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HI Hamburg International Luftverkehrsgesellschaft mbH & Co. Betriebs-KG

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Die Hamburg International wurde 1998 in Hamburg als unabhängige deutsche Charterfluggesellschaft gegründet, die hauptsächlich auf dem europäischen Chartermarkt tätig wurde. Zunächst bediente die Hamburg International ihre Flugstrecken rund ums Mittelmeer, die sie jährlich ausweitete, mit Mittelstreckenjets vom Typ Boeing 737, die seit dem Jahr 2008 durch fabrikneue Airbus-Maschinen vom Typ A319 ausgetauscht wurden. Im Moment befinden sich noch eine Boeing 737 und acht Airbus im Bestand der Hamburg International.

Hierbei war die Tätigkeit der Hamburg International hauptsächlich darauf ausgerichtet klassische Tourismusflüge, sowie auch internationale Flüge im Rahmen des ethnischen Verkehrs durchzuführen. Auch exklusive Einzel- und AdHoc-Charterflüge für Spezialveranstalter, Firmen, Sportclubs etc. gehörten zu dem Programm der Hamburg International. Zudem vercharterte Hamburg International seine Flugzeuge auch an namhafte große Reiseveranstalter wie TUI, Thomas Cook und Alltours.
Lange Zeit konnte sich die Hamburg International erfolgreich mit ihrem Geschäftsmodell in der Flugbranche etablieren. 2009 flogen alleine 875 000 Passagiere mit der Airline, wobei der Umsatz rund 130 Millionen Euro betrug. Noch im März 2010 wurde von der Geschäftsführung der Hamburg International verkündet, dass die Geschäftsentwicklung positiv verlaufe und man für das laufende Jahr ca. 1 Million Passagiere anpeile.

Doch nun stellte die Hamburg International zur großen Verwunderung aller am 19.10.2010 Insolvenzantrag am Hamburger Amtsgericht. Es wird von einem akuten Geldmangel gesprochen, da einer der fünf Leasinggeber laut Angaben der Financial Times Deutschland, überraschend abgesprungen sei. Dies ist nun erst einmal für die rund 320 Mitarbeiter ein Schock, weiterhin auch für die Reisende, obwohl diese laut Angaben der Reiseveranstalter mit anderen Fluggesellschaften sicher an ihr Ziel befördert werden können.

Besonders hart trifft die Insolvenz der Hamburg International aber vor allem auch zahlreiche Anleger geschlossener Flugzeugfonds, die ihre Flugzeuge an die Hamburg International geleast hatten und folglich von den Einnahmen aus den Leasingraten ihre Rendite bezogen. Diese müssen nun erst einmal auf ihre Einnahmen aus dem Leasingvertrag mit der Hamburg International verzichten und es erwarten sie somit hohe Geldeinbußen.

Hierdurch werden in nicht unerheblichem Maße die Anleger dieser Flugzeugfonds in ihrem Vermögen geschädigt, weswegen diesen zu raten ist, schnellstmöglich zu handeln und sich von einem im Kapitalanlagerecht tätigen Rechtsanwalt beraten zu lassen, um mögliche Schadensregulierung zu betreiben. Im Einzelfall können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden, wenn Anleger unzureichend über die Risiken, die sich aus einer solchen Beteiligung an einem Flugzeugfonds ergeben können, aufgeklärt worden sind, wobei auf eine mögliche Verjährung der Ansprüche zu achten ist.

Folgende Flugzeugfonds sind von der Insolvenz der Hamburg International betroffen:

Air Portfolio II der Lloyd Fonds AG
Dachfonds Premium Portfolio der Lloyd Fonds AG
Global Transport 02 Aviation der Wölbern Invest AG
Global Transport 03 Aviation der Wölbern Invest AG
Dachfonds HSH Global Aircraft I der HSH Nordbank AG
Aircraft 24 der WealthCap (Wealth Management Capital Holding GmbH)
HGA/Aviation Co-Invest I der HGA Capital
(WealthCap und HGA Capital waren über Genussrechte an dem Dachfonds HSH Global Aircraft I der HSH Nordbank AG beteiligt und sind beides Tochtergesellschaften der Unicredit)

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Dr. Ralf Stoll

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

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