etwas Gutes tun, wie z.B. der Umwelt helfen. Vermehrt traten deshalb in den vergangenen Jahren Windenergiefonds, Solarenergiefonds, Geothermiefonds etc. auf. Unter diesen „der Umwelt zugute kommenden Fonds“ befindet sich auch der Waldfonds, welcher im Folgenden einer näheren Betrachtung unterzogen werden soll.

Waldfonds werden meist in der Form der geschlossenen Fonds vertrieben, wobei also die Anleger zu Gesellschaftern einer GmbH & Co. KG werden. Renditen erzielt der Waldfonds durch den Verkauf von Holz, wobei eigene Waldgrundstücke erworben oder gepachtet werden. Diese Wälder werden dann durch den Fondsanbieter aufgeforstet und bewirtschaftet, wobei die Anleger dieser Waldfonds nicht selten viele Jahre warten müssen, bis das Holz der bewirtschafteten Bäume verkauft werden kann. Die Wälder, in die die Waldfonds investieren liegen meist in Vietnam, den USA, Rumänien, Brasilien und weiteren südamerikanischen Ländern. Häufig ist für Waldfonds auch ein Verkauf der Waldgebiete am Ende der Fondslaufzeit vorgesehen, sodass hierdurch zusätzliches Kapital gewonnen werden kann.

Allerdings bringt ein Waldfonds in der Form einer GmbH & Co. KG nicht nur Vorteile ökologischer und wirtschaftlicher Art mit sich, vielmehr bestehen auch bedeutende Risiken, derer sich die Anleger nicht wegen des guten Zwecks des Waldfonds verschließen sollten. Da sich Anleger bei einem Waldfonds an einer Gesellschaft als deren Gesellschafter beteiligen, nehmen sie unbegrenzt an den Gewinnen aber auch Verlusten des Waldfonds teil. Dieser stellt mithin eine unternehmerische Beteiligung dar, bei der auch das Risiko eines Totalverlusts der Einlage besteht.

Risiken ergeben sich aber auch aus dem Investitionsobjekt Wald selbst: in extremen Fällen können die Waldgebiete durch Naturkatastrophen oder Schädlingsbefall völlig vernichtet werden. Dies sind unkalkulierbare Risiken, die zu einem Totalverlust der Einlage führen können. Weiterhin hängt die Rendite des Waldfonds stark von der Baumart, der Bewirtschaftung und der Lage der Fläche ab, wodurch sich im Einzelnen Risiken ergeben können. Ebenso wenig können die Holzpreise für die nächsten 20 Jahre vorausgesagt werden, was dann gleichfalls auch für die Rendite der Waldfonds gilt, sodass Anleger auch in diesem Zusammenhang mit Waldfonds vorsichtig umgehen sollten. Die meisten Waldflächen befinden sich zusätzlich im Ausland und oftmals auch in Ländern, die politisch nicht so stabil sind, sodass sich auch spezifische Länderrisiken, sowie auch Währungsrisiken hierdurch ergeben können. Schließlich können für Waldfonds auch hohe Verwaltungs- und Bewirtschaftungskosten entstehen.

Durch diese ganzen Risiken lässt sich die Gefährlichkeit von Waldfonds erkennen. Da die Rendite von Waldfonds stark von den vorher genannten Faktoren abhängt, kann diese nie gänzlich genau vorhergesagt werden. Anleger von Waldfonds, die sich schlecht beraten fühlen und über die oben genannten Risiken nicht hinreichend aufgeklärt wurden, sollten sich deshalb an einen im Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt wenden, welcher ihre Schadensersatzansprüche aus Beratungshaftung gegenüber den Anlagevermittlern überprüft.

Anlageberater sind dazu verpflichtet die Anleger über alle Risiken ordnungsgemäß anlage- und anlegergerecht aufzuklären. Haben sie dies nicht getan, in dem sie z.B. das Risiko eines Totalverlusts gänzlich verschwiegen haben, so stellt dies eine fehlerhafte Anlageberatung dar, die zum Schadensersatzanspruch führt. Bereits die Zeitschrift Finanztest (Heft 8/2010, S. 33) kritisierte die beiden Waldfonds Bauminvest 2 und Nordcapital Waldfonds 2 wegen ihrem Blind-Pool Risiko und den hohen Kosten. Anleger sollten deshalb schnellstens handeln, da Ansprüche aus Beratungshaftung jederzeit verjähren können.

(Stand: 08.05.2012)

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