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Libor-Manipulation und Deutsche Bank

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Der nächste große Skandal der Banken ist da: Die Hinweise, dass 18 große Banken den Libor manipuliert haben sollen, verdichten sich. Die Absprachen zwischen Geldmarkthändlern der Großbanken sollen ersten Schätzungen zufolge weltweit für Milliardenschäden gesorgt haben, wobei das tatsächliche Ausmaß der Schäden nach wie vor unklar ist. Zu den Banken, gegen die in diesem Zusammenhang ermittelt wird zählen unter anderem die Deutsche Bank, die Citi Bank und die UBS. Doch damit noch nicht genug, es gibt mittlerweile auch Vermutungen, dass der Euribor ebenfalls von Manipulationen betroffen sein könnte.

Der Libor (London Interbank Offered Rate) ist ein Referenzzinssatz, auf dem viele verschiedene Finanzprodukte basieren, zum Beispiel Kredite mit variablen Zinsen, Derivate, Swaps und Bonus-Zertifikate. Der Libor wird täglich neu ermittelt, indem 18 Banken schätzen, zu welchen Zinskonditionen sie sich bei anderen Banken Geld leihen können. Aus 10 Angaben wird von einer Agentur der neue Referenzzinssatz ermittelt, wobei die höchsten und die niedrigsten Schätzungen außen vor bleiben. Der Euribor (Euro Interbank Offered Rate) funktioniert im Prinzip genauso, es werden aber 43 Banken zu Schätzungen aufgefordert.

Banken wappnen sich gegen Klagewelle

Jene Banken, die unter Manipulationsverdacht stehen, sollen bereits Rückstellungen in Millionen- und Milliardenhöhe bilden, um sich gegen Klagen zu wappnen. Es gibt bereits in den USA Klagen und auch institutionelle Anleger wetzen die juristischen Messer. Aber gibt es auch Chancen für Privatanleger? Noch sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen und nicht alle Tatsachen liegen auf dem Tisch, sodass eine Einschätzung noch verfrüht ist. Es gibt jedoch Finanzprodukte wie Bonus-Zertifikate, Swaps und Derivate, die auch an Privatanleger verkauft wurden. Ein Teil dieser Kapitalanlagen basiert direkt auf Libor und Euribor.

Anleger, die befürchten, dass ihre Bonus-Zertifikate, Swaps oder Derivate von der Libor- (und vielleicht auch Euribor-)Manipulation betroffen sein könnte, können sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Eventuelle Schadensersatzansprüche verjähren in der Regel 3 Jahre nach dem Bekanntwerden des Manipulationsskandals.

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Dr. Ralf Stoll

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

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