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Bringt Risiken

MPC MS Santa P Schiffe 2, die Yen-Kredite und der Wandel für die Panamax-Schiffe

Die vier Panamax-Containerschiffe MS Santa Pamina, MS Santa Placida, MS Santa Pelagia und MS Santa Petrissa sind die Investitionsobjekte des 2007 aufgelegten Schiffsfonds MPC MS Santa P Schiffe 2. In finanzieller Hinsicht erwiesen sich diese Schiffe für die Anleger der Schiffsbeteiligung MPC MS Santa P Schiffe 2 bislang noch nicht als das „große Los“: Die Ausschüttungen für die Anleger kamen kurze Zeit nach dem Start des Fonds zum Erliegen und auch die Ausschüttungen für das Jahr 2011 entfallen.

Wie sich die wirtschaftliche Situation und die Ausschüttungen zukünftig entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Von besonderem Interesse kann die weitere Kursentwicklung des japanischen Yen sein. Der Schiffsfonds MPC MS Santa P Schiffe 2 nahm einst Yen-Kredite bei einem Kurs von 164 Yen je Euro auf. Seit der Finanzkrise vollzog der Kurs des Yen allerdings einen Höhenflug, und der jetzige Kurs liegt bei ca. 100 Yen je Euro. Da von einem langfristigen Kurs von ca. 140 Yen je Euro ausgegangen wurde, müssen die Schiffe des MPC MS Santa P Schiffe 2 daher erheblich mehr Geld erwirtschaften, um die jährliche Tilgungssumme aufbringen zu können.



Yen-Kredite und Panamakanal können weitere Entwicklung beeinflussen



Eine weitere Herausforderung für den Schiffsfonds MPC MS Santa P Schiffe 2 wird der sich in naher Zukunft verändernde Markt für Panamax-Schiffe sein. Da seit 2007 der Panama-Kanal ausgebaut wird, werden ab ca. 2015 größere Schiffe die wichtige Verbindung zwischen dem Pazifik und dem Atlantik durchqueren können. Bislang konnten nur Schiffe bis zur Größe der Panamax-Klasse den Panama-Kanal passieren – nach dem Kanalausbau werden größere Schiffe den Kanal durchfahren können. Der Markt wird sich wandeln und angesichts der Laufzeit des MPC MS Santa P Schiffe 2 bis ins Jahr 2022 ist es wahrscheinlich, dass diese Entwicklung die Schiffsbeteiligung noch betreffen wird.



Jedoch ist die mögliche Zukunft des Schifffahrtsmarkts derzeit noch ungewiss, aber die Herausforderungen zeichnen sich deutlich ab. Anleger, die sich von ihrer Beteiligung an dem Schiffsfonds lösen möchten, können sich von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht hinsichtlich ihrer Handlungsmöglichkeiten beraten lassen. Ein oft lohnender Ansatzpunkt ist die Überprüfung der Anlageberatung auf Fehler, da Beratungsgespräche oftmals Mängel aufweisen.



Wurde Anlegern die Schiffsbeteiligung MPC MS Santa P Schiffe 2 als sichere Kapitalanlage empfohlen, handelt es sich um eine falsche Empfehlung. Denn Schiffsfonds sind unternehmerische Beteiligungen und somit keine sicheren Kapitalanlagen. Aufgrund der unternehmerischen Natur können auch die Ausschüttungen nicht „garantiert“ werden. Ein weiterer typischer Fehler eines Anlageberatungsgesprächs ist das Versäumnis, die Anleger über Provisionen aufzuklären, die bei der Vermittlung von geschlossenen Schiffsfonds oft und üppig an die Berater flossen.



Anlageberatung musste dem Anleger ein zutreffendes und realistisches Bild von der Kapitalanlage vermitteln



Eine ordnungsgemäße Anlageberatung muss in zwei Schritten erfolgen. Zunächst müssen die Wünsche des Anlegers berücksichtigt werden und eine Kapitalanlage ausgewählt werden, die beispielsweise sicher ist. In einem zweiten Schritt müssen die Berater umfassend über die Kapitalanlage informieren: Wie funktioniert das Anlagemodell und welche Risiken bestehen? Die Berater dürfen also nicht nur die Vorteile und Chancen eines Finanzprodukts anpreisen, sie müssen auch über dessen Risiken aufklären. Schiffsfonds als Unternehmensbeteiligungen sind mit einem Insolvenzrisiko, Totalverlustrisiko und so wie diversen Betriebsrisiken behaftet.



Für Anleger des Schiffsfonds MPC MS Santa P Schiffe 2, die bei ihrem Anlageberatungsgespräch von ihrer Bank – zum Beispiel der Hypo Vereinsbank – oder ihrem Anlageberater falsch beraten wurden, bestehen gute Chancen, dass sie sich von ihrer Schiffsbeteiligung trennen können und Schadensersatz fordern können. Die Anleger des MPC MS Santa P Schiffe 2 sollten daher nicht zögern, sich von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten zu lassen. Anleger können so ihre individuellen Chancen ausloten lassen, ob sie sich von ihrer Schiffsbeteiligung trennen und erfolgreich Schadensersatz fordern können.



Ansprüche können verjähren



Hierbei sollten Anleger allerdings beachten, dass Schadensersatzansprüche wegen falscher Anlageberatung nicht nur die zehnjährige Höchstverjährungsfrist ab dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gibt. Es gibt auch eine kürzere, dreijährige Verjährungsfrist, welche am Ende des Jahres zu laufen beginnt, in welchem ein Anleger Kenntnis von der falschen Anlageberatung hatte. Hierbei können ausfallende Ausschüttungen von Bedeutung sein.



Weitere Informationen:

www.schiffsfonds.eu

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