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Spread Ladder Swaps (Zinsswap, Zins Swap) – BGH verurteilt Deutsche Bank auf eine halbe Million Schadensersatz

Das von Kommunen und mittelständischen Unternehmen lang ersehnte BGH-Urteil in Bezug auf Spread Ladder Swaps (Zinsswap, Zins Swap) wurde gestern, am 22. März 2011, endlich zu ihren Gunsten gefällt: die Deutsche Bank muss dem hessischen Unternehmen Ille eine halbe Million Euro Schadensersatz für Verluste des Unternehmers zahlen, die dieser im Zusammenhang mit hochspekulativen Zinswetten, sogenannten Spread Ladder Swaps (Zinsswap, Zins Swap), erlitten hat.

Viele Unternehmen und Kommunen hatten insbesondere während den Jahren 2004 und 2005 sogenannte Spread Ladder Swaps (Zinsswap, Zins Swap) mit der Deutschen Bank abgeschlossen. Spread Ladder Swaps sind hochriskante Zinswetten und unterscheiden sich in ihrer Konstruktion stark von den normalen Zins Swaps, welche zur Absicherung von Zinsrisiken abgeschlossen werden. Bei den Spread Ladder Swaps werden nicht wie üblicherweise Marktzinskonditionen getauscht, sondern der Anleger bezahlt einen von der Bank festgelegten, durch eine von ihr strukturierten Formel berechneten, Zins, bei dem die Differenz zwischen einem langfristigen und einem kurzfristigen Zinssatz maßgeblich ist. Der langfristige Zinssatz sollte hierbei stärker steigen als der kurzfristige, doch diese Wette ging für die Mittelständler und kommunalen Unternehmen nicht auf und diese erlitten durch diese Zinswette der Spread Ladder Swaps (Zinsswaps, Zins Swap) Verluste bis in die Millionen.



Die Richter des BGH kritisierten die Bankenpraxis in Bezug auf die Spread Ladder Swaps (Zinsswap, Zins Swap) sehr hart. Hierbei betonten sie, dass der Vergleich von Spread Ladder Swaps (Zinsswaps, Zins Swap) mit einer Wette eine Verharmlosung des Risikos sei, welches in unbegrenzter Höhe bestehe und bis zum finanziellen Ruin des Kunden führen könne. Weiterhin habe die Deutsche Bank den Spread Ladder Swap (Zinsswap, Zins Swap) als hochkomplexes Anlageprodukt „bewusst zu Lasten des Anlegers“ konzipiert. Vielmehr bestand eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass nicht der Kunde als Gewinner aus dem Geschäft mit den Spread Ladder Swaps (Zinsswap, Zins Swap) herausgehen werde, sondern die Deutsche Bank.



Insbesondere hat die Deutsche Bank ihre Anleger nicht auf einen bestehenden Interessenkonflikt hingewiesen: der Spread Ladder Swap (Zinsswap, Zins Swap) hatte schon zu Anfang einen negativen Marktwert von 80 000 Euro, mit dem die Deutsche Bank ihre Kosten abdeckte und das Risiko absicherte. Diese 80 000 Euro waren der Bank mithin schon bei Vertragsabschluss sicher. Hierüber wurde der Anleger allerdings nicht aufgeklärt. Nach dem oben Gesagten sahen die Richter des BGH eine Beratungspflichtverletzung der Deutschen Bank bezüglich des Spread Ladder Swap (Zinsswap, Zins Swap) als gegeben an, sodass ein Schadensersatzanspruch des Klägers begründet war.



Dieses Urteil des BGH hat enorme Bedeutung für Geschädigte solcher Spread Ladder Swaps (Zinsswap, Zins Swap) und könnte ein Lauffeuer für weitere Schadensersatzklagen gegen die Deutsche Bank entfachen. Anleger, die ebenfalls durch Spread Ladder Swaps (Zinsswap, Zins Swap) geschädigt wurden, sollten schnellstmöglich anwaltlichen Rechtsrat einholen, sodass die Verluste aus diesem Geschäft beseitigt werden können. Der BGH betonte in seinem Urteilsspruch, dass es nicht ausreiche, wenn in den Wettunterlagen zu den Spread Ladder Swaps vor einem theoretisch unbegrenzten Risiko gewarnt wird, da die Bank dem Kunden hätte klarmachen müssen, dass dieses Risiko „keinesfalls hypothetisch, sondern real und ruinös“ ist. Da wohl keine Bank so drastisch vor den Verlustrisiken gewarnt hat, dürften Anleger gute Aussichten auf Erfolg einer Klage haben. Allerdings ist schnelles Handeln gefragt, da Schadensersatzansprüche aus Beratungsfehlern innerhalb von 3 Jahren verjähren und nach dem Verstreichenlassen dieser Zeit nicht mehr durchgesetzt werden können.

 

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Bank- & Kapitalmarktrecht

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