Versicherungsmathematiker diskutieren Leitzinssenkung

Versicherungsmathematiker empfehlen, den Leitzins nicht noch weiter zu senken, sondern empfehlen eher variable Laufzeiten. Dr. Stoll: "Lebensversicherungen werden immer mehr zur unrentablen Kapitalanlage!"

"Die Situation wird nicht besser!" Dr. Ralf Stoll, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Lahr, hält die aktuellen Berechnungen der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) für nachvollziehbar, nach denen weitere Einschnitte beim Garantiezins drohen: "Damit werden Lebensversicherungen immer mehr zur unrentablen Anlageform!"

Nach Meinung des DAV-Vorsitzenden Schneemeier, den die Deutsche Presseagentur zitiert, muss nicht unbedingt der Garantiezins sinken, aber Verkürzungen der Laufzeit sind sehr realistisch, um Versicherungen handlungsfähig zu halten. Aus Sicht der Versicherungsmathematiker ist eine Beibehaltung des aktuellen Leitzinses von 1,25 Prozent sinnvoll. Es ist allerdings die Frage, ob sich das zuständige Bundesfinanzministerium an die Empfehlung hält.

Stoll: "Die aktuelle Nachricht ist ein Argument mehr, um Widerrufsmöglichkeiten zu prüfen und Lebensversicherungen nach Möglichkeit rückabwickeln zu lassen." Voraussetzung dafür sind unzulässige Widerrufsbelehrungen in zahlreichen Verträgen, die schon vom Bundesgerichtshof für nicht wirksam erklärt wurden. Versicherungsnahmen haben Anspruch auf eine komplette Rückabwicklung. Stoll rät, Versicherungsunterlagen von einem darauf spezialisierten Anwalt prüfen zu lassen und bei einem Widerspruch nicht nur die Rückerstattung der geleisteten Prämien zu verlangen sondern auch Schadensersatz für entgangene Nutzung des eingesetzten Kapitals.

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