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Zinsswap (Zins Swaps, Spread Ladder Swap)

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Swaps im Allgemeinen sind Tauschgeschäfte, die in ihrer Grundform der Risikoabsicherung, also zur Sicherung gegen Schwankungen im Zinssatz, dienen oder um mit ihnen Spekulationsgeschäfte zu führen. Zinsswaps (auch Zinswette genannt) sind hierbei Zinsderivate, wobei zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt Zinszahlungen auf festgelegte Nennbeträge auszutauschen sind, was von den zwei Vertragspartnern zuvor vereinbart wurde. Die häufigste Form des Zinsswap ist der „Vanilla“-Swap, bei dem die eine Partei einen fixierten Festzinssatz zahlt, während die andere Partei einen variablen Zinssatz leisten muss und diese Positionen getauscht werden. Hierbei orientiert sich der variable Zinssatz an den üblichen Referenzzinssätzen des Bankengeschäfts wie zum Beispiel dem EURIBOR (European Interbanking Offering Rate).

Um die Funktionsweise von Zinsswaps besser verstehen zu können, soll zunächst ein einfaches Beispiel gebildet werden:

Die A-AG hat variabel verzinsliche Anleihen über 10 Mio. Euro ausgegeben, für die sie während der Laufzeit von 2010 bis 2020 jeweils jeden Monat Zinsen von 1,5 % über dem EURIBOR bezahlen muss. Hierbei rechnet die A-AG mit steigenden Zinsen. Da sie dieses Risiko nicht tragen möchte, will sie sich mit einem Zinsswap absichern. Die B-Bank hat auf geliehene 10 Mio. Euro bis zum Jahr 2020 feste Zinsen von 8 % p.a. zu bezahlen und da sie mit fallenden Zinsen rechnet, tauscht sie diese mittels Zinsswap gegen die Zinsen der A-AG. Nun zahlt die A-AG die festen Zinsen der B-Bank und andersherum, wobei natürlich im Ergebnis nur der Saldo, also die Differenz zwischen beiden Zinszahlungen, das Netting, gezahlt wird.

Es ist hier also zu erkennen, dass Zinsswaps over the counter Geschäfte sind, die nicht normiert sind, sondern von den Vertragsparteien individuell ausgehandelt werden (hierbei wird aber regelmäßig auf die Definitionen der International Swaps and Derivatives Association Bezug genommen). Die beiden Parteien des Zinsswaps können wie folgt unterschieden werden: für die Vertragspartei, die den festen Zinssatz zu zahlen hat wird der Swap Payer-Swap genannt, für die Partei, die den festen Zinssatz erhält und also gegen den variablen tauscht, wird der Swap Receiver-Swap genannt.

Es gibt zudem eine Reihe von unterschiedlich ausgestalteten Zinsswaps. Der „Vanilla“-Swap wurde oben schon als die häufigste Zinsswap-Art dargestellt, daneben gibt es den währungsreinen Zinsswap, bei dem sich die Zinssätze auf die gleiche Währung beziehen, Zinsswaps wo auf beiden Seiten variable Zinssätze getauscht werden und viele mehr.

Zinsswaps gehen aber nicht ohne Risiken einher, wobei im Wesentlichen zwei zu nennen sind: das Zinssatzrisiko und das Kreditrisiko, was auch als Gegenpartei-Risiko bezeichnet wird. Das Zinssatzrisiko von Zinsswaps bedeutet, dass sich die Zinssätze nicht in die gewünschte Richtung der Parteien bewegen und stattdessen Verluste erwirtschaftet werden statt Absicherung zu betreiben. Das Kreditrisiko hingegen bezeichnet das Risiko des Ausfalls der Gegenpartei. Dies ist allerdings beschränkt, da die Bonität der Banken meist sehr gut ist und der Differenzempfänger außerdem nur auf die Differenz der Zinsswaps haftet.

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Dr. Ralf Stoll

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

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