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Steilmann Anleihen

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Der Modekonzern Steilmann befindet sich in einer Krise. Die Steilmann SE teilte am 23.04.2016 mit, dass die Sanierungsbemühungen nicht zum Ziel geführt hätten und dass deshalb ein Insolvenzantrag gestellt werde. Kurz vor Ostern 2016 veröffentlichte der Vorstand der Holding einige knappe Zeilen: Die Steilmann Holding AG sei zahlungsunfähig und werde einen Insolvenzantrag stellen. Für die Inhaber der verschiedenen Anleihen stellt sich nun die Frage, was auf die zukommt und welche Rechte sie geltend machen können.

Insolvenzantrag

Die Zahlungsunfähigkeit der Steilmann SE betrifft deren Aktionäre. Die Anleihen-Anleger sind „nur“ mittelbar von den beiden Insolvenzanträgen betroffen. Die drei Anleihen wurden nicht von den jetzt zahlungsunfähigen Steilmann Holding AG und Steilmann SE, sondern von der Steilmann-Boecker Fashion Point GmbH & Co. KG (heute: STB Fashion Holding GmbH) auf den Markt gebracht. Die Anleihenherausgeberin gehört der Steilmann Holding AG allerdings indirekt zu 100%.

Die Anleihen sind also nicht Teil eines vorläufigen Insolvenzverfahrens und die Anleihengläubiger sind nicht direkt davon betroffen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen können für die Anleger dennoch spürbar sein. Daher stellt sich für die Anleiheninhaber trotzdem die Frage, wie es um die zukünftigen Zinszahlungen und ggf. auch um die Rückzahlungen in den Jahren 2017 und 2018 bestellt ist. Aktuell liegen jedoch noch nicht genug Informationen vor, um beurteilen zu können, ob und welche Konsequenzen die Zahlungsunfähigkeit der Holding-AG für die Anleihen haben könnten.

Prospekthaftungsansprüche

Allerdings zieht die Mitteilung von der Zahlungsunfähigkeit der Steilmann Holding AG eine andere Frage nach sich: Ist dies die Folge einer kurzfristigen Entwicklung oder ist dies der Schlusspunkt einer langfristigeren Entwicklung? Immerhin hatte der Konzern bei der Emission der beiden jüngeren Anleihen im Jahr 2015 noch ein positives Zukunftsbild gezeichnet. Haben die Prospekte der Anleihen damals tatsächlich ein zutreffendes Bild von der finanziellen Lage des Konzerns gezeichnet? Wenn dies nicht der Fall sein sollte, dann stehen Schadensersatzansprüche der Anleger wegen Prospekthaftung im Raum.

Ein Unternehmen, das Wertpapiere an den Markt bringt, muss in den Wertpapierverkaufsprospekten ein zutreffendes und richtiges Bild des Unternehmens und des Wertpapiers wiedergeben. Wenn sich wesentliche Aspekte nachträglich verändern, dann muss das Unternehmen dies ggf. in einem Prospektnachtrag öffentlich machen.

Übertragen auf den Fall Steilmann-Anleihen bedeutet dies, dass geprüft werden muss, ob die Informationen in den Prospekten damals tatsächlich richtig war. Weiterhin muss geprüft werden, ob es ggf. später zu so gravierenden Veränderungen in den Finanzen der Steilmann-Konzern gekommen ist, dass einen Prospektnachtrag hätte veröffentlichen müssen.

Verjährung

Bei Ansprüchen wegen möglicher Prospektfehler stellt sich auch immer die Frage nach der Verjährung. Im Gesetz sind gerade bei börsengehandelten Papieren sehr knappe Fristen vorgesehen.

Im Wertpapierprospektgesetz ist geregelt, dass die Haftung nach diesem Gesetz nur Erwerbe innerhalb der ersten sechs Monate nach der Markteinführung erfasst. Weiterhin muss beachtet werden, dass entstandene Ansprüche innerhalb von drei Jahren verjähren. Allerdings ist bei der Verjährung von Prospekthaftungsansprüchen auch zu beachten, dass es auch noch andere, konkurrierende Grundlagen für Prospekthaftungsansprüche gibt.

Im Fall Steilmann sind die relevanten Fristen bei den beiden Anleihen aus den Jahren 2014 bzw. 2015 derzeit wohl noch nicht abgelaufen. Bei der Anleihe aus dem Jahr 2012 muss die Verjährung wegen der bereits angesprochenen konkurrierenden Grundlagen (und den damit zusammenhängenden Fristen) detailliert geprüft werden.

Die Anleihen

Vom Modekonzern Steilmann wurden folgende Anleihen herausgegeben:

  • 6,75% Anleihe 2012 – 2017 (ISIN: DE000A1PGWZ2; WKN: A1PGWZ)
  • 7,00% Anleihe 2014 – 2018 (ISIN: DE000A12UAE0; WKN: A12UAE)
  • 7,00% Anleihe 2015 – 2017 (ISIN: DE000A14J4G3; WKN: A14J4G)

Die Steilmannanleihen gehören zu den sogenannten Mittelstandsanleihen.

Mehr Informationen rund um das Thema Anleihen befinden sich hier in unserem Lexikon.

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Dr. Ralf Stoll

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Christian Grotz

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