AXA Immoselect - Öffnung oder Abwicklung? Geld sichern, Anwälte informieren

1. Was ist der AXA Immoselect

Bei dem AXA Immoselect handelt es sich um ein Wertpapier nach dem Wertpapierhandelsgesetz, welches dem Investmentgesetz als Immobilien-Sondervermögen unterfällt. Die Zusammensetzung eines offenen Immobilienfonds wie der Morgan Stanley P2 Value unterliegt den strengen Regelungen der §§ 66 ff. InvG. Dort ist vorgeschrieben, welche Vermögensgegenstände von dem AXA Immoselect gehalten werden dürfen. Der AXA Immoselect ist ein Investmentfonds, der ein Sondervermögen darstellt. Anleger haben bei einem offenen Immobilienfonds die Möglichkeit, sich mit geringfügigen Beträgen indirekt an Immobilienanlagen zu beteiligen. Ziel ist es dabei, die tägliche Verfügbarkeit für die Anleger zu gewährleisten, um flexibel zu bleiben. Insoweit steht der AXA Immoselect im Gegensatz zu einem geschlossenen Immobilienfonds. Offene Immobilienfonds wie der AXA Immoselect investieren meist in Geschäftsimmobilien und versuchen durch deren Vermietung eine Rendite für die Anleger zu erwirtschaften. Der offene Immobilienfonds wird von einem Spezialkreditinstitut, einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG) verwaltet, der AXA Investment Managers Deutschland GmbH. Diese unterfällt der Aufsicht der BaFin. Für ihre Tätigkeit erhebt die KAG Gebühren: den Ausgabeaufschlag beim Erwerb des AXA Immoselect. Überwacht wird die KAG von einer Depotbank. Bei dem AXA Immoselect ist die AXA Investment Managers Deutschland GmbH die KAG und verwaltete den AXA Immoselect.

2. Vertrieb des AXA Immoselect und die Beratung der Anleger



Der AXA Immoselect wurde in der Vergangenheit an zahlreiche Anleger verkauft. Anlegern wurde der Fonds von freien Beratern und Banken empfohlen. Dabei wurde der AXA Immoselect meist als absolut sicheres Investment angepriesen, bei dem man jederzeit an sein Geld kommen könne ohne Verlust. Vergleiche mit Fest- und Tagesgeld waren nicht selten. Der AXA Immoselect wurde von den Banken als solides und zukunftsträchtiges Investment mit einer garantierten Rendite angeboten mit einer geringen Risikoklasse 1 oder 2.



Der AXA Immoselect wurde erstmals im Oktober 2008 bis August 2009 geschlossen und öffnete dann wieder. Der AXA Immoselect wurde dann mit Wirkung zum 17.11.2009 erneut geschlossen. Dies bedeutet, dass Anleger des AXA Immoselect ihr Anteile derzeit nicht an die Fondsgesellschaft zurückgeben können und daher auch kein Geld erhalten. Die Aussetzung der Anteilsscheinrücknahme kann bis November 2011 erfolgen. Dann muss der offene Immobilienfonds wieder öffnen. AXA ist bemüht, dass er wieder öffnet, ob dies gelingt ist fraglich. Wird er nicht die Wiedereröffnung nicht beschließen können. Er muss dann abgewickelt werden. Was dann passiert soll an dem folgenden Beispiel erläutert werden.



Die offenen Immobilienfonds Stanley P2 Value und DEGI Europa befinden sich bereits in der Abwicklung. Der Morgan Stanley P2 Value musste 2008 seine Tore für Anleger schließen, weil zu viele Rückgabewünsche aufgrund fehlender Liquidität nicht erfüllt werden konnte. Nach § 81 InvG wurde die Anteilsscheinrücknahme für 2 Jahre bis 2010 ausgesetzt. Dies sollte dem Schutz der Anleger und des Morgan Stanley P2 Value dienen. Nach Ablauf dieser 2 Jahre im Jahre 2010 beabsichtigte der Morgan Stanley P2 Value wieder zu öffnen. Dem Morgan Stanley P2 Value fehlte jedoch weiterhin die Liquidität und musste daher endgültig schließen. Nun müssen alle Immobilien bis 2013 verkauft werden und die Anleger des Morgan Stanley P2 Value sollen teilweise Geld zurück erhalten. Der DEGI Europa musste ebenfalls die Abwicklung vermelden und wird von Zeit zu Zeit die Anleger ausbezahlen. Wie viel Geld Anleger des DEGI Europa zurück erhalten werden, ist unklar.



Für die Anleger des AXA Immoselect stellt sich die Anlage als Katastrophe dar. Zahlreiche Kleinsparer legten auf Anraten ihrer Bank viel Geld in den AXA Immoselect an im Glauben, das Geld sei sicher angelegt und jederzeit verfügbar. Dem ist jedoch nicht so. Gerade im Hinblick auf die Abwicklung der Fonds DEGI Europa, TMW Immobilien Weltfonds, KanAm US-Grundinvest und Morgan Stanley P2 Value und der Schließung der offenen Immobilienfonds DEGI International, SEB ImmoInvest, KanAm Grundinvest und der Dachfonds DB Immoflex und Allianz Premium Management Immobilien Anlagen ist die Marktlage auch für den AXA Immoselect schwierig. Anleger des AXA Immoselect sind daher wütend und sehr enttäuscht von ihren Beratern.



3. Öffnung oder Abwicklung?



