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Invest
Bringt Risiken

Lebensversicherungsfonds: Es kriselt an allen Ecken und Enden

Das Konzept, mit „gebrauchten“ Lebensversicherungen satte Renditen zu erwirtschaften, wurde durch die Finanzkrise über den Haufen geworfen. Für nicht wenige Anleger kam diese Entwicklung überraschend, da sie davon ausgingen, dass bei einer Investition in Lebensversicherungen nichts passieren könne. Dass ein Lebensversicherungsfonds eine gänzlich andere Konstruktion als eine Lebensversicherung ist, war nicht jedem Anleger bewusst als ihm von der Sparkasse oder einer anderen Bank oder einem Anlageberater ein Lebensversicherungsfonds empfohlen wurde.

Lebensversicherungsfonds sind – grob umrissen – Unternehmen, die versuchen aus dem Geschäft mit „gebrauchten“ Lebensversicherungen Profite zu erwirtschaften. Es gibt drei unterschiedlichen Arten von Lebensversicherungsfonds und keine diese drei Arten wurde von Problemen verschont. Bei US-Lebensversicherungsfonds kämpfen Fonds mit nicht zutreffenden Sterbetafeln. Die Versicherten sterben – es klingt schon sehr makaber – zu spät, weswegen die Kosten durch die länger bezahlten Versicherungsbeiträge steigen und zusätzlich die Einnahmen durch die Ablaufleistungen auf sich warten lassen. Bei Lebensversicherungsfonds mit britischen Policen sorgte die Finanzkrise dafür, dass der Policenhandel – auf den viele Fonds bauten – zusammenbrach und sich auch Jahre später nur sehr zögerlich wieder aufgenommen wird. Zusätzlich nahmen die Versicherungsunternehmen Kürzungen bei den Policen vor. Bei einigen Fonds – zum Beispiel den Prorendita Britische Leben-Fonds – wird bereits von Seiten der Fondsverwaltung eingeräumt, dass die Anleger wohl mit Verlusten rechnen müssen. Bei der dritten Art, den Fonds mit deutschen Kapitallebensversicherungen bergen die im Lauf der Jahre gesunkenen „Garantiezinsen“ Probleme.



Den aus verschiedenen Gründen bestehenden Problemen auf der Einnahmenseite gesellen sich bei nicht wenigen Lebensversicherungsfonds je nach Typ weitere Belastungen hinzu, zum Beispiel Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme. Dass diese Kombination jedoch nicht die beste Basis für satte Renditen ist, tritt immer deutlicher zu Tage. Ein besonders drastisches Beispiel sind die MPC Lebensversicherungsfonds, bei welchen das Management der Fonds davon ausgeht, dass bei allen MPC Leben Plus, MPC Britische Leben und MPC Leben Plus Spezial Verluste eintreten werden.



Doch auch unabhängig von verbreiteten Problemen der einzelnen Lebensversicherungsfonds handelt es sich bei dieser Art von Fonds nicht um sichere oder etwas zur Altersvorsorge geeignete Kapitalanlagen. In den Fällen, welche der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen vorliegen, spielten bei den Anlageberatungsgesprächen Risiken meist keine Rolle. Dabei wird bereits in den meisten Prospekten, in welchen die Lebensversicherungsfonds beschrieben werden, vor einem (Total)Verlustrisiko gewarnt. Dabei ist ein solches Risiko nicht mit dem Konzept einer sicheren Altersvorsorge zu vereinbaren. Dass Risiken auch nicht immer nur theoretischer Natur sind, zeigen verschiedene Ankündigungen von Fondsgesellschaften, dass Verluste der Anleger wahrscheinlich sind. Der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen liegen etliche Schreiben verschiedener Lebensversicherungsfonds vor, in welchen die Anleger ausdrücklich vor Verlusten gewarnt werden.



Um es auf den Punkt zu bringen: Die heutige Situation der Lebensversicherungsfonds weicht erheblich von den einstigen Anpreisungen der Commerzbank oder auch verschiedener Sparkassen ab. Von diesen Banken wurden Lebensversicherungsfonds immer wieder als besonders gute oder sichere Kapitalanlagen empfohlen. Im Fall solcher Empfehlungen stellt sich die Frage, ob die entsprechende Bank ihre Kunden überhaupt richtig beraten hat, denn die heutige Entwicklung demonstriert, dass es sich bei Lebensversicherungsfonds letztendlich um spekulative Unternehmensbeteiligungen handelt.

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