Jedes
Invest
Bringt Risiken

CS Euroreal Anlegerschutz – Handlungsmöglichkeiten für betroffene Anleger

1. Was ist der CS Euroreal?

Der CS Euroreal der Credit Suisse ist ein offener Immobilienfonds, bei welchem es sich um ein Wertpapier im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes handelt. Der CS Euroreal unterfällt als Immobilien-Sondervermögen dem Investmentgesetz, wobei die strenge Regelung des § 66 InvG gilt, in welchem geregelt ist, welche Vermögensgegenstände von dem CS Euroreal erworben werden dürfen. Der Vorteil von offenen Immobilienfonds wie dem CS Euroreal besteht darin, dass Anleger sich schon mit geringen Beträgen an Immobilien beteiligen können, im Gegensatz zu geschlossenen Immobilienfonds, bei denen diese Möglichkeit auch gegeben ist, aber bei diesen das eingezahlte Vermögen für eine gewisse Dauer in das Fondsvermögen angelegt werden muss; bei offenen Immobilienfonds wie dem CS Euroreal hingegen sind Anleger flexibel und können ihre Anteile jederzeit gegen ihr Kapital zurücktauschen. Bei dem CS Euroreal wird die Rendite der Anleger durch die Mieteinnahmen erzielt, wobei das Investitionsobjekt meist Gewerbeimmobilien sind. Der CS Euroreal wird hierbei von einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG) verwaltet, welche im Fall des CS Euroreal die Credit Suisse Asset Management Immobilien Kapitalanlagegesellschaft mbH ist. Die KAG unterliegt in ihrer Tätigkeit der Aufsicht durch die BaFin und wird zusätzlich noch durch eine Depotbank überwacht. Für diese Tätigkeit der KAG werden natürlich Gebühren fällig, die mittels des Ausgabeaufschlags beim Erwerb der Anteile des CS Euroreal anfallen.

 

2. Vertrieb und Beratung der Anleger des CS Euroreal (u.a. Postbank)

Vertrieben wurde der CS Euroreal von Banken (Postbank) und freien Beratern. Bisher haben sich zahlreiche Anleger mit einem Fondsvermögen von derzeit über 6 Mrd. € beteiligt, sodass der CS Euroreal ein absoluter Branchenriese ist. Angepriesen wurde der CS Euroreal während der Beratungsgespräche oft als absolut sichere Anlage, bei der das eingezahlte Kapital sicher angelegt sei und eine garantierte Rendite abwerfen werde. Vergleiche zu Fest- und Tagesgeldkonten waren nicht selten, wobei hinzukam, dass der CS Euroreal als geringe Risikoklasse 1 oder 2 von den Banken eingestuft wurde.



Allerdings waren offene Immobilienfonds in letzter Zeit nicht vom Glück verfolgt, so musste auch der CS Euroreal erstmals im Oktober 2008 seine Tore für die Anleger schließen und die Rücknahme der Anteilscheine aussetzen, da liquide Mittel in erheblichem Umfang abgeflossen waren. Zwar öffnete der CS Euroreal Mitte des Jahres 2009 wieder, allerdings war dies nur für kurze Dauer, da eine erneute Schließung des CS Euroreal bereits im Mai 2010 verkündet wurde. Seither ist der CS Euroreal geschlossen, was bedeutet, dass Anleger nicht an ihr Geld aus dem Fondsvermögen herankommen können und folglich bis längstens Mai 2012 – dann endet die gesetzliche Höchstfrist für eine Schließung offener Immobilienfonds, welche 2 Jahre beträgt – an den CS Euroreal gebunden bleiben. Eine Wiedereröffnung wird von der Fondsgeschäftsführung angestrengt, da aber derzeit bereits 4 offene Immobilienfonds nach der Schließungsphase abgewickelt werden mussten (TMW Immobilien Weltfonds, DEGI Europa, Morgan Stanley P2 Value und KanAm US-Grundinvest) kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob dieses Ziel gelingen wird. Falls es zur Abwicklung des CS Euroreal kommen sollte, sind die Folgen am Beispiel des Morgan Stanley P2 Value und des DEGI Europa zunächst näher zu betrachten.



