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Erneuerbare-Energien-Fonds (Windenergiefonds, Solarfonds)

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Erneuerbare Energien sind en vogue. Spätestens seit dem Atomausstieg im Jahr 2011 dreht sich die öffentliche Diskussion immer wieder um die verschiedenen Möglichkeiten, aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft Storm zu erzeugen. Viele Anleger interessieren sich für diesen attraktiven Zukunftsmarkt, weswegen in den letzten Jahren eine Vielzahl von Erneuerbare-Energien-Fonds auf den Markt kam. Das Fachmagazin Cash.Special Geschlossene Fonds stellte sich in der Ausgabe März 2012 in dem Artikel „Vier Elemente – viele Probleme“ die Frage, wie sich dieser Markt im Jahr 2012 entwickeln könnte. Der Analyse des Magazins zufolge könnten sich in diesem Jahr erste Wolken an bisher ungetrübten Himmel zeigen.

Solarkraftwerke, Windräder, Wasserkraftwerke und Biomasseanlagen. Nahezu jedes Emissionshaus bietet geschlossene Fonds an, die in eine dieser Möglichkeiten der Energieerzeugung investieren. Der Atomausstieg sorgte für einen wahren Boom dieser Kapitalanlagen. Doch mittlerweile scheint zumindest bei den Privatanlegern die Euphorie verflogen zu sein. Der Experte Kubatzki von der Ratingagentur Feri konstatiert, dass die Erneuerbare-Energien-Fonds „bei den Privatanlegern ihren Zenit überschritten“ haben. Als Grund führt er die Einsicht der Anleger, dass regenerative Energie eben doch keine Selbstläufer sein, an.

Dieser Aussage schließt sich der Chefanalyst Schuhmann der Beteiligungsvermittlung Dima an, der von einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Umweltfonds berichtet. Zum Teil dürfte dies seiner Einschätzung nach daran liegen, dass die Euro-Krise die Anleger verunsichere, die momentan lieber in vertraute Kapitalanlagen investieren würden. Zum Teil sei der Nachfragerückgang auch der gekürzten Solarsubvention und Negativnachrichten wie der Insolvenz des Solarunternehmens Solar Millennium AG geschuldet. Die Verunsicherung der Anleger wird auch nicht dadurch gemindert, dass der Sektor der erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren stark ausgebaut werden soll und weltweit Milliarden US-Dollar in diesen Markt fließen.

Wasserkraft
Geschlossene Fonds, die in Wasserkraftwerke investieren, fristen bislang ein Schattendasein. Das mag daran liegen, dass in Deutschland die Wasserkraft bereits seit langer Zeit genutzt wird und die Mehrzahl der nutzbaren Standorte bereits erschlossen ist. Im Ausland ist die Erschließungsquote geringer, sodass Wasserkraft-Fonds bevorzugt dort in neue Wasserkraftwerke investieren. Vor allem Südeuropa bietet nach Angaben des Experten Stiehler, Geschäftsführer des Emissionshauses Aquila, interessante Möglichkeiten. So seien Großprojekte in der Türkei gestartet worden.

Der größte Vorteil der Wasserkraft ist, dass sie zu allen Tages- und Jahreszeiten verfügbar ist, einen sehr hohen Wirkungsgrad hat, die Techniken ausgereift sind und die Wasserkraft sich auch gezielt steuern lässt. Allerdings rentieren Wasserkraftwerke sich nur dann, wenn sie an Standorten errichtet werden, an den entweder ein Stausee eingerichtet werden kann oder eine starke Strömung vorhanden ist. Diese Standorte sind wegen der natürliche Geografie nur begrenzt vorhanden. Ein weiterer Nachteil sind die aufwändigen Genehmigungsverfahren, die z.B. Stauseen mit sich bringen. Auch sind in vielen Ländern die Subventionen für Energie aus Wasserkraft gering, sodass die Erträge den Schwankungen der Marktpreise unterworfen sind.

Solar
Solarmodule auf Dächern gehören bereits zum vertrauten Bild und auch die ersten Solargroßkraftwerke sind in Betrieb genommen. Doch herrscht in der Solarbranche nicht nur eitel Sonnenschein. Die jüngst von der Bundesregierung beschlossene Kürzung der Einspeisungsvergütung machte deutlich, dass die Solarsubventionen nie als dauerhafte Vergütungsmodelle gedacht waren, sondern lediglich eine Anschubfinanzierung sein sollen. In Spanien und Italien wurde die Solarförderung ebenfalls gekappt oder gar ganz gestrichen. Anleger, die in Solarfonds investieren, werden daher in Zukunft weniger auf staatliche Fördergelder vertrauen können.

