13.06.2016

MCT Hotelfonds Südafrika 3 – Klage gegen Postbank möglich

Der Südafrika 3 Hotelfonds der MCT Treuhand GmbH investierte in ein im Herzen von Kapstadt geplantes Vier-Sterne Hotel mit 105 Zimmer, welches nun aber nicht fertiggestellt werden kann, da der südafrikanische Projektentwickler Queensgate insolvent geworden ist. Der Südafrika 3 Hotelfonds der MCT sollte hierbei das Eigenkapital für den Ankauf des Hotels liefern, was ca. 10 Mio. Euro betrug. Hiervon wurden aber nur ca. 2,5 Mio. Euro durch den Südafrika 3 Fonds aufgebracht, wobei der Projektpartner Queensgate den Rest aufbringen sollte, was, wegen den Liquiditätsnöten, allerdings nicht erfolgt sei.

Vielmehr habe der Südafrika 3 Hotelfonds eine Anzahlung von ca. 2 Mio. Euro geleistet, welche aber nun verschwunden sei. Der Geschäftsführer der MCT sagte, dass man davon ausgehe, dass Queensgate das Geld veruntreut hat.

Der Südafrika 3 der MCT wurde hierbei hauptsächlich von der Postbank vermittelt. Als bekannt wurde, dass der Projektentwickler Queensgate in Schieflage geraten war, wurde der Vertrieb des Fonds Südafrika 3 im Februar 2010 durch die Postbank eingestellt. Zu diesem Zeitpunkt waren aber schon rund 150 vermögende Anleger an dem Südafrika 3 der MCT beteiligt. Allerdings stellte sich schon Monate zuvor, nämlich Mitte Dezember 2009 heraus, dass die Eigentumsrechte an dem Hotelprojekt nicht geklärt waren und das südafrikanische Projektentwicklungsunternehmen in Zahlungsschwierigkeiten steckte. Der Vertrieb des Südafrika 3 der MCT hätte also schon zu diesem Zeitpunkt durch die Postbank eingestellt werden müssen.
Aus diesem Grunde sollten Anleger des Südafrika 3 eine Klage gegen die Postbank auf Schadensersatz wegen Verletzung ihrer Aufklärungs- und Informationspflichten erwägen. Die Kunden wurden damals vor allem damit geködert, dass die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft wohl zu einem Boom in der südafrikanischen Tourismusbranche führen würde. Ausdrücklich hingewiesen wurden auch auf die prognostizierten hohen Ausschüttungen bis hin zu 15 % im zehnten Jahr.

Dabei wurden allerdings die Risiken des Geschäfts völlig unter den Tisch gekehrt. Viele Anleger wussten nicht, dass sie sich bei dem Südafrika 3 der MCT als geschlossener Immobilienfonds um eine unternehmerische Beteiligung handelt, bei der es unter Umständen sogar zu einem Totalverlust ihrer Einlage kommen kann. Dass die Postbank die wichtigsten Risiken bei ihrer Beratung verschwiegen hat, verwundert insofern nicht, als dass sie nach eigenen Angaben 15 % Provision für den Vertrieb des Immobilienfonds Südafrika 3 von der MCT erhalten hat.

Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll von der Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH sieht gute Chancen für Anleger ihre Schadensersatzansprüche gegen die Postbank mit Erfolg geltend zu machen und ohne größere Verluste von der Anlage loszukommen. Das Produkt Südafrika 3 der MCT sei auch oft als zur Altersvorsorge geeignet angeboten worden, was aufgrund der bereits erwähnten Risiken keineswegs der Fall ist.