13.06.2016

KanAm US-Grundinvest Abwicklung - Handlungsmöglichkeiten für Anleger (Klage, Schadensersatz?)

Der KanAm US-Grundinvest ist der erste offenen Immobilienfonds, der nach seiner Schließung nicht wieder öffnet, sondern die Abwicklung angekündigt hat. Die KanAm Grund Kapitalanlagegesellschaft mbH hat zum 31.12.2012 das Verwaltungsmandat des KanAm US-Grundinvest gekündigt. Es soll nach und nach Geld an die Anleger fließen.

Die erste Auszahlung aus dem KanAm US-Grundinvest soll noch in diesem Jahr erfolgen. Dann sollen die Immobilien verkauft werden und die Anleger erhalten weiteres Geld. Der KanAm US-Grundinvest wurde im Oktober 2008 geschlossen für die Anleger. Im Januar 2009 folgte die erste Verlängerung der Aussetzung. Im Oktober 2009 musste dann eine weitere Verlängerung durch den KanAm US-Grundinvest bis Oktober 2010 erfolgen. Im Jahre 2010 wurden dann verschiedene Immobilien des KanAm US-Grundinvest verkauft. Laut einer Vertriebspartnerumfrage ergaben sich jedoch im September 2010 ein Rückgabeverlangen der Anleger von ca. 300 Mio. US-Dollar. Der KanAm US-Grundinvest sah sich daher gezwungen die Abwicklung anzukündigen, da die liquiden Mittel nicht ausreichten, die Anleger auszuzahlen.

Für viele Anleger war es ein Schock. Sie dachten, dass sie mit dem KanAm US-Grundinvest eine sichere und solide Geldanlage gezeichnet hatten. Von den Banken wurde der KanAm US-Grundinvest auch so dargestellt. Nun mussten sie aber feststellen, dass dem nicht so ist. Der gesamte Markt der offenen Immobilienfonds ist ins Straucheln geraten.
Anleger können Schadensersatzansprüche im Rahmen einer Klage geltend machen. Dabei ist jeder Fall gesondert zu prüfen, da eine Sammelklage in Deutschland nicht möglich ist. Haben Berater nicht über die Risiken des KanAm US-Grundinvest aufgeklärt, wie z.B. das Währungsrisiko des US-Dollar, das Risiko der Schließung des KanAm US-Grundinvest, das Risiko der Abwertung und des Wertverlusts, so kann ein Anleger ohne Schaden aus dem offenen Immobilienfonds herauskommen. Daneben haben Banken über Kick-Backs aufzuklären, wenn sie solche erhalten haben.

Anleger sollten die Anlage und die dahingehende Beratung von einem im Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt überprüfen lassen. Dabei ist auf die 3-jährige Verjährung der Ansprüche zu achten, die den Anlegern droht. Eine andere Frist gilt womöglich dann, wenn Kick-Backs verschwiegen wurden. Dennoch sollten die Anleger nicht weiter zusehen, sondern handeln. Derzeit ist nicht absehbar, wann und wie viel Geld die Anleger erhalten werden.