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ApolloProScreen (Apollo Medienfonds) – Anleger erhalten nur eine Minimalausschüttung, steuerliche Belastung ungewiss!

Dezember 2013 – Fonds fordert 30% der Einlage

Das Schreiben der Apollo ProScreen KG i.L. vom 04.12.2013 dürfte die Adventszeit 2013 für etliche Anleger getrübt haben. Der Filmfonds teilt den Anlegern mit, dass sie ausstehende Einlagen in Höhe von 30% des Kommanditkapitals zurückzahlen müssen. Die Zahlungsaufforderung steht im Zusammenhang mit dem durch die Finanzbehörden geänderten Umsatzsteuerbescheid der Apollo ProScreen KG i.L. für das Jahr 2003.

Die ApolloProScreen GmbH & Co. Filmproduktion KG befindet sich seit dem 31.12.2010 in Liquidation. Das Kommanditkapital beträgt ca. 70 Mio. Euro und wird von 1628 Kommanditisten gehalten. Mit Schreiben vom 1. März 2011 wurden diese über die derzeitige Lage des ApolloProScreen Medienfonds informiert:



Die Darlehen in Höhe von ca. 28 Mio. Euro zzgl. der Zinsen von ca. 4,5 Mio. Euro wurden zurückgeführt und offene Verwaltungskosten wurden bis einschließlich 2010 in Höhe von 2,1 Mio. Euro bezahlt. Weiterhin wurden die durch Schuldübernahme von der WestLB AG gesicherten Lizenzerlöse des ApolloProScreen in Höhe von ca. 48 Mio. Euro von dieser bezahlt, allerdings kommt dieses Geld nicht bei den Anlegern des ApolloProScreen an. Es verbleiben dem ApolloProScreen Medienfonds derzeit noch rund 14 Mio. Euro, die Auszahlungen sollen sich jedoch nach Einbehaltung für die Umsatz- und Gewerbesteuer nur auf 6 % bezogen auf die jeweilige Beteiligung der Anleger des ApolloProScreen belaufen.



Doch hiermit nicht genug: weitere Unsicherheit besteht bezüglich der steuerlichen Behandlung des ApolloProScreen Medienfonds. Es sei nicht klar, ob das Finanzamt für das Beitritts- und Investitionsjahr 2003 die steuerliche Veranlagung noch ändern werde, bislang sei die Betriebsprüfung noch nicht abgeschlossen. Auf Anleger des ApolloProScreen könnten also noch erhebliche Nachzahlungen durch eine Änderung der Besteuerungsgrundlage hinzukommen.



Auch das steuerliche Ergebnis für 2010 wird aufgrund der hohen Zahlungen aus der Schuldübernahme eher eine Belastung für die Anleger des ApolloProScreen Medienfonds darstellen. Bei einem Steuersatz von 42 % liegt die Belastung für die Anleger bei ca. 20 % der Einlage.



Anleger des ApolloProScreen Medienfonds, die bislang noch keine rechtlichen Schritte eingeleitet haben, um ihr eingesetztes Kapital vor weiteren Verlusten zu schützen oder sich auch gänzlich schadlos zu halten, sollten in Betracht ziehen, einen im Kapitalanlagerecht tätigen Rechtsanwalt mit der Überprüfung eventueller Schadensersatzansprüche gegen Anlagevermittler zu beauftragen. Solche Ansprüche entstehen, wenn Anleger bei der Zeichnung durch die Anlageberater nicht ordnungsgemäß über die Risiken der Anlage aufgeklärt wurden. Keinesfalls stellte die Anlage in Medienfonds wie dem ApolloProScreen eine zur Altersvorsorge geeignete Anlagemöglichkeit dar, da diese eine unternehmerische Beteiligung darstellen und auch ein Totalverlustrisiko besteht. Es kann stets nur der Einzelfall geprüft werden, zudem sollte auf eine eventuelle Verjährung der Ansprüche geachtet werden.

 

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