Das fragen sich derzeit zahlreiche Anleger. Der offene Immobilienfonds wurde von der Ratingagentur kürzlich abgewertet. Der Axa Immoselect wurde insgesamt von B- (mäßig) auf CC- (minder) im Vergleich zum Vorjahr heruntergestuft. Besonders bemängelt wurde von Scope die hohe Leerstandquote des Axa Immoselect: bezogen auf die Bruttosollmiete stehen derzeit ca. 10,9 % der Flächen der Objekte des Axa Immoselect leer, was – 4,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr ist. Weiterhin gehört der Axa Immoselect zu der Gruppe der derzeit geschlossenen Immobilienfonds mit der geringsten Rendite auf Ein-Jahres-Basis (per 31.03.2011): die Rendite des Axa Immoselect beträgt rund – 4 %.



Es besteht derzeit ein sehr schwieriges Marktumfeld, in dem bereits 4 offene Immobilienfonds abgewickelt werden (DEGI Europa, TMW Immobilien Weltfonds, KanAm US-Grundinvest und Morgan Stanley P2 Value). Es dürfte dem AXA Immoselect daher ebenfalls nicht leicht fallen, wieder zu öffnen.



4. Falschberatung und rechtliche Möglichkeiten



Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll von der Anlegerkanzlei Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, die bereits hunderte Anleger offener Immobilienfonds wie dem AXA Immoselect vertritt, teilt mit: „Kaum ein Anleger des AXA Immoselect, der von uns vertreten wird, wurde über die Risiken der Anlage aufgeklärt. Vielmehr wurde immer versichert es handle sich um eine absolut sichere Anlage.“ Nach Ansicht von Dr. Stoll ist dies eine krasse Fehlberatung der Banken und Berater. Außerdem schwelte seit 2007 in den USA die Immobilienkrise und 2008 begann die Weltwirtschafts- und Bankenkrise. Gerade deshalb waren Banken und Berater verpflichtet, über Risiken des AXA Immoselect aufzuklären. Bei dem AXA Immoselect handelt es sich nicht um eine Anlage, die sicher und damit für die Altersvorsorge geeignet ist. Rechtsanwalt Dr. Stoll geht davon aus, dass die Gerichte dies bestätigen werden. Wenn nun Anleger noch 2009 nach der ersten und vor der zweiten Schließung Anteile erworben haben und nicht über die Möglichkeit der Schließung aufgeklärt wurden, die bereits kurz zuvor stattgefunden hat, stellt dies eine krasse Falschberatung dar, die in jedem Fall zu Schadensersatz führen muss.



Neben der fehlenden Risikoaufklärung wurden die Anleger des AXA Immoselect auch nicht darauf hingewiesen, dass Banken Kick-Backs (Provisionen, Rückvergütungen) erhalten haben. Nach der Kick-Back Rechtsprechung des BGH haftet daher die Commerzbank bei einer fehlenden Aufklärung für den gesamten Schaden.



Anleger des AXA Immoselect haben gute Aussichten auf Schadensersatz, wenn sie nicht über die Risiken der Anlage aufgeklärt wurden oder keine Auskunft erhielten, dass die Bank Kick-Backs aus dem Geschäft erhält.



5. Klage, Sammelklage oder außergerichtliche Vergleiche möglich?



Die Anlegerschutzkanzlei Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH hat zwischenzeitlich zahlreiche Verfahren eingeleitet für die Anleger des AXA Immoselect. Zur Verjährungshemmung kann ein Ombudsmannverfahren eingeleitet werden. Damit kann gerade für nicht rechtsschutzversicherte Anleger die Unterbrechung der Verjährung erreicht werden. Zudem besteht die Möglichkeit, Vergleiche mit den Banken und Beratern zu schließen, mit denen Anleger des AXA Immoselect zumindest einen Großteil des Geldes zurückerlangt werden kann. Die Anlegerkanzlei Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH hat bereits Einigungen für Anleger erzielen können.



In Klageverfahren, die die Anlegerschutzkanzlei Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH führt, wird geltend gemacht, dass ein Schadensersatzanspruch auf den vollen Anlagebetrag besteht. Anleger sollen das gesamte Kapital abzüglich der erhaltenen Ausschüttungen zurück erhalten. Die Aussichten stehen gut. Eine Sammelklage ist in Deutschland leider nicht möglich wie in den USA.



6. Achtung Verjährung



Nach § 37a WpHG galt bis 2009 bei Beratungen durch Banken eine dreijährige Verjährungsfrist, die ab der Oder der Papiere zu laufen beginnt. Dennoch ist auch nach diesem Zeitpunkt nicht Schluss. Wurde nicht über die Kick-Backs aufgeklärt, die Banken erhalten haben, können Ansprüche auch nach den 3 Jahren mit Erfolg durchgesetzt werden. Anleger des AXA Immoselect haben also auch nach drei Jahren noch eine gute Aussicht, Schadensersatz zu erhalten.



Es sollte aber nicht weiter abgewartet und im Kapitalanlagerecht und Anlagerecht spezialisierte Rechtsanwälte aufgesucht werden, die sich mit dem AXA Immoselect und offenen Immobilienfonds bereits auseinandersetzen.



7. Unser Angebot



Nehmen Sie als Anleger unser Erstberatungsangebot für € 50.- in Anspruch. Sie erhalten dadurch eine fundierte Aussage von Experten über ihre rechtlichen Möglichkeiten einem Verlust zu entgehen.





8. Weitere Informationen

 

 

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