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Medienfonds / Filmfonds

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Medienfonds und Filmfonds sind geschlossene Fonds, die mithilfe von Anlegergeldern Kino- und Fernsehproduktionen finanzieren. Der Anleger beteiligt sich an einer Gesellschaft, meist an einer GmbH & Co. KG, und ist deshalb am Gewinn (Einspielergebnisse der Films) dieses Unternehmens entsprechend seinem Anteil beteiligt. Gleichzeitig trägt er aber auch die typischen Risiken, die ein gewerbliches Unternehmen mit sich bringt.

Funktionsweise von Medienfonds oder Filmfonds?

Spätestens seit dem Jahr 2000 wurden Medienfonds und Filmfonds in Deutschland immer beliebter. Insbesondere aus steuerlichen Gründen haben Anlageberater und Banken meist vermögenden Personen die Investition empfohlen. Anleger mussten meist nur einen Teil der Einlage erbringen (z.B. lediglich 50%), der restliche Teil wurde gestundet. Steuerlich konnten dann aber die vollen 100% der Einlage aufgrund der Unternehmereigenschaft der Medienfonds und Filmfonds sofort im Jahr der Einzahlung abgesetzt werden. Im Spitzensteuersatz erhielten die Anleger dann ca. 50% der Gesamteinlage von 100% zurück und erhielten somit den eingezahlten Betrag voll zurück. Anleger hatten daher praktisch keinen Geldbetrag einbezahlt und hofften auf die Gewinne, die die Medienfonds und Filmfonds erwirtschaften sollten. Diese Gewinne sollten durch Garantien und Schuldübernahmen namhafter Banken gesichert sein. Traumhafte Vorstellungen für die Anleger: keine Einzahlung leisten, Steuern sparen, gesicherte Einnahmen durch eine Bank und schlussendlich hohe und sichere Gewinne. Leider haben sich diese Versprechungen der Anlageberater und Banken nicht bewahrheitet. Die Medienfonds und Filmfonds sind für Anleger zu Verlustgeschäften geworden. In den USA wurde bereits seit langem von „stupid german money“ gesprochen.

Die steuerliche Problematik

Seit 2001 mit dem Erlass des Medienerlasses durch das Bundesministerium für Finanzen änderte und erschwerte sich die Geltendmachung der Steuervorteile. Mit einem weiteren Medienerlass von 2005 konnten die Verluste nur noch mit Verlusten von gleichartigen Fonds verrechnet werden. Medienfonds und Filmfonds sind seitdem als Steuersparmodell uninteressant. Die Bayerische Finanzverwaltung hielt zudem die sofortige steuerliche Geltendmachung der Einlage unzulässig, wenn Garantien von Banken die Einnahmen sichern wollen (insbesondere Medienfonds mit Defeasance-Struktur). Dann sind weder die Medienfonds und Filmfonds noch die Anleger Unternehmer im Sinne des Einkommenssteuerrechts. Die Garantien sind als Forderungen gegen die Bank als Aktivposten in der Bilanz zu aktivieren, was dazu führt, dass die hohe Anfangsverluste des Filmfonds neutralisiert werden. Dies wirkt sich dann auch auf die steuerliche Absetzbarkeit des Anlegers des jeweiligen Medienfonds aus. Die eingezahlten Beträge müssen dann über Jahre abgeschrieben werden, was zu Steuernachzahlungen für die Vergangenheit führt. Auf die Anleger kamen und kommen hohe Steuernachforderungen des Fiskus zu.

Maßgebend ist auch, ob der Medienfonds als Hersteller eines Films anzusehen ist. Die Anleger finanzieren die Produktion und werden am Einspielergebnis beteiligt. Im Sinne des Einkommensteuerrechts gilt dies als gewerbliche Tätigkeit. Die Anfangsverluste können aber nur dann sofort voll geltend gemacht werden, wenn der Medienfonds Hersteller des Films ist. Da der Filmfonds selbst keine Produktion betreibt, sondern diese von einer Produktionsfirma durchführen lässt und dann wieder die Rechte erwirbt, ist die Herstellereigenschaft oft schwer zu ermitteln. Der Medienfonds kann auch lediglich Erwerber des Films sein. Diese Rechtsfrage ist schwer zu beantworten und bedarf Fachkundiger Ermittlung. Ist der Medienfonds lediglich Erwerber des Films, können die Anfangsverluste nicht sofort als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, sondern sind linear über 50 Jahre abzuschreiben. Damit wäre der versprochene Steuervorteil für die Anleger zunichte gemacht.

Weitere Risiken und Nachteile von Medienfonds und Filmfonds

Die Steuernachzahlungen sind jedoch nicht der einzige Nachteil, die die Medienfonds und Filmfonds mit sich bringen. Die Garantien und Schuldübernahmen, mit denen gelockt wurde, garantieren in Wirklichkeit nicht die Rendite für den Anleger (die Erfahrung zeigt, dass Anlegern dies bis heute nicht bewusst ist). Viele Anleger haben auch nur einen Teil ihrer Einlage erbringen müssen, wurden aber mit dem vollen Betrag in das Handelsregister eingetragen. Das Handelsgesetzbuch sieht vor, dass der Anleger persönlich mit seinem Vermögen bis zu dem vollen Betrag haftet. Insbesondere dann, wenn der Fonds nicht mehr liquide ist oder ein Insolvenzverwalter das Ruder übernehmen muss, kommen auf die Anleger Nachschusspflichten zu. Sie müssen die restliche Einlage sofort bezahlen. Da sich der Fonds dann aber meist schon in finanziellen Schwierigkeiten befindet, wird auch dieses Geld verloren sein. Anleger haben dann nicht nur Steuern nachbezahlt, sondern auch noch hohe Summen in den Sand gesetzt. Dann ist aus dem Traum von hohen Renditen ein Alptraum geworden, der die Altersvorsorge oder gar die Existenz gefährden kann.

