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Lloyd Fonds LF 68 Schiffsportfolio – Wann können Anleger Schadensersatz fordern? Fachanwalt informiert

Umwandlung von Zielfonds des Lloyd Schiffsportfolios in Aktien?

Dem LF 68 Lloyd Schiffsportfolio steht möglicherweise eine weitreichende Veränderung bevor. Die Lloyd Fonds AG unterbreitete Anfang März 2015 den Anleger der Schiffsbeteiligung das Angebot, zwei der vier Schiffsbeteiligungen in Aktien umzutauschen. Die Anleger haben sehr umfangreiche Unterlagen rund um das Einbringungsangebot erhalten. Es handelt sich angesichts des komplexen Angebots um eine alles andere als einfache Entscheidung für die Anleger.

Dass eine solche Umwandlung überhaupt möglich ist, ist darauf zurückzuführen, dass sich die Anleger sich an insgesamt fünf Schifffahrtsunternehmen beteiligten. Da ein Unternehmen flexibel gestaltbar und umwandelbar ist, gehört zu den Grundeigenschaften einer Kapitalgesellschaft. Auch wenn der Schiffsfonds in erster Linie als Kapitalanlage dienen soll, können die Investitionsgüter ausgetauscht werden. Dies geschieht allerdings nur dann, wenn die Investoren - zu welchen auch die Anleger gehören - einen entsprechenden Beschluss fassen.  Ob dieser Austausch tatsächlich durchgeführt wird, hängt also davon ab, ob die Mehrheit der Anleger zustimmt oder sich dagegen entscheidet.Die Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen vertritt und Berät Anleger dieses Fonds.

Insolvenzanmeldung MS Lisa Schulte und MS Maximilian Schulte

Doppelte Insolvenzanmeldung bei dem Schiffsfonds Lloyd Fonds LF 68 Schiffsportfolio: Am 27.02.2012 mussten die Zielfonds MS Lisa Schulte und MS Maximilian Schulte Insolvenz anmelden. Beide Schiffe hatten bereits zuvor mit Problemen zu kämpfen.

Sieben Schiffsbeteiligungen zählt das namensgebende Portfolio des Lloyd Fonds LF 68 Schiffsportfolio. Dass auch diese breite Streuung nicht immer Ausschüttungen für die Anleger ermöglicht, zeigen wiederholte Ausschüttungsausfälle, zuletzt der Ausfall der Ausschüttungen für das Jahr 2011. Und auch das Jahr 2012 meinte es nicht besonders gut mit den Schiffen des Lloyd Fonds LF 68 Schiffsportfolio, wie sich der Ende 2012 erschienen Leistungsbilanz entnehmen lässt.

Bei verschiedenen Fondsschiffen des Lloyd Fonds LF 68 Schiffsportfolio bestehen Schwierigkeiten. Bei den Schiffen MS Natal und MS Nelson ist die Loan-to-value-Klausel verletzt, d. h. das Verhältnis des Werts des Schiffs zum Wert des Kredits ist außerhalb des vom Kreditvertrag geduldeten Rahmens. Der MS Philippa Schulte macht eine „angespannte Liquiditätslage“ zu schaffen. Unter geringen Charterraten und niedrigen Einnahmen haben die Schiffe MS Maria Schulte und MS Maximilian Schulte zu leiden.

Kurz gesagt: Aufgrund dieser Gegebenheiten bei den Schiffsbeteiligungen ist die Ausgangslage für das Jahr 2013 für den Schiffsfonds Lloyd Fonds LF 68 Schiffsportfolio nicht die allerbeste. Welchen Kurs die Schifffahrtsunternehmen – nichts anderes sind die Schiffsbeteiligungen des Dachfonds – künftig einschlagen werden, wird sich zeigen. Dass wirtschaftlicher Erfolg jedoch nicht garantiert ist, dies zeigen bereits die Probleme einiger Beteiligungen des Lloyd Fonds LF 68 Schiffsportfolio im vergangenen Jahr 2013. Über diese und weitere Kennzeichen des Fonds Lloyd Fonds LF 68 Schiffsportfolio mussten Anleger vor der Investition im Rahmen einer anleger- und anlagegerechten Anlageberatung informiert werden.

Was musste eine ordnungsgemäße Anlageberatung leisten?

Eine ordnungsgemäße Anlageberatung muss in zwei Schritten erfolgen. Zunächst müssen die Wünsche und Ziele des Anlegers ermittelt und werden und eine Kapitalanlage ausgewählt werden, die diese Vorgaben berücksichtigt. In einem zweiten Schritt müssen die Berater umfassend über die Kapitalanlage informieren: Wie funktioniert das Anlagemodell und welche Risiken bestehen? Die Berater dürfen also nicht nur die Vorteile und Chancen eines Finanzprodukts anpreisen, sie müssen auch über dessen Risiken aufklären. Schiffsfonds als Unternehmensbeteiligungen sind mit einem diversen Rsiiken behaftet:

  • Totalverlustrisiko, d.h. der Anleger kann seine gesamte Einlage verlieren.
  • Weiche Kosten: viel Geld fließt überhaupt nicht in die Anlage, sondern in den Vertrieb (Provisionen) oder in die Verwaltung des Fonds, so dass dem Fonds nicht das gesamt vom Anleger eingezahlte Kapital zur Verfügung steht.
  • Risiko, dass Ausschüttungen zurückbezahlt werden müssen: in den meisten Fällen sind die Ausschüttungen an die Anleger nicht durch Gewinne gedeckt und stellen die Rückzahlung der Einlage dar, die dann unter bestimmten Voraussetzungen nach § 172 Abs. 4 HGB zurückgefordert werden können.
  • Mangelnde Fungibilität, d.h. die Anteile können nur schwer verkauft werden über den Zweitmarkt und dabei sehr oft nur mit erheblichen Verlusten, was sehr nachteilig ist, wenn das Geld dringend benötigt wird.
  • Steuerliche Bewertungen können sich ändern.
  • Mögliche Nachschusspflichten, wenn dies im Gesellschaftsvertrag geregelt ist.
  • Fremdfinanzierungsrisiko: viele Fonds nehmen hohe Kredite auf, um das Eigenkapital der Anleger zu hebeln. In Krisensituationen sind die Kreditgeber dann bevorzugt zu bedienen, was oft dazu führt, dass die Anleger in der Insolvenz leer ausgehen.
  • Zahlreiche weitere Risiken.

Angesichts solcher Risiken war den Anlegern ein umfassendes und realistisches Bild der Kapitalanlage zu zeichnen, damit sie eine informierte Entscheidung über eine Investition fällen konnten. In diesem Zusammenhang stellt sich auch immer wieder die brisante Frage nach (versäumten) Hinweisen auf Provisionen. Wurde gegen eine Beratungspflicht verstoßen, können die Anleger Schadensersatz wegen falscher Anlageberatung fordern.

Für falsch beratene Anleger des Schiffsfonds Lloyd Fonds LF 68 Schiffsportfolio bestehen gute Chancen, dass sie sich von ihrer Beteiligung an dem Schiffsfonds trennen können und Schadensersatz fordern können. Die Anleger des Lloyd Fonds LF 68 Schiffsportfolio sollten nicht zögern, sich von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten zu lassen. Anleger können so ihre individuellen Chancen ausloten lassen, ob sie Schadensersatzansprüche erfolgreich durchsetzen können.

Weitere Informationen zum Thema Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen befinden sich auf www.schiffsfonds.eu

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