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Invest
Bringt Risiken

Lebensversicherungsfonds – Was können unzufriedene Anleger tun?

Seit rund 10 Jahren gehören Lebensversicherungsfonds zum normalen Repertoire der Kapitalanlagen. Solche Fonds investieren in „gebrauchte“, d. h. bereits existierende Lebensversicherungen. Die Strategie, wie mit solchen Policen Geld zu verdienen ist, hängt davon ab, ob es sich um deutsche, britische oder US-amerikanischen Lebensversicherungen handelt. Denn die Bedingungen und Gepflogenheiten auf dem Versicherungsmarkt unterscheiden sich in diesen Ländern im Detail. Lebensversicherungsfonds, die auf deutschen Policen basieren, investieren bisweilen auch in Rentenversicherungen. Sie erzielten ihr Geld in erster Linie mit Überschussbeteiligungen. In Großbritannien war neben den gezahlten Boni der Handel mit Kapitallebensversicherungspolicen ein bedeutender Faktor. Bei Policen aus den Vereinigten Staaten hingegen verdienen die Fonds ihr Geld nahezu ausschließlich mit Ablaufleistungen.

Doch unabhängig davon, ob in Deutschland, Großbritannien oder den USA investiert wird, die Bilanz seit dem Jahr 2002 fällt geteilt aus: Der Boom der Lebensversicherungsfonds wurde durch die Finanzkrise jäh gestoppt und seitdem ist die Euphorie deutlich verflogen. Denn die Finanzkrise würfelte nicht nur die Aktienmärkte durcheinander, sondern führte auch zu tiefgreifenden Veränderungen bei den Lebensversicherungen. Diese Veränderungen bekamen auch die Anleger zu spüren, da eine Vielzahl von Lebensversicherungsfonds seitdem mit teilweise erheblichen Problemen zu kämpfen hat. Anfang 2012 gerieten Lebensversicherungsfonds wegen des „Todeswetten“-Fonds Kompass Life III der Deutschen Bank ins Kreuzfeuer der Kritik.



Mannigfaltige Probleme als Konsequenz der geänderten Marktbedingungen



Zu den Problemen, mit denen speziell Lebensversicherungsfonds mit deutschen Policen kämpfen, gehören verringerte Überschussbeteiligungen. Fonds, die hiervon betroffen sind, müssen daher auf einen (einkalkulierten) Teil ihrer Einnahmen verzichten. Zu den kriselnden Fonds mit deutschen Policen gehören unter anderem HSC Optivita, König & Cie. Deutsche Leben, MPC Rendite-Fonds Leben plus und MTV Leben Invest I. In Großbritannien erlahmte der Policenhandel. Darüberhinaus kürzten die britischen Versicherungsunternehmen die Schlussboni und senkten die Rückkaufswerte der Policen. Konsequenz für beide Fondsspielarten ist, dass den ursprünglichen Kalkulationen, die oftmals auf „Vorkrisenzahlen“ beruhen und auf stetiges Marktwachstum bauten, die Grundlage entzogen wurde. Hiervon betroffen sind beispielsweise König & Cie. Britische Leben, Lloyd Fonds Britische Kapital Leben und Prorendita. Bei Fonds mit US-amerikanischen Policen verursachen unzutreffende Lebenserwartungsprognose Probleme. Da die Versicherten oft länger als prognostiziert leben, müssen die Lebensversicherungsfonds mehr Geld für Versicherungsbeiträge aufwenden und müssen länger auf die Abschlusszahlungen warten. Beispiele für betroffene Fonds sind Real I. S. Bayernfonds Best Life, BAC Life Trust und Dr. Peters Life Value.



Allein diese kurze Zusammenstellung verdeutlicht, dass Lebensversicherungsfonds nicht nur punktuell in die Bredouille geraten sind. Meist werden die Ausschüttungen für die Anleger reduziert oder sie entfallen vollständig. Auch sind weitergehende Konsequenzen wie Nachschussforderungen oftmals rechtlich möglich. Dies hängt damit zusammen, dass es sich bei Lebensversicherungsfonds um Unternehmen handelt. Doch nicht allen Anlegern war bewusst, dass sie in ein Unternehmen nebst den damit verbunden Risiken investieren. Denn in der Anlageberatung wurden Anleger oftmals nicht hinreichend über die Risiken eines Lebensversicherungsfonds aufgeklärt. Vielmehr sind viele Beratungsgespräche durch Defizite und Fehler gekennzeichnet. Haben Anleger eines Lebensversicherungsfonds das Gefühl, dass sie nach dem Anlagegespräch nicht wirklich Bescheid über ihre Kapitalanlage wussten, sollten sie sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Ein Fachanwalt kann prüfen, welche Möglichkeiten betroffenen Anlegern noch offen stehen.

 

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