WealthCap

WealthCap-Fonds

Das Emissionshaus Wealth Management Capital Holding GmbH (WealthCap) ging im Jahr 2007 aus einem Zusammenschluss dreier Fondsanbieter hervor. Die bisherigen Fondsanbieter H.F.S. HYPO-Fondsbeteiligungen für Sachwerte GmbH (HFS), HVB FondsFinance GmbH (HVBFF) und die Blue Capital GmbH (Blue Capital) gingen in WealthCap auf.

Das 100%ige Tochterunternehmen der UniCredit Bank AG bietet neben geschlossene Immobilienfonds auch Infrastrukturfonds, Erneuerbare-Energien-Fonds, Lebensversicherungsfonds, Private-Equity-Fonds sowie Zweitmarktfonds an. Die Beteiligungen an den Fonds wurden und werden Kunden der HypoVereinsbank angeboten.

 

Lebensversicherungsfonds

 

Immobilienfonds

 

Zweitmarktfonds

Probleme bei WealthCap-Fonds/Aktuelles

Einige WealthCap-Fonds bescherten deren Anleger erhebliche Probleme.

 

Insbesondere verschiedene WealthCap-Lebensversicherungsfonds Die in US-amerikanischen Versicherungspolicen investierenden Fonds HVBFF Life USA 1 und HVBFF Life USA 2 müssen sich wegen unzutreffender Sterblichkeitsberechnungen mit mangelnder Liquidität und zusätzlichen Prämien-, Zins- und Tilgungszahlungen auseinandersetzen. Policen der britischen Lebensversicherungsfonds HVBFF Life Britannia 1 und WealthCap Life Britannia 2 konnten sich noch nicht von der Finanzkrise erholen, weshalb sich deren Wert unter dem prospektierten befindet. Die Fondsgesellschaft weist die Anleger zudem schon jetzt daraufhin, dass die Prospektprognosen für die HVBFF Life Britannia 1 und WealthCap Life Britannia 2 bis zum Fondslaufzeitende wohl nicht erreicht werden können.

 

Doch auch ohne bereits greifbare Probleme weisen geschlossene Beteiligungen Eigenschaften auf, über die sich nicht jeder Anleger bei der Zeichnung im Klaren war.

Risiken Ihrer Fondsanlage

Vielen Anlegern ist nicht bewusst, dass die Investition in geschlossene Fonds erhebliche Risiken mit sich bringt, weil sie darüber beim Beratungsgespräch nicht aufgeklärt wurden. Bei der Investition in einen geschlossenen Fonds handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung. Es bestehen daher grundsätzlich die folgenden Risiken:

  • Totalverlustrisiko, d.h. der Anleger kann seine gesamte Einlage verlieren.
  • Weiche Kosten: viel Geld fließt überhaupt nicht in die Anlage, sondern in den Vertrieb (Provisionen) oder in die Verwaltung des Fonds, so dass dem Fonds nicht das gesamt vom Anleger eingezahlte Kapital zur Verfügung steht.
  • Risiko, dass Ausschüttungen zurückbezahlt werden müssen: in den meisten Fällen sind die Ausschüttungen an die Anleger nicht durch Gewinne gedeckt und stellen die Rückzahlung der Einlage dar, die dann unter bestimmten Voraussetzungen nach § 172 Abs. 4 HGB zurückgefordert werden können.
  • Mangelnde Fungibilität, d.h. die Anteile können nur schwer verkauft werden über den Zweitmarkt und dabei sehr oft nur mit erheblichen Verlusten, was sehr nachteilig ist, wenn das Geld dringend benötigt wird.
  • Steuerliche Bewertungen können sich ändern.
  • Mögliche Nachschusspflichten, wenn dies im Gesellschaftsvertrag geregelt ist.
  • Fremdfinanzierungsrisiko: viele Fonds nehmen hohe Kredite auf, um das Eigenkapital der Anleger zu hebeln. In Krisensituationen sind die Kreditgeber dann bevorzugt zu bedienen, was oft dazu führt, dass die Anleger in der Insolvenz leer ausgehen.
  • Zahlreiche weitere Risiken.

Wie können wir Ihnen helfen?

Unsere Erfahrung aus der erfolgreichen Beratung und Vertretung tausender geschädigter Kapitalanleger bei geschlossenen Fonds, Anleihen, Zertifikaten, Wertpapieren und sonstigen Kapitalanlagen zeigt, dass den meisten Anlegern, die sich an uns wenden erfolgversprechend geholfen werden kann. Die Fachanwälte und Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer vertreten auch die Anleger zahlreicher unterschiedlicher WealthCap-Fonds.

