Ein Laptop, Kaffeetasse und Brille

Zwei Verfahren vor dem Bundesgerichtshof

Meta-Überwachung: Neues OLG-Urteil bestätigt Datenlöschung und Schadensersatz

26.10.2026

Im Streit um die Überwachung von Internetnutzern durch den Facebook- und Instagram-Konzern Meta gibt es ein weiteres verbraucherfreundliches Urteil. Das Oberlandesgericht Hamm hat Meta mit Urteil vom 28. September 2026 (Az. 22 U 77/25) zu 750 Euro Schadensersatz sowie zur Unterlassung der beanstandeten Datenverarbeitung und zur Datenlöschung verurteilt. Wie der Datenschutzrechtler Rolf Albrecht am 21. Oktober 2026 berichtete, bestätigte das Gericht damit die Rechtswidrigkeit der Datenerhebung über die sogenannten Meta Business Tools. Allerdings gehen die Oberlandesgerichte bei der Höhe des Schadensersatzes weiterhin auseinander. Nach Einschätzung der Verbraucherkanzlei Dr. Stoll & Sauer stärkt das Urteil die Rechte betroffener Facebook- und Instagram-Nutzer. Diese können ihre Ansprüche in der kostenlosen Ersteinschätzung im Meta-Pixel-Online-Check der Kanzlei prüfen lassen.

Magnet, der aus einem Laptop Daten absaugt

OLG Hamm: Meta muss rechtswidrige Datenerhebung unterlassen

Mit den Meta Business Tools können Informationen über die Aktivitäten von Internetnutzern auf fremden Webseiten und in Apps an Meta übertragen werden. Der Kläger wandte sich dagegen, dass der Konzern auch außerhalb seiner sozialen Netzwerke personenbezogene Daten über ihn sammelte.

Das Landgericht Hagen hatte die Klage zunächst abgewiesen. Das OLG Hamm änderte diese Entscheidung und gab dem Kläger teilweise recht.

Die wichtigsten Punkte des Urteils:

  • 750 Euro Schadensersatz: Das Gericht erkannte einen immateriellen Schaden durch den Kontrollverlust über personenbezogene Daten an.
  • Rechtswidrige Datenverarbeitung: Meta konnte für die beanstandete Verarbeitung keine ausreichende Rechtsgrundlage nachweisen.
  • Unterlassung: Meta muss die vom Urteil erfasste Datenerhebung und Verarbeitung künftig unterlassen.
  • Datenlöschung: Die betroffenen personenbezogenen Daten müssen nach den Vorgaben des Urteils gelöscht und die Löschung bestätigt werden.
  • Keine Revision zugelassen: Das OLG Hamm ließ die Revision nicht zu. Ob eine Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt wurde, ist bislang nicht bekannt.

Kostenlose Ersteinschätzung direkt online abrufen

Informieren Sie sich schnell und sicher. Geben Sie zur Erstellung Ihres persönlichen Zugangs Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer ein. Nach der Registrierung werden alle weiteren Schritte auf unserem abgesicherten Mandanten-Portal durchgeführt.

Meta-Überwachung: Warum das OLG Hamm nur 750 Euro Schadensersatz zuspricht

Besonders interessant ist die Begründung zur Höhe der Entschädigung. Der Kläger hatte mindestens 5.000 Euro verlangt. Das OLG Hamm hielt jedoch 750 Euro für angemessen.

Dabei berücksichtigte das Gericht auch technische Schutzmaßnahmen, die Meta zur Funktionsweise seiner Business Tools vorgetragen hatte. Nach Darstellung des Konzerns werden bestimmte Daten bei fehlender Einwilligung nach einem ersten Abgleich wieder verworfen. Das Gericht bezog diese Erläuterungen sowie die Möglichkeit, durch Unterlassung und Löschung die Kontrolle über die Daten wiederzuerlangen, in seine Bewertung ein.

An der Rechtswidrigkeit der beanstandeten Datenverarbeitung änderte dies nichts. Das Urteil verdeutlicht damit, dass die Gerichte zwischen dem Datenschutzverstoß und der Höhe des daraus folgenden Schadensersatzes unterscheiden.

Die bisherigen Entscheidungen fallen unterschiedlich aus:

  • OLG Stuttgart, 29. April 2026 (Az. 4 U 353/24): 500 Euro Schadensersatz.
  • OLG Jena, 2. März 2026 (Az. 3 U 31/25): 3.000 Euro Schadensersatz.
  • OLG Brandenburg, 5. August 2026 (Az. 4 U 24/26): 2.000 Euro Schadensersatz.
  • OLG Hamm, 28. September 2026 (Az. 22 U 77/25): 750 Euro Schadensersatz.