Aus Sicht des Experten Pera von der spanischen Beratungsgesellschaft Rödl & Partner bedeuten die gekürzten Subventionen aber nicht das Aus der Solarkraftwerke. Denn in den letzten Jahren sanken die Kosten für Solarmodule deutlich. Und in Südeuropa lassen viele Sonnenstunden den Solarstorm reichlich fließen. Daher planen die Emissionshäuser vor allem Solarfonds, die in den südlichen Ländern investieren. Vereinzelte Fonds werden nach Einschätzung des Commerz Real-Vertriebsleiter Drews weiterhin in Anlagen in Deutschland investieren, da die Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik verlässlich seien, was für die Anleger attraktiv sei. Die Solarenergie sei nach wie vor ein interessanter Markt für geschlossene Fonds, allerdings seien die sorglosen Boomjahre vorüber.

Windkraft
Die Förderung der Windkraft gehört zu den zentralen Punkten im Energiekonzept der Bundesregierung. Bis 2020 soll der Anteil der aus Wind gewonnenen Energie verdoppelt werden. Es müssen viele neue Windräder gebaut werden, was Investitionen im Wert von ca. 55 bis 60 Mrd. Euro bedeutet. Diese Zahl nennt Beyerle, Analyst des Emissionshauses IVG. Er sieht dementsprechend auch großes Potential für geschlossene Windkraft-Fonds und geht davon aus, dass in naher Zukunft viele derartige Fonds auf den Markt gebracht werden. Auch sei die Tatsache, dass Wind nicht berechenbar und konstant wehe, mittlerweile durch Erfahrungswerte kalkulierbar geworden. Ob in diesen Erfahrungswerte auch die durch den Klimawandel stärker gewordenen Winde schon ausreichend berücksichtigt sind, bleibt im Magazin Cash.Spezial Geschlossene Fonds offen. Auch die Ertragslage ist nicht en detail kalkulierbar, da die Erträge davon abhängen, ob Wind weht und wie sich die Preise an den Strombörsen an windreichen Tagen entwickeln.

Biogasanlagen
Biogasanlagen sind anders als Wind- und Solarkraftwerke regelbar und können auch Energie speichern. 2011 wurden viele neue Biogasanlagen eingeweiht. Aber die Anfang 2012 geänderte Einspeisungsvergütung könnte vielen Betreibern einen Strich durch die Rechnung machen. Denn die Vergütung fließt nur noch dann in voller Höhe, wenn der Mais- und Getreidemixanteil unter 60 Prozent liegt, sodass zukünftig vermehrt Speisereste und Gülle in die Biogasanlagen wandern werden. Grund für diese Vergütungsänderung war, dass Mais-Monokulturen und die damit einher gehende biologische Verarmung von der Bundesregierung bekämpft werden. Das Problem vieler bestehender Biogasanlagen ist nach Angaben des Geschäftsführers Christof des Emissionshauses DSK, dass sie nicht für Biomassen wie Gülle oder Speisenreste ausgelegt sind. Aufgrund der komplizierter gewordenen Lage werden 2012 wohl kaum geschlossene Biogasanlagen-Fonds auf den Markt kommen.

Gemischte Aussichten für 2012
Insgesamt betrachtet sind nicht alle Erneuerbare-Energien-Fonds Renditengaranten, auch wenn nach wie vor Chancen auf gute Renditen bestehen. Wie sich der Aufschwung der regenerativen Energien auf die Subventionen und Einspeisungsvergütungen auswirken wird, muss sich noch zeigen. Anleger und Fonds müssen sich deshalb vermutlich auf eine leichte Abkühlung des Markts einstellen, auch wenn regenerative Energien per se ein zukunftssicherer Markt sind. Doch auch die Zukunftssicherheit der erneuerbaren Energie ist keine Bestandsgarantie für jeden geschlossenen Fonds. Es ist daher nicht auszuschließen, dass auch in Zukunft die Anleger der Erneuerbare-Energien-Fonds die ein oder andere schlechte Nachricht verkraften müssen.

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Dr. Ralf Stoll

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

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