Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture – Probleme des Charterers Sanko Steamships

Am 20.03.2012 berichtete die Financial Times Deutschland Online über finanzielle Probleme der japanischen Reederei Sanko Steamships Ltd. Der Schiffsfonds Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture ist von diesen Problemen ebenfalls betroffen, da der Tanker des Schiffsfonds von der Sanko Steamships gechartert ist. Für die Anleger könnten dies finanzielle Auswirkungen nach sich ziehen, da die Charterraten des Schiffs MT Sunlight Venture bereits reduziert wurden und noch weitere Einnahmeausfälle drohen könnten, sollte die Lage der Reederei Sanko Steamships sich nicht bessern.

Das Dortmunder Emissionshaus Dr. Peters legte den Schiffsfonds DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture im Jahr 2003 auf. Rund 16,3 Mio. Euro wurden von 551 Anleger in dem Schiffsfonds angelegt. Dieser erwarb mit Hilfe dieses Kapitals sowie ca. 18 Mio. Euro Fremdkapital den im selben Jahr gebauten Rohöltanker MT Sunlight Venture. In den folgenden Jahren blieb die Entwicklung des Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture hinter den Prognosen zurück. 2010 wurden nur magere 2 % an die Anleger ausgeschüttet, und auch insgesamt bleiben die Ausschüttungen des Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture hinter den Erwartungen zurück. Bisher wurden lediglich 29,5 % des investierten Kapitals in Form von Ausschüttungen an die Anleger zurückgezahlt, prognostiziert war aber, dass die Anleger bereits 2010 45,5 % des investierten Kapitals zurückerhalten haben sollten.



Und es hat den Anschein, als kämen auf die Anleger des Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture erneut schwere Zeiten zu. Mitten in der augenblicklichen Schifffahrtskrise werden sie mit den Geldproblemen des Charterers Sanko Steamships konfrontiert. Dieser kürzte dem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge wegen akuter Finanzprobleme die vereinbarten Charterraten der Schiffe. Davon ist auch der Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture betroffen, dessen Vertrag mit der Sanko Steamships bis Ende Juni 2012 läuft. Es könnte sogar zu noch größeren Einbußen kommen, da die japanische Reederei versucht, mit den Schiffseignern ein Stundung der Charterraten zu vereinbaren.



Doch selbst wenn die Schwierigkeiten der Sanko Steamships nur vorübergehender Natur sein sollten, bleibt noch die Frage, wie der Anschlussvertrag für den Tanker des Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture ausgestaltet sein wird. Die Transportschifffahrt befindet sich seit einigen Monaten in einer Krise. Die Weltwirtschaft stagniert, weswegen weniger Schiffstransporte nachgefragt werden, während gleichzeitig ein Überangebot an Transportkapazitäten besteht, da die Zahl der Transportschiffe in den letzten Jahren (auch durch Schiffsfonds) stetig zunahm. In diesem Umfeld können Schiffe meist nur niedrige Charterraten erzielen. Es könnte für den Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture schwierig werden, unter diesen Gegebenheiten einen lukrativen Anschlussvertrag abzuschließen.



Es bleibt abzuwarten, wie sich die Ereignisse rund um die Sanko Steamships für den Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture letztendlich auflösen. Doch auch aus anderen Gründen könnten die Anleger ein weiteres Mal bei den Ausschüttungen enttäuscht werden. Im Leistungsbericht 2010 kündigte das Emissionshaus Dr. Peters an, dass die Auszahlung an die Gesellschafter je nach weiterem Verlauf des US-$/€-Wechselkurses eventuell zugunsten einer gegenüber dem aktuellen Tilgungsplan höheren Fremdkapitaltilgung unterhalb des Prospektwertes liegen könnten. Für die Anleger des Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture könnte sich die Ankündigung des Leistungsberichts 2010 daher vielleicht wegen der Probleme der Sanko Steamships sogar in zweifacher Hinsicht negativ erfüllen, wenn sie ein weiteres Jahr auf Ausschüttungen verzichten müssen.



Anleger des Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture, die nicht tatenlos die weitere Entwicklung des Schiffsfonds abwarten wollen, können überlegen, ihre Kapitalanlage durch einen auf Kapitalanlagenrecht spezialisierten Fachanwalt überprüfen zu lassen. Auf diese Weise kann ausgelotet werden, ob ein verlustfreier Ausstieg möglich ist. Beispielsweise kann geprüft werden, ob die Anlageberatung durch Banken oder Anlageberater in Ordnung war. Oder ob sie – wie so häufig – zu wünschen übrig ließ.



Beispielsweise versäumten Banken und Anlageberater häufig, die Anleger über den unternehmerischen Charakter eines Schiffsfonds aufzuklären. Daher war den Anlegern nicht bewusst, dass einem Schiffsfonds wie jedem Unternehmen ein Insolvenzrisiko und das Risiko, das gesamte eingesetzte Kapital verlieren zu können, innewohnt. Daher sind Schiffsfonds auch nicht als sichere Kapitalanlage oder gar als Altersvorsorge geeignet. Darüber hinaus muss auch der Prospekt, in dem der Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture dargestellt und beschreiben wird, gewissen Mindestanforderungen entsprechen, insbesondere was die Vertriebsgebühren anbelangt. Bei der erfolgreichen Vermittlung von Beteiligungen an Schiffsfonds kassierten Banken und Anlageberater oft üppige Provisionen (kick backs).



Im Fall einer Falschberatung bestehen für die Anleger des Schiffsfonds Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture gute Chancen, dass sie sich von ihrer Kapitalanlage trennen können und Schadensersatz von Banken und Anlageberatern, im Idealfall verzinst, fordern können. Anleger, die angesichts der ungewissen weiteren Entwicklung des Dr. Peters DS-Fonds Nr. 103 MT Sunlight Venture wissen möchten, ob sie aussteigen können, sollten nicht zögern, sich an einen Fachanwalt für Kapitalanlagenrecht zu wenden.

 

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