Der Morgan Stanley P2 Value und der DEGI Europa befinden sich bereits in der Phase der Abwicklung. Aufgrund zu vieler Rückgabewünsche der Anleger und mangels ausreichender Liquidität musste der Morgan Stanley P2 Value 2008 geschlossen werden. Im Folgenden war also für 2 Jahre die Anteilscheinrücknahme zum Schutz der Anleger und des Morgan Stanley P2 Value ausgesetzt, eine Wiedereröffnung sollte im Jahr 2010 erfolgen. Bis zuletzt glaubte man diese auch erreichen zu können, allerdings verfügte der Morgan Stanley P2 Value auch zum Schluss nicht über genügend liquide Mittel, um bei den Rückgabeverlangen alle seine Anleger bedienen zu können, sodass der Morgan Stanley P2 Value abgewickelt werden musste, um seinen Anlegern ein geordnetes Verfahren der Verteilung des Fondsvermögens zu gewährleisten. Im Zuge der Abwicklung müssen die Immobilien des Morgan Stanley P2 Value nun bis 2013 verkauft werden, wobei die Anleger des Morgan Stanley P2 Value über diesen Zeitraum in Tranchen ausbezahlt werden sollen. Auch bei dem DEGI Europa verlaufen die Prozesse der Abwicklung ähnlich: auch dieser musste am Ende seiner Schließungsphase aufgrund zu weniger liquider Mittel seine Abwicklung bekannt geben, wobei die Immobilien nun ebenfalls verkauft werden, um die Anleger aus den Gewinnen in Tranchen ausbezahlen zu können. Wie viel Geld die Anleger des Morgan Stanley P2 Value und des DEGI Europa letztendlich zurückerhalten und wie hoch ihre Verluste sein werden, lässt sich derzeit noch nicht vorhersehen.



Viele Anleger des CS Euroreal sind deswegen von ihren Banken (Postbank) und Berater enttäuscht, da im schlimmsten Fall ein hoher Verlust auf die Anleger zukommen könnte: im Glauben an eine sichere Anlage, wie es ihnen von ihren Beratern angepriesen wurde, legten viele Anleger einen Großteil ihres Vermögens in den CS Euroreal ein. Mit der Weltwirtschaftskrise und der daraus folgenden Krise offener Immobilienfonds zeigte sich jedoch, dass sich dies nicht bewahrheitete und Anleger nun um ihr Geld bangen müssen, gerade wenn man bedenkt, dass derzeit 4 Fonds abgewickelt werden (TMW Immobilien Weltfonds, DEGI Europa, Morgan Stanley P2 Value und KanAm US-Grundinvest) und weitere Immobilienfonds derzeit geschlossen sind (Axa Immoselect, SEB ImmoInvest, KanAm Grundinvest und der Dachfonds DB Immoflex und Allianz Premium Management Immobilien Anlagen).





3. Wiedereröffnung oder Abwicklung?

In der derzeit schwierigen Marktlage für offene Immobilienfonds kann die Beantwortung dieser Frage nur mittels einer Prognose gewagt werden: Die Ratingagentur Scope hat kürzlich offene Immobilienfonds neu bewertet, wobei sehr viele Immobilienfonds abgewertet wurden. Der CS Euroreal kommt auf eine Ratingnote von B, was einer mäßigen Investmentqualität entspricht. Dem CS Euroreal wurden mit dem KanAm Grundinvest die besten Chancen einer Wiedereröffnung eingeräumt, da beide Fonds über ein gutes Portfolio mit jungen Gebäuden und einer ausgewogenen Nutzerstruktur verfügen.



Eine Abwicklung ist also bislang eher unwahrscheinlich, auch wenn der Nicht-Eintritt eines solchen Szenarios nie mit Sicherheit vorhergesagt werden kann.