Das OLG Brandenburg hatte die von anderen Gerichten zugesprochenen 500 beziehungsweise 750 Euro ausdrücklich für zu niedrig gehalten. Das OLG Hamm bewertet den Kontrollverlust im konkreten Fall dagegen anders. Eine einheitliche Linie bei der Schadensersatzhöhe ist damit weiterhin nicht erkennbar.

Zwei Meta-Verfahren beim Bundesgerichtshof anhängig

Eine weitere Klärung könnte der Bundesgerichtshof bringen. Dort sind derzeit zwei Nichtzulassungsbeschwerden gegen Entscheidungen des OLG Hamm vom 9. März 2026 anhängig (BGH, Az. I ZR 154/26 und I ZR 184/26). In beiden Verfahren hatte das OLG Hamm jeweils 1.500 Euro Schadensersatz zugesprochen. Ob der BGH die Revisionen zulässt und sich inhaltlich mit den Rechtsfragen befasst, ist noch offen.

Der BGH hatte bereits mit Urteil vom 18. November 2024 (Az. VI ZR 10/24) klargestellt, dass der Verlust der Kontrolle über personenbezogene Daten einen immateriellen Schaden darstellen kann. Auch der Europäische Gerichtshof hat mit Urteil vom 4. Oktober 2024 (Az. C-200/23) entsprechende Grundsätze bestätigt. Allerdings führt nicht jeder Datenschutzverstoß automatisch zu Schadensersatz. Entscheidend sind der entstandene Schaden und die Umstände des Einzelfalls.

Dr. Stoll & Sauer: Verbraucher sollten Ansprüche prüfen lassen

Die Verbraucherkanzlei Dr. Stoll & Sauer bewertet das neue Urteil als weiteren wichtigen Schritt bei der Durchsetzung von Datenschutzrechten gegenüber Meta. Die Entscheidungen zeigen, dass Facebook- und Instagram-Nutzer unter bestimmten Voraussetzungen nicht nur Schadensersatz verlangen, sondern auch gegen die weitere Erhebung ihrer Daten vorgehen und deren Löschung durchsetzen können. Die unterschiedlichen Schadensersatzbeträge machen zugleich deutlich, dass die Gerichte den jeweiligen Einzelfall bewerten. Dr. Stoll & Sauer führt selbst zahlreiche Verfahren gegen Meta und empfiehlt Betroffenen, ihre Ansprüche prüfen zu lassen. Die Kanzlei bietet dazu eine kostenlose Ersteinschätzung im Meta-Pixel-Online-Check an.

Was unsere Mandanten sagen

  • Pia Sielaff

    Pia Sielaff
    5/5

    Frau Martina Eller hat sich sehr viel Zeit genommen für die telefonische Beratung. Sie hat mir zugehört und wertvolle Tips gegeben. Ich kann sie 100% weiterempfehlen. Vielen Dank.
  • Manfred Maier

    Manfred Maier
    5/5

    Ich kann die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer uneingeschränkt weiterempfehlen. Mein Verfahren zur Rückabwicklung meines PHEV-Fahrzeugs wurde innerhalb von nur ca. 8 Wochen erfolgreich beendet. Ein ganz besonderer Dank geht an Frau Rechtsanwältin Brar für die kompetente Unterstützung und die extrem zügige Begleitung durch das gesamte Verfahren. Die Kommunikation war professionell und das Ergebnis ist …
  • P L

    P L
    5/5

    Ich hatte mit Herrn Malleis nur schriftlich Kontakt, bin aber von seiner Ehrlichkeit beeindruckt. Er gab mir den klaren Hinweis, dass mein Fall wenig Aussicht auf Erfolg hat, anstatt mir ein unnötiges Verfahren zu verkaufen. Damit hat er mir viel Geld erspart. Sehr fair, freundlich und absolut seriös – vielen Dank!

    Immer auf dem Laufenden

    Abonnieren Sie unseren Newsletter

    Schnelle Informationen und Hintergründe helfen Ihnen bei den richtigen Entscheidungen. Profitieren Sie von wichtigen juristischen Informationen aus erster Hand. Wir informieren Sie mit unseren Newslettern über aktuelle Themen wie Abgasskandal, Datenschutzrecht, Verbraucherrechte oder Bankenskandalen.

    Newsletter abonnieren