Jedes
Invest
Bringt Risiken

Faktorzertifikate

Faktorzertifikate ermöglichen Anlegern, ihre gezielte Marktmeinung über eine einzelne Aktie im Rahmen eines zeitlich unbegrenzten Zertifikats umzusetzen.

Ein Faktorzertifikat stellt ein individuelles Zertifikat dar, das anhand der Markteinschätzung des Anlegers ausgestaltet wird. Soll auf steigende Märkte gesetzt werden, wird der Faktor „long“ gewählt, bei fallenden dagegen „short“. Hinzu kommt die Möglichkeit einen Hebel zwischen 1 und 3 zu wählen.

Bei einem „Faktor Triple Long Zertifikat“ wird beispielsweise auf steigende Kurse gesetzt, wobei durch den Hebel 3 Anleger an der Bewegung der Aktie überproportional – nämlich dreifach – partizipieren. Steigt der Kurs, dann auch der Wert des Faktorzertifikats und zwar circa um den gewählten Hebel. Bei einem Short Zertifikat verhält es sich umgekehrt: Kursverluste führen hier zu einer Wertsteigerung des Faktorzertifikats um den gewählten Faktor, Kursgewinne dagegen zu Verlusten.



Aufbau des Index

Betrachtet man den Aufbau der Indizes, tritt bei Shortindizes neben die Hebel- eine Zinskomponente, bei Longindizes kommt eine Finanzierungskomponente hinzu. Der Wert eines Short-Index kann sich damit um Zinserlöse erhöhen, sofern diese die Kosten einer Rückkaufsvereinbarung und der Indexgebühren übersteigen. Bei einem Long-Index führt die Finanzierungskomponente zu einer Wertminderung, da die Aktie kreditfinanziert wird. Neben diese Finanzierungskosten treten die Kosten des Emittenten und die Indexgebühren.



Schutzmechanismus

Da nicht nur Kursgewinne (bzw. bei Short-Zertifikaten: Kursverluste) mit dem entsprechenden Hebel multipliziert werden, sondern auch Kursverluste (bzw. Kursgewinne), besteht bereits bei einem Tagesverlust (bzw. –gewinn) des Basiswerts von 50 Prozent bei einem „Faktor Double Long Zertifikat“ ein Totalverlust. Wurde der Faktor 3 gewählt, ist das Risiko eines Totalverlusts entsprechend höher.



Um dieses Risiko zu mindern, greift ein Schutzmechanismus: Bereits ab einer Tagesperformance von plus bzw. minus 30% findet eine untertägige Anpassung des Index statt. Es wird ein neuer Tag simuliert, indem die Messung der Tagesperformance anhand des um 30% gefallenen (bzw. gestiegenen) Kurses gemessen wird. Fällt (bzw. steigt) der Kurs dann weiter, wird der prozentuale Rückgang damit abgeschwächt. Erholt sich der Kurs an diesem Tag dagegen, kann sich der Schutzmechanismus auch gegen den Anleger wenden, denn die Kurssteigung vollzieht sich entsprechend gedämpft.



Risiken

Erwerber von Faktorzertifikaten tragen das Risiko eines Aktieninvestments entsprechend des gewählten Hebels, auch ein Totalverlust kann trotz des Schutzmechanismus eintreten. Hinzu tritt das Emittentenrisiko, das Zertifikaten als Inhaberschuldverschreibungen inhärent ist.



Handlungsmöglichkeiten für Anleger

Anleger von Bonuszertifikaten haben teilweise erhebliche Risiken bei der Anlage. Es besteht das Risiko eines Totalverlusts, was z.B. bei Lehman Zertifikaten nahezu eingetreten ist. Anleger müssen genau über die Funktionsweise und die Risiken aufgeklärt werden. Ist dies nicht geschehen, schuldet eine Bank Schadensersatz. Anleger sollten sich bei Verlusten an einen Rechtsanwalt im Anlagerecht wenden und sich beraten lassen.

 

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