13.06.2016

Commerzbank COLIBRI Anleihen und COLIBRI Plus Anleihen

Bei den von der Commerzbank herausgegebenen COLIBRI und COLIBRI Plus Anleihen handelt es sich um Wertpapiere, welche den Anlegern während der Laufzeit einen festen Zins einbringen. COLIBRI steht für Corporate Linked Bonds with Return Improvement. Die Anleihen basieren auf der Kreditwürdigkeit von Unternehmen.

Eine solche Anleihe ist neben den festen Zinszahlungen zusätzlich mit einer „Wette“ verbunden: Die Anleger setzen darauf, dass sich das Risiko, dass ein oder mehrere Unternehmen (Referenzschuldner) ihre Kredite nicht zurückzahlen können, nicht realisiert. Behalten sie recht, bekommen die Anleger ihr eingezahltes Kapital am Ende der fünfjährigen Laufzeit vollständig zurückbezahlt. In diesem Fall funktionieren die beiden Anleihen der Commerzbank wie eine normale Anleihe.

Tritt während der Laufzeit der Anleihe aber ein Kreditereignis (Insolvenz, keine Kredittilgung, etc.) ein, wird das Wertpapier vorzeitig fällig und der Anleger erhält einen geringeren Betrag zurückgezahlt – im Extremfall gar nichts. Bei der COLIBRI Anleihe wird auf das Kreditausfallrisiko eines einzelnen Unternehmens abgestellt, bei der COLIBRI Plus Anleihe wird auf einen Korb von drei oder fünf Unternehmen abgestellt. Durch die Auswahl an Unternehmen wird aber keine Risikostreuung erreicht, da ein einziges Kreditereignis ausreicht, um die COLIBRI Plus Anleihe fällig werden zu lassen. In der Vergangenheit wurde dies Anlegern dieses Anleihentyps bereits zum Verhängnis.

Doch nicht nur das Kreditrisiko des oder der Referenzschuldner tragen die Zeichner der COLIBRI Anleihen – sie tragen auch das Insolvenzrisiko des Herausgebers, der Commerzbank. Schon allein diese beiden Risiken zeigen eines: Die COLIBRI Anleihen sind keine sicheren Kapitalanlagen. Für eine sichere Altersvorsorge eignen sie sich daher ebenfalls nicht. Sollten bei der Anlageberatung gegenteilige Aussagen gemacht worden sein oder wurde nicht über die Risiken der Anleihen aufgeklärt, passierten Beratungsfehler. Ist eine Anlageberatung fehlerhaft und damit falsch, stehen Schadensersatzansprüche der Anleger im Raum.

Anleger, die das Gefühl haben, dass die Empfehlung, in Commerzbank COLIBRI oder COLIBRI Plus Anleihen zu investieren, an ihren Bedürfnissen vorbeiging oder sonstige Fehler vermuten, können sich von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten lassen. Anleger müssen allerdings auch wissen, dass ihre individuellen Ansprüche verjähren können.

Es gibt u.a. folgende Anleihen:

  1. Commerzbank AG COLIBRI 9 (WKN: CB89TL)
  2. Commerzbank AG COLIBRI 11 (WKN: CZ31RX)
  3. Commerzbank AG COLIBRI 18 (WKN: CZ313B)
  4. Commerzbank AG COLIBRI Plus 34 (WKN: CB00DG)
  5. Commerzbank AG COLIBRI Plus 44 (WKN: CZ22WD)
  6. Commerzbank AG COLIBRI Plus 45 (WKN: CZ22YH)
  7. Commerzbank AG COLIBRI Plus 46 (WKN: CZ22YW)
  8. Commerzbank AG COLIBRI Plus 47 (WKN: CZ22YX)
  9. Commerzbank AG COLIBRI Plus 49 (WKN: CZ31AM)
  10. Commerzbank AG COLIBRI Plus 52 (WKN: CB83ZM)
  11. Commerzbank AG COLIBRI Mini-Max  (WKN: CZ22XD, CZ314H, CZ22WQ)
  12. Commerzbank AG Single Name COLIBRI 12 (WKN: CB89VH)
  13. Commerzbank AG Single Name COLIBRI 13 (WKN: CB89VK)
  14. Commerzbank AG Single Name COLIBRI 14 (WKN: CZ22AS)
  15. Commerzbank AG Single Name COLIBRI 15 (WKN: CZ22YG)
  16. Commerzbank AG Single Name COLIBRI 17 (WKN: CZ31RR)
  17. Commerzbank AG Single Name COLIBRI 22 (WKN: CB83ZL)
  18. Commerzbank AG Single Name COLIBRI 23 (WKN: CB83ZN)
  19. Commerzbank AG Single Name COLIBRI 25 (WKN: CB83ZT)