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GAF Active Life 1 und GAF Active Life 2 – Anlegerin erhält vor Gericht Recht

Das LG Stuttgart (Urteil vom 21.10.2011, AZ: 12 O 115/11 – Berufung noch möglich) verurteilte erstmals eine Volksbank nach dem Anerkenntnis der Klageforderung durch die Bank zur Zahlung eines vollumfänglichen Schadensersatzes, welcher die Rückzahlung der geleisteten Einlage nebst Zinsen in die GAF Active Life 1 und 2, die Erstattung sämtlicher Anwalts- und Gerichtskosten und den entgangenen Gewinn in Höhe von 4 % p.a. umfasste.

Das LG Stuttgart äußerte hierbei erhebliche Zweifel an der Tragfähigkeit der Konzepte der GAF Active Life 1 und 2, da nur ein sehr geringer Teil der Investitionen in die Anlageobjekte selbst, nämlich US-amerikanische Zweitmarkt-Lebensversicherungspolicen fließen, ein erheblicher Teil aber in sogenannten weichen Kosten aufgeht. Weiterhin wurde die Anlegerin der GAF Active Life 1 und 2 auch nicht ordnungsgemäß über die erhaltenen Provisionen im Sinne der Kick-Back Rechtsprechung des BGH aufgeklärt, welche die Volksbank von der Fondsgesellschaft für die erfolgreiche Vermittlung der Anteile erhalten hat. Vor diesem Hintergrund, erkannte die Volksbank Herrenberg-Rottenburg eG die Klageforderung vollumfänglich an.



Durch die GAF Active Life 1 und 2 sind mehrere tausend Anleger betroffen, die allesamt Anteile an den geschlossenen Lebensversicherungsfonds halten, dessen Konzept nicht wie geplant aufging. Die GAF Active Life 1 und 2 sollten durch den Kauf von US-amerikanischen Lebensversicherungspolicen auf dem Zweitmarkt eine Rendite dadurch machen, dass sie diese bis zum Versicherungsfall halten und bis dahin die Prämienzahlungen weiterleisten, bis sie schließlich die Versicherungssumme ausbezahlt bekommen.



Allerdings waren die Ausschüttungen der GAF Active Life 1 und 2 deutlich geringer als prospektiert oder fielen gänzlich aus, da die Ablaufleistungen der Policen später als geplant fällig wurden, die Prämienzahlungen also über den prospektierten Zeitraum hinaus gezahlt werden mussten. Diesen ungeplanten Kosten standen zu wenige Einnahmen gegenüber. Schließlich fielen aber auch die Ablaufleistungen geringer aus als erwartet, sodass auf Seiten der GAF Active Life 1 und 2 erhebliche Verluste erwirtschaftet wurden.



Geschädigte Anleger der GAF Active Life 1 und 2, die bislang das Umtauschangebot der Volksbank noch nicht angenommen haben (Übernahme der Beteiligung gegen Erstattung von 90 % für den GAF Active Life 1 bzw. 75 % für den GAF Active Life 2 der jeweiligen Nominaleinlage) sollten sich an einen im Kapitalanlagerecht tätigen Rechtsanwalt wenden, da mitunter gute Aussichten auf Erfolg einer Schadensersatzklage bestehen, wie das Urteil des LG Stuttgarts beweist. Kann den Banken eine Falschberatung nachgewiesen werden oder dass sie ihren Aufklärungspflichten bezüglich dem Erhalt von Kick-Backs nicht nachgekommen sind, dann machen sich diese schadensersatzpflichtig. Im besten Fall tragen die Anleger der GAF Active Life 1 und 2 also nicht die Verluste aus dem Geschäft.

 

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