Was Anleger tun können

Wir sind der Ansicht, dass Medienfonds und Filmfonds für Privatanleger nicht geeignet sind, zumindest nicht für solche, die eher eine konservative Strategie verfolgen. Vielen Anlegern ist dies nicht bewusst. Sie wurden von den Banken und den Anlageberatern über die Risiken in vielen Fällen nicht aufgeklärt, sondern sogar mit den Steuervorteilen und den Garantien namhafter Banken gelockt. Das bestehende Totalverlustrisiko wurde hingegen nicht erwähnt oder verharmlost.

Geschädigte Anleger stehen aber nicht rechtlos dar. Da spätestens seit 2001 eine gefestigte Praxis der Finanzverwaltung besteht, können sich gegen Anlageberater oder Fondsinitiatoren Schadensersatzansprüche ergeben. Der Bundesgerichtshof an in einer Vielzahl von Urteilen klare Regeln für die Anlageberatung aufgestellt, die auch bei der Empfehlung von Medienfonds und Filmfonds berücksichtigt werden müssen. Für die Altersvorsorge oder als Steuersparmodell eignen sich die Fonds nicht. Außerdem ist über das Totalverlustrisiko aufzuklären. Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass man sich an einem Unternehmen beteiligt mit den entsprechenden Risiken. Banken und Anlageberater haben den Anlegern in vielen Fällen verschwiegen, dass sie Provisionen und Rückvergütungen von teilweise über 20% erhalten haben. Über Kick-Backs muss nach der aktuellen Rechtsprechung des BGH ebenfalls aufgeklärt werden. Auch die Garantien und Schuldübernahmen der Banken wurden vielfach als maßgebendes Argument für die Sicherheit der Medienfonds und Filmfonds herangezogen. Verschwiegen wurde dabei, dass nur die Einnahmen garantiert sind. Die Ausgaben, die insbesondere durch hohe Provisionszahlungen gefordert wurden, können dennoch höher sein, was zu einem Verlust führt. Auch darüber hätten die Anleger aufgeklärt werden müssen. Klagen gegen die Anlageberater können erfolgversprechend sein, wobei Anleger rechtzeitig eine Klage erheben sollten, um die Verjährung zu hemmen. Uns liegen zahlreiche Landgericht, Oberlandesgericht Urteile vor, die als sehr positiv für die Anleger von Medienfonds und Filmfonds anzusehen sind. Auch der BGH hat hier bereits entschieden.

Schadensersatz

Den wenigsten Anlegern waren diese Gefahren der Medienfonds und Filmfonds nicht bewusst. Anlageberater und Banken haften den Kunden auf Schadensersatz. Sie werden so gestellt, wie sie stehen würden, wenn sie die Anlage nicht abgeschlossen hätten. Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Anleger nicht zu einem Rechtsanwalt gehen und nicht klagen, weil sie Angst haben, die Steuervorteile nachträglich zu verlieren und dadurch noch höhere Verluste zu machen. Diese Angst ist aber unbegründet. Die Anlageberater und Banken müssen den Anleger von allen Ansprüchen freistellen, auch von Steuerschäden. Anleger kommen ohne finanziellen Schaden aus den Medienfonds und Filmfonds heraus und erhalten für die Vergangenheit sogar noch eine Verzinsung des eingezahlten Betrages von 2-5% (man kann also sogar Gewinn machen!). Man sollte sich deshalb in jedem Fall von einem spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen und nicht zögern, da die Ansprüche verjähren können. Es konnten bereits zahlreiche Urteile gegen Banken und Berater die Medienfonds vertrieben haben erstritten werden.

Wie wir Ihnen helfen können

Wir haben Erfahrungen und Kenntnisse hinsichtlich verschiedener Medienfonds, vom Apollo Medienfonds über ALCAS, Cinerenta, N1 Filmfonds, KGAL, Hannover Leasing, LHI, Victory Medienfonds, Mediastream von Ideenkapital bis zum VIP Medienfonds. Wir sind dabei nicht nur in der Lage Ihre Anlage in rechtlicher Hinsicht zu beurteilen, sondern können anders als viele andere Anlegerkanzleien auf die Erfahrung und das Wissen alteingesessener Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zurück greifen, die gemeinsam mit den Rechtsanwälten die bei Medienfonds so wichtigen steuerlichen Fragestellungen beantworten. Durch dieses Zusammenspiel ist eine herausragende Beratung und Vertretung, auf die wir höchsten Wert legen, garantiert.

Informationen zu einzelnen Medienfonds und Filmfonds
Filmfonds wurden sehr zahlreich aufgelegt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit haben wir nachfolgend eine Liste verschiedener Medienfonds aufgeführt (durch Anklicken gelangen Sie zu Einzelheiten der Fonds):

Ihre Berater zu diesem Thema

Dr. Ralf Stoll

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Daniela Niemann

Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht, Mediatorin

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Apollo Medienfonds (Apollo Media, Apollo Proscreen, Apollo Promovie – Verjährung droht!

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