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Aktienanleihe

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Aktienanleihen machen vor allem durch einen überdurchschnittlichen Zinssatz auf sich aufmerksam. Den Basiswert bildet eine Unternehmensaktie, beispielsweise von Daimler. Anders als bei einer Unternehmensanleihe wird die Aktie nicht direkt vom Unternehmen ausgegeben, sondern von einem Kreditinstitut. Dadurch kann ein deutlich höherer Zinssatz geboten werden, im Gegenzug hat das Kreditinstitut am Laufzeitende das Wahlrecht, die Anleihe zum Nominalbetrag oder in Aktien zu tilgen. Der Wert der Aktienanleihe bestimmt sich nach dem Aktienkurs, weshalb die Auswahl eines stabilen Unternehmens äußerst wichtig ist.

Aktienanleihen sind flexibel einsetzbar, sie können auch während der Laufzeit ge- oder verkauft werden. Das Tilgungsprofil kann allerdings nur bei Fälligkeit vollständig geleistet werden. Als Basiswert dient eine breite Produktpalette und Anleger können zwischen verschiedenen Rendite-Risiko-Strukturen wählen. Als Rendite kann ein höherer jährlicher Zinssatz als bei klassischen Unternehmensanleihen erzielt werden, daneben besteht aber kein Anspruch auf Dividenden. Diese werden zur Finanzierung des Tilgungsprofils verwendet.

Die klassische Variante
Bei der klassischen Aktienanleihe beträgt die Laufzeit in der Regel zwischen 6 und 12 Monaten. Bei Emission werden der sog. Basispreis festgelegt, der die Grundlage für die Tilgungsart am Laufzeitende bildet, und die Anzahl der Aktien bestimmt, zu der am Laufzeitende im Falle einer Aktienlieferung die Tilgung erfolgen wird. Unabhängig von der Entwicklung des Basiswerts erhalten Anleger in jedem Fall den Zinssatz, partizipieren jedoch nicht am Kursanstieg der Aktie. Der Zinssatz dient als Sicherheitspuffer, da bei Kursrückgängen in Höhe des Zinssatzes weder ein Verlust noch ein Gewinn erwirtschaftet wird (Break-Even).
Sofern die Aktie am Bewertungstag auf oder oberhalb des Basispreises schließt, erfolgt die Tilgung zum Nominalbetrag zzgl. des Zinsbetrags. Schließt sie dagegen unterhalb des Basispreises, wird der Zinsbetrag ausgezahlt und entweder die festgelegte Anzahl von Aktien geliefert oder die Tilgung erfolgt durch Barausgleich. Im letzten Fall entsteht ein Kapitalverlust. Sofern die Aktien zunächst im Depot gehalten werden, besteht bei steigenden Kursen die Chance, die Wertpapiere noch mit Gewinn zu verkaufen.
Bei Erwerb einer Aktienanleihe sollte nicht nur der nominale Zinssatz ausschlaggebend sein, sondern die tatsächlich erzielbare Rendite. Diese berücksichtigt neben dem Zinssatz auch den Kaufkurs der Anleihe und die Stückzinsen. Stückzinsen werden fällig, wenn Aktienanleihen erst nach Ausgabe erworben werden. Sie stellen die aufgelaufenen Zinsansprüche dar. Da der Inhaber der Aktienanleihe beim nächsten Zinstermin das Anrecht hat, die volle Zinszahlung zu erhalten, müssen zum Ausgleich die Stückzinsen gezahlt werden.

Aktienanleihen Plus
Die Plus Variante bietet gegenüber der klassischen Aktienanleihe ein wesentlich defensiveres Risikoprofil. Durch eine Barriere, die regelmäßig weit unterhalb des Basispreises liegt, wird auch bei Seitwärtsmärkten, leicht steigender oder sogar bis zur Barriere fallender Kursentwicklungen die maximale Rendite erzielt. Aktienanleihen Plus bieten damit einen zusätzlichen Sicherheitspuffer. Solange der Aktienkurs die Barriere während der Laufzeit nie berührt, erfolgt die Tilgung der Anleihe zu 100% des Nominalbetrags. Im Gegenzug zu diesem Sicherheitsplus ist der Zinssatz geringfügig gemindert. Außer dieser Teilabsicherung durch die Barriere ändert sich bezüglich der Tilgung nichts gegenüber der klassischen Aktienanleihe.

Aktienanleihen PlusPro
Die PlusPro Variante wartet neben der Barriere mit einem verkürzten Betrachtungszeitraum auf, der für die Rückzahlung ausschlaggebend ist. Nur wenn die Barriere in dieser verkürzten Beobachtungsperiode berührt oder unterschritten wird, wird die Aktienanleihe nicht zum vollen Nominalbetrag getilgt. Schwankungen oder Verluste außerhalb des Betrachtungszeitraums sind für die Tilgung irrelevant. Das Risiko einer Aktienlieferung wird so deutlich gemindert. Auch bei dieser Variante ist der Zinssatz geringfügig niedriger als bei der klassischen Aktienanleihe.

Risikovergleich
Vergleicht man die Risiken der klassischen, der Plus und der PlusPro Aktienanleihe, ergeben sich drei Szenarien: Notiert die Aktie am Laufzeitende über dem Basispreis, wird in allen drei Varianten die maximale Rendite fällig. Anleger erhalten den Nominalbetrag zzgl. des Zinsbetrages. Sofern die Aktie fällt, allerdings die Barriere bei der Plus und PlusPro Variante nicht berührt, erfolgt nur bei der klassischen Variante die Tilgung in Aktien zzgl. des Zinsbetrags. Im Vergleich zu einem Direktinvestment sind Anleger durch die Zinszahlung noch zusätzlich abgesichert. Bei der Aktienanleihe Plus bzw. PlusPro erfolgt die Tilgung durch Zahlung des Nominalbetrags zzgl. des Zinsbetrags. Im dritten Szenario fällt die Aktie zeitweise unter die Barriere. Bei der klassischen Variante ändert sich hier nichts, die Tilgung erfolgt durch Lieferung der Aktien zzgl. der Zinsen. Genauso geschieht es bei der Plus Variante. Das zusätzliche Sicherheitsnetz der Aktienanleihe PlusPro zeigt hier seine Stärken: Lag der Bruch außerhalb des Betrachtungszeitraums hat die Verletzung der Barriere keinen Einfluss auf den Anlageerfolg und der Nominalbetrag zzgl. des Zinsbetrags gerät zur Auszahlung. Lag der Bruch dagegen innerhalb der Beobachtungsperiode, ist auch hier die Risikozone erreicht und die Tilgung erfolgt durch Aktienlieferung zzgl. des Zinsbetrags.

Handlungsmöglichkeiten für Anleger
Anleger von Aktienanliehen haben teilweise erhebliche Risiken bei der Anlage. Es besteht das Risiko eines Totalverlusts, was z.B. bei Lehman Zertifikaten nahezu eingetreten ist. Neben dem Unternehmensrisiko tragen Anleger von Aktienanleihen zusätzlich das Emittentenrisiko. Deshalb müssen Anleger genau über die Funktionsweise und die Risiken aufgeklärt werden. Ist dies einmal nicht geschehen, schuldet die Bank unter Umständen Schadensersatz. Die Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH empfiehlt Anlegern, sich in einem solchen Fall an einen Rechtsanwalt im Anlagerecht zu wenden und sich beraten zu lassen.

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Dr. Ralf Stoll

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

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