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Tankerfonds in Seenot (Schiffsfonds Krise) – Die USA und China wollen in Zukunft deutlich weniger Rohöl importieren!

Schiffsfonds leiden in letzter Zeit deutlich unter der Schifffahrtskrise: schon einige Fonds mussten Insolvenz anmelden, andere erarbeiten Sanierungspläne. Auch die Tankschifffahrtsbranche blieb hiervon nicht verschont, vor allem die Überkapazität an Tankern macht sich hier bemerkbar. Nun berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital in seinem Artikel vom 6.4.2011, dass Tankerfonds vom Untergang bedroht sind, da die USA und China künftig deutlich weniger Rohöl importieren wollen, wovon zehntausende Anleger betroffen wären.

Innerhalb von zehn Jahren will die USA ihr Rohöl-Importvolumen von derzeit 12 Millionen Barrel pro Tag um mindestens ein Drittel verringern. Die USA will sich somit aus der Abhängigkeit von ausländischem Öl befreien, wobei der Großteil der Einsparungen schon bereits in den nächsten Jahren erfolgen soll. Aber auch China, zweitgrößter Nachfrager von Rohöl am Markt, will künftig deutlich weniger Rohöl importieren, dafür aber verstärkt Benzin, Diesel und Kerosin. Diese beiden Schritte zusammen werden wohl die Charterraten für Tanker in der Zukunft erheblich unter Druck bringen. Die Charterraten sind bereits jetzt schon deutlich unter den Durchschnitt der vergangenen Jahre gesunken, weil die Zahl der neuen Tanker sehr viel stärker anstieg als der Kapazitätsbedarf dies erforderte. Einer Studie von Clarkson Research zufolge gaben die Charterraten im Februar 2011 um weitere 29,7 % nach!



Schon allein die sinkenden Charterraten sind für Anleger von Tankerfonds spürbar, da vielerorts keine Ausschüttungen mehr geleistet wurden, da keine Gewinne eingefahren werden konnten. Viele dieser Tankerfonds können nur durch Nachschüsse oder Rückzahlungen von Ausschüttungen am Leben gehalten werden und sind bereits seit geraumer Zeit Sanierungsfälle. Die neuen Pläne Chinas und der USA werden den Tankermarkt aber erheblich verändern: die Kapazitätsnachfrage nach Rohöltankern wird zurückgehen, für Tankerfonds bedeutet dies das neuerliche Sinken der Charterraten, Beschäftigungslosigkeit und demnach Verluste. Nach der jüngsten Clarkson-Prognose zufolge wird die Kapazität der derzeitigen Tankerflotte dieses Jahr durch Neubauten um 6,7 % steigen, wobei das tatsächliche Frachtvolumen aber nur um 2,7 % ansteigen soll. Allein diese Prognose zeigt, wie stark Tankerfonds derzeit unter Druck stehen und wie sich die Lage durch die Pläne der USA und China verschlimmern wird.



Anleger von Tankerfonds sollten diese Entwicklung nicht abwarten und schon jetzt handeln und ihre Ansprüche auf Rückabwicklung der krisengebeutelten Tankerfondsbeteiligungen von einem im Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt überprüfen lassen. Einmal mehr zeigt sich durch diese Entwicklung, dass Tankerfonds/Schiffsfonds riskante unternehmerische Beteiligungen sind, die sich für sicherheitsorientierte Anleger nicht eignen, die Banken aber genau diesen die Anlage in einen solchen Tankerfonds empfohlen haben, ohne auf diese Risiken einzugehen. Wurden Anleger von Tankerfonds also falsch beraten, kann Rückabwicklung von den Anlageberatern verlangt werden. Ebenso liegt eine Falschberatung vor, wenn Anlegern Provisionen, die die Banken von den Fondsinitiatoren erhalten haben, den sogenannten Kick-Backs, verschwiegen wurden.

 

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