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GHF (Gesellschaft für Handel und Finanz ) Schiffsfonds

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Wie die Financial Times Deutschland am 27.09.2011 berichtet, sind viele Schiffsfonds der Gesellschaft für Handel und Finanz (GHF) in finanzielle Schieflage geraten, sodass zwei Schiffsfondsflotten der GHF notverkauft werden müssen. Rund 2700 Anleger sind hiervon betroffen, die ca. 120 Mio. € Eigenkapital in die über 20 Schiffe der GHF-Schiffsfonds investiert haben. Von den rund 60 GHF-Fondsschiffen, die 2009 gefahren sind, befinden sich derzeit mehr als 30 in großen Zahlungsschwierigkeiten, sodass vielfach schon Ausschüttungen zurückgezahlt werden mussten und Notverkäufe stattfinden, um die Schiffe vor der Insolvenz zu retten.

In den letzten Tagen wurden alleine 5 der Anlegerschiffe auf Drängen der Bremer Landesbank (BLB) unter Zwangsverwaltung gestellt. Betroffen hiervon sind Anleger der GHF-Schiffsfonds Global Bulker I, II und III, die mit einem Kapital von ca. 20 Mio. € an den Schiffsfonds beteiligt waren. Aufgelegt wurden die GHF-Schiffsfonds Global Bulker I, II und III erst in den Jahren 2007 und 2008, doch schon 2009 kamen die GHF-Schiffsfonds ins Straucheln: im Zuge dessen wurden die Anleger zur Sanierung der GHF-Schiffsfonds Global Bulker I, II und III aufgerufen, sodass diese ihre bereits erhaltenen Ausschüttungen an die GHF-Schiffsfonds zurückführen mussten, um diese vor der Insolvenz zu bewahren. Aber da sich die Märkte aufgrund der Weltwirtschaftskrise nicht erholten, hielt diese Rettungsaktion nicht lange an, sodass weiterhin Verluste durch die Schiffe eingefahren wurden.

Jetzt im Jahr 2011 befinden sich die GHF-Schiffsfonds erneut in großer Liquiditätsnot: eine Sanierung der GHF-Schiffsfonds konnte nicht erfolgen, da seitens der Investoren und der GHF nicht genügend Geld bereitgestellt werden konnte, weshalb die BLB nun die Kredite fällig stellte und ein sogenanntes Insolvenzplanverfahren einleitete. Die Planinsolvenz stellt hierbei ein völlig neues Konzept dar: die 5 betroffenen Frachter sollen im Zuge der Planinsolvenz zunächst in eine Notgesellschaft zusammengeführt werden, sodass die BLB die Schiffe länger halten und weiterbetreiben kann und sie zu einem späteren, möglichst gewinnbringenderem Zeitpunkt, verkaufen kann. Derzeit könnten nämlich durch einen Notverkauf der Schiffe - aufgrund des aktuellen Wertverfalls - nicht einmal die Schulden der GHF-Schiffsfonds beglichen werden. Für Anleger der GHF-Schiffsfonds bedeutet diese Lösung aber nur ein geringer Trost, da sie an der Auffanggesellschaft der BLB nur noch mittelbar beteiligt wären.

Den Anlegern der betroffenen GHF-Schiffsfonds droht somit nicht nur der Verlust ihres zunächst einbezahlten Kapitals, sondern auch der Verlust des zur Sanierung der Schiffe bereitgestellten Neukapitals!

Die Anleger der GHF-Schiffsfonds Global Bulker IV hatten noch Glück im Unglück, da sie die Schiffe noch ohne Kapitalverluste notverkaufen konnten. Wie die Zukunft des GHF-Schiffsfonds Global Bulker EK I aussieht, kann nicht gesagt werden, allerdings befindet sich auch dieser in einer Liquiditätskrise. Auch die Anleger des GHF-Schiffsfonds, der das Containerschiff „Nordertor“ hält, welches derzeit von der Phoenix Reederei betreut wird, mussten bereits Nachschüsse leisten und wurden aufgefordert ihre Zustimmung zum Notverkauf des Schiffes zu geben, da die Insolvenz nur so vermieden werden könne. Aber auch hier würde der Verkaufserlös die Schulden nicht decken, sodass Anleger auch hier einen Großteil ihres Kapitals verlieren würden.

Anleger, die angesichts des drohenden Totalverlusts ihres Kapitals rechtliche Schritte erwägen, sollten sich umgehend an einen im Kapitalanlagerecht tätigen Rechtsanwalt wenden, welcher überprüfen wird, ob dem Anleger der GHF-Schiffsfonds Schadensersatzansprüche gegen die beratenden Banken aus einer eventuellen Falschberatung zustehen.

Eine fehlerhafte Anlageberatung liegt vor, wenn Anlegern die Risiken der GHF-Schiffsfonds nicht oder nur unzureichend deutlich gemacht wurden, so z.B., wenn ihnen das Risiko eines Totalverlusts ihres eingezahlten Kapitals verschwiegen wurde. Weiterhin begeht die Bank im Zuge der Beratung eine Aufklärungspflichtverletzung, wenn sie den Anleger nicht über Kick-Backs (Provisionen) aufgeklärt hat, welche sie von den Fondsgesellschaften für die erfolgreiche Vermittlung der GHF-Schiffsfonds erhalten hat.

Anlegern der GHF-Schiffsfonds ist aber zu raten, schnell zu handeln, da die Schadensersatzansprüche jederzeit verjähren können, sodass sie in diesem Fall auf ihrem gesamten Schaden sitzen bleiben würden, obwohl gute Möglichkeiten bestehen, das bereits verloren geglaubte Kapital zurückzuholen. Vor allem Anleger der GHF-Einzelschiffsfonds, die von der Phoenix Reederei betreut werden und zwischen den Jahren 1994 und 2000 platziert wurden, müssen bis spätestens zum 31.12.2011 verjährungshemmende Maßnahmen eingeleitet haben, da Ansprüche hieraus Ende des Jahres 2011 absolut verjähren.

GHF legte u. a. folgende Schiffsfonds auf:

  1. GHF MS Phoenix Cruiser
  2. GHF MS Euro Solid
  3. GHF Global Bulker I (MS Global Helios, MS Global Hermes)
  4. GHF Global Bulker II (MS Global Hera, MS Global Hestia)
  5. GHF MS Euro Discovery
  6. GHF Eigenkapitalfonds Global Bulker EK I (MS Global Hebe)
  7. GHF Global Bulker III (MS Global Hemera)
  8. GHF Global Bulker IV (MS Global Helena, MS Global Hekate)

Ihre Berater zu diesem Thema

Dr. Ralf Stoll

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

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