4. Rechtliche Möglichkeiten bei einer Falschberatung

Enttäuschte Anleger, die nicht länger an den CS Euroreal gebunden bleiben wollen, haben verschiedene rechtliche Möglichkeiten, die im Folgenden näher erläutert werden. „Viele Anleger, die von uns vertreten werden, wurden von ihren Banken und Beratern nicht ordnungsgemäß über die Risiken des CS Euroreal aufgeklärt. Oft wurde die Anlage an dem CS Euroreal als bestens geeignet zur Altersvorsorge empfohlen, da sie sehr sicher sei; die Risiken wurden ihnen aber verschwiegen“, so teilt der im Kapitalanlagerecht spezialisierte Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll von der Anlegerschutzkanzlei Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mit, der bereits hunderte geschädigte Anleger offener Immobilienfonds vertritt. Verluste müssen aber nicht hingenommen werden, da Anleger des CS Euroreal bei einer fehlerhaften Anlageberatung Schadensersatzansprüche gegen ihre Banken und Berater geltend machen können. Wurden Anleger nicht anlage- und anlegergerecht über die Risiken des CS Euroreal aufgeklärt, so stellt dies eine Falschberatung dar. Oftmals war Anlegern die Möglichkeit der Fonds nicht bewusst, für einen längeren Zeitraum zu schließen, sodass das Geld aus dem Fondsvermögen nicht zurückgeholt werden kann. Auch im Hinblick darauf, dass die Krise wegen der im Jahr 2007 beginnenden Immobilienkrise in den USA absehbar war, hätten Anleger umfassender über die damalige Marktlage informiert werden müssen.



Neben dieser fehlerhaften Risikoaufklärung stehen Anlegern des CS Euroreal auch dann Schadensersatzansprüche gegen ihre Berater zu, wenn ihnen Kick-Backs – Rückvergütungen, die sie für die Vermittlung des CS Euroreal erhalten haben – verschwiegen wurden.





5. Außergerichtliche Vergleiche, Ombudsmannverfahren, Klage?

Anleger des CS Euroreal haben die Möglichkeit durch außergerichtliche Vergleiche mit ihren beratenden Banken einen Großteil ihres Vermögens zurück zu erlangen. Die Anlegerschutzkanzlei Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH konnte hierbei schon Einigungen erzielen.



Sollte eine Klage eingeleitet werden, so ist auf vollen Schadensersatz zu klagen, sodass im Erfolgsfall das gesamte Kapital abzüglich der erhaltenen Ausschüttungen zurückerhalten werden kann. Die Aussichten auf Erfolg einer solchen Klage stehen, wie bereits oben geschildert wurde, gut, allerdings muss immer der Einzelfall überprüft werden, da eine Sammelklage, anders als in den USA, in Deutschland nicht möglich ist.



Für nicht rechtsschutzversicherte Anleger bietet sich zur Hemmung der Verjährung auch die Einleitung eines Ombudsmannverfahren an. Anleger sollten sich über diese Möglichkeit bei einem im Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen.





6. Verjährung

Ansprüche auf Schadensersatz verjähren nach § 37a WpHG in drei Jahren ab dem Erwerb der Anteile des CS Euroreal, wenn diese bis zum Jahr 2009 erworben wurden. Allerdings können Ansprüche im Einzelfall auch noch nach dem Verstreichenlassen dieser Frist geltend gemacht werden, so z.B. wenn Anleger des CS Euroreal nicht über Kick-Backs aufgeklärt wurden. Demnach können Ansprüche auch noch nach 3 Jahren ab dem Erwerb der Anteile mit Erfolg durchgesetzt werden. Geschädigte Anleger des CS Euroreal sollten allerdings nicht länger abwarten sondern handeln und einen im Kapitalanlagerecht spezialisierten Anwalt mit der Überprüfung ihrer Ansprüche beauftragen.





7. Unser Angebot

Nehmen Sie als Anleger unser Erstberatungsangebot für € 50.- in Anspruch. Sie erhalten dadurch eine fundierte Aussage von Experten über ihre rechtlichen Möglichkeiten einem Verlust zu entgehen.

 

 

 

 

 

 

Diese News gehört zu diesem Fall

Bank- & Kapitalmarktrecht

CS Euroreal Abwicklung - Was Anleger tun können

Am Ende der 20-jährigen Geschichte des CS Euroreal steht die Auflösung des offenen Immobilienfonds. Im Jahr 1992 startete die Credit Suisse (CS) den offenen Immobilienfonds. Im Mai 2012 mussten die...Weiterlesen

Haben Sie Interesse an einer kostenlosen Erstberatung? Kontaktieren Sie uns: