HCI Shipping Select XXV – Liquiditätsengpass, Schieflage, Anwälte informieren

HCI Shipping Select 25: Nach der Schifffahrtskrise von 2009 droht nun die Rückkehr der Krise: damals sanken die Charterraten erheblich und hunderte Frachter lagen ohne Beschäftigung in den Häfen, sodass hunderte Schiffsfonds in Not gerieten, viele insolvent wurden. Nun könnte sich dieses Szenario wiederholen: nicht nur bei den Containerschiffen sondern vor allem bei Massengutfrachtern und Tankern bricht eine neue Krise ein. Die Märkte liegen am Boden, da es zu viele Schiffe auf dem Weltmarkt und zu viele Unsicherheiten um die Weltkonjunktur gibt, zudem ist ein Preiskampf zwischen zwei der weltgrößten Linienreedereien entfacht. Mithin hat der Baltic Dry Index (zeigt die Verschiffungskosten im Massengutgeschäft an) seinen tiefsten Stand seit der Lehman-Pleite 2008 erreicht.

Vor allem die niedrigen Charterraten machen den Schiffsfonds zu schaffen, da die Betriebskosten nicht mehr bezahlt werden können und die Kredittilgung somit schwer fällt. Ausschüttungen an die Anleger bleiben damit natürlich gleichfalls aus. Dies muss der HCI Shipping Select XXV nun am eigenen Leibe erfahren. Das Manager Magazin vom 02.02.2012 berichtet hierbei, dass erst kürzlich die Investoren des HCI Shipping Select XXV in einem Rundschreiben darüber informiert wurden, dass Ausschüttungen derzeit nicht möglich sind. Der HCI Shipping Select XXV leide unter einem Liquiditätsengpass, wobei demnächst zur Überbrückung mit Finanzierungsmaßnahmen zu rechnen sei, was für die Anleger des HCI Shipping Select XXV bedeuten könnte, zur Kasse gebeten zu werden und frisches Kapital nachzuschießen.



Der HCI Shipping Select XXV wurde von einem der größten börsennotierten Emissionshäuser HCI Capital aufgelegt und Ende 2007 am Markt platziert. Investiert wird hierbei in vier Massengutfrachter (Bulker), wobei Privatanleger rund 48 Mio. € in den HCI Shipping Select XXV einbezahlt hatten und noch einmal ca. 90 Mio. € durch Schiffskredite der HSH Nordbank in das Fondsvermögen flossen.



Über den HCI Shipping Select XXV herrscht aber schon länger Unmut, wie das Manager Magazin berichtet: es besteht die Vermutung, dass wichtige Informationen bei der Platzierung nicht offengelegt wurde. Im Gespräch ist hier, dass die Reederei Vogemann zwei Fondsschiffe an sich selbst verkauft hat, da diese zwei Schiffe des HCI Shipping Select XXV von Gesellschaften an den Fonds verkauft wurden, die zur Reederei Vogemann gehören. Zwar wurde im Prospekt eine Verbindung der Reederei zur Verkäufergesellschaft erwähnt, nicht hingegen, dass die Schiffe bereits zuvor 6 Jahre für die Reederei fuhren.



Unzufrieden sind die Anleger des HCI Shipping Select XXV weiterhin über die explosionsartig angestiegenen Schiffsbetriebskosten, welche mitunter für die derzeitigen Probleme des HCI Shipping Select XXV verantwortlich gemacht werden. HCI Capital erklärt den Anstieg der Kosten damit, dass es viele außerordentliche Reparaturmaßnahmen, sowie Charterausfälle aufgrund von Seeunfällen gab. Das Manager Magazin berichtet in diesem Zusammenhang, dass die Betriebskosten schon im ersten Betriebsjahr des HCI Shipping Select XXV im Schnitt um ca. 50 % über den prospektierten Werten lagen. Insgesamt beziffern sich die Kosten der Mehrbelastung hieraus auf 9,5 Mio. Dollar.



Für weitere Probleme des HCI Shipping Select XXV sorgt ein Teil der Fremdfinanzierung in JPY: laut Prospekt sollen ca. 25 % der Schiffshypothekendarlehen des HCI Shipping Select XXV in Yen aufgenommen werden. Durch den starken Anstieg des Yen ist dieser Anteil aber nach Angaben aus Anlegerkreisen, wie das Manager Magazin mitteilt, auf mehr als 60 % gestiegen. Insgesamt soll durch die Kursverluste ein Schaden in Höhe von rund 13,2 Mio. $ entstanden sein. Folge davon sei, dass die Kreditklauseln mit den Banken gebrochen wurden, sodass diese die Möglichkeit haben, Sondertilgungen zu fordern, was den Fortbestand der Schiffe und somit das Kapital der Anleger des HCI Shipping Select XXV stark gefährdet. HCI hingegen betont, dass eine einvernehmliche Lösung mit den Banken erarbeitet wurde.



Experten rechnen damit, dass sich der Bulkermarkt nicht in naher Zukunft erholen wird, da es auch 2012 ein Überangebot am Markt geben wird. Für den HCI Shipping Select XXV bedeutet dies natürlich, dass die Charterraten vorerst auf ihrem niedrigen Niveau verbleiben werden und durch die fehlenden Einnahmen die Krise des HCI Shipping Select XXV noch längst nicht überstanden ist.



Anleger des HCI Shipping Select XXV, die ein mögliches Totalverlustrisiko der Einlage nicht hinnehmen oder bei einem Sanierungskonzept kein frisches Kapital in den HCI Shipping Select XXV hineinpumpen wollen, sollten sich umgehend über alternative Möglichkeiten beraten lassen, ihr eingezahltes Geld vor Verlusten zu sichern und einen vorzeitigen Ausstieg aus dem HCI Shipping Select XXV zu erreichen. Dies kann im Wege des Schadensersatzes erreicht werden, wenn Anleger des HCI Shipping Select XXV bei Beteiligungserwerb nicht ordnungsgemäß von den Banken beraten wurden, ihnen also beispielsweise erhebliche Risiken des Schiffsfonds HCI Shipping Select XXV verschwiegen oder sie über geleistete Provisionen (Kick-Backs) an die Banken nicht aufgeklärt wurden. Es bestehen demnach gute Aussichten noch ohne Verluste aus der Anlage an dem HCI Shipping Select XXV auszusteigen, deshalb sollte schnellstmöglich ein im Kapitalanlegerecht tätiger Rechtsanwalt mit der Überprüfung befasst werden.

 

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