 

Kündigung der Beteiligung

Anleger geschlossener Fonds fragen sich immer wieder, ob sie die Beteiligung kündigen können. In den meisten Fällen haben geschlossene Fonds eine lange Laufzeit, so dass eine Kündigung erst in vielen Jahren möglich ist. Nur selten besteht das Recht, eine Sonderkündigung auszusprechen. Im Normalfall ist im Gesellschaftsvertrag auch geregelt, dass bei einer Kündigung nur das Auseinandersetzungsguthaben ausbezahlt wird. Die Anleger erhalten also bei einer Kündigung nicht das eingezahlte Geld zurück, sondern nur den aktuellen Wert der Anlage.

 

Bei bestimmten WealthCap- bzw. HFS-Fonds können Anleger nicht erst zu einem bestimmten Stichtag kündigen, sondern es müssen auch zusätzliche Bedingungen erfüllt sein. Im Fall des HSF Deutschland 10 muss zum Beispiel auch ein steuerlicher Totalüberschuss erreicht sein, damit eine Kündigung möglich ist.

 

Vorgehen gegen beratende HypoVereinsBank

Banken und Berater sind im Rahmen des Beratungsgesprächs verpflichtet, den Anleger anlage- und anlegergerecht aufzuklären. Dies bedeutet, dass der Anleger über die Risiken der Anlage aufgeklärt werden muss und dass die Anlage zu seinen Vorgaben und Lebensverhältnissen passen muss. Bei geschlossenen Fonds handelt es sich um unternehmerische Beteiligung, mit ganz erheblichen Risiken. Da die Anleger ihr gesamtes Geld verlieren können, ist ein geschlossener Fonds nicht zur Altersvorsorge geeignet. Banken müssen zusätzlich über erhaltene Provisionen (Kick-Backs / Rückvergütungen) aufklären, die sich durch die Vermittlung des Fonds erhalten haben.

 

Bei der Beratung tausender Fondsanleger hat sich gezeigt, dass nur äußerst selten ein Anleger richtig beraten wurde - auch die WealthCap-Fonds sind keine grundlegende Ausnahme hiervon. In den allermeisten Fällen wurden Anleger nicht hinreichend informiert über die bestehenden Risiken. Bankkunden wurden meist nicht auf die geflossenen Provisionen hingewiesen.

 

Wurden Anleger nicht hinreichend beraten, stehen ihnen Schadensersatzansprüche zu, mit denen sie sich vollständig von der Anlage lösen können und das eingezahlte Geld inklusive Agio zurückerhalten.

 

Prospekthaftung

Wir haben sehr viel Erfahrung mit der Beurteilung von Prospekten und arbeiten insoweit mit sehr renommierten Prospektgutachtern zusammen. In vielen Prospekten finden sich Fehler oder Ungenauigkeiten. Nach dem Bundesgerichtshof muss ein Prospekt den Anleger richtig und vollständig informieren. Tut er dies nicht, kommen Schadensersatzansprüche zum tragen. Dabei können Ansprüche gegen unterschiedliche Personen bestehen. In Betracht kommen Initiatoren, Gründungsgesellschafter, Hintermänner oder sonstige Garanten. Aber auch die beratende Bank kann für den Inhalt haften, wenn sie sich des Prospekts zur Beratung bedient hat. Wichtig ist dabei, dass dem Anleger der Prospekt nicht überlassen worden sein muss, wie es leider meistens der Fall ist.

 

Einwirken auf die Gesellschaft

Manche Anleger sind mit der Beratung der Bank/ des freien Beraters zufrieden und wollen keinen Schadensersatz geltend machen. Stattdessen wollen sie auf die Gesellschaft und die Geschäftsführung des Fonds einwirken. Als Gesellschafter haben die Anleger z.B. die folgenden Rechte:

  • Zustimmungspflichten der Kommanditisten bei Geschäften, die über den gewöhnlichen Bereich hinausgehen (164, 170 HGB) insbesondere Grundlagengeschäfte (Kern der Gesellschaft betreffende Geschäfte)
  • Kontroll- und Informationsrechte (166 HGB) = Abschrift Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und ggf. Lagebericht) und Prüfung dessen Richtigkeit unter Einsicht der Bücher zu prüfen.
  • Auswahl des Abschlussprüfer (§ 318 HGB)
  • Außerordentliches Überwachungsrecht wenn wichtige Gründe vorliegen (166 Abs. 3 HGB). Dies ist dann gegeben, wenn besonderer Gefährdungstatbestand vorliegt; also hohe Steuernachforderung, Steuerstrafverfahren, Insolvenzantrag.

Interessengemeinschaft

Viele Anleger geschlossener Beteiligungen äußern den Wunsch, sich mit anderen Mitanlegern auszutauschen und sich zu einer Interessengemeinschaft zusammenzuschließen. Insbesondere bei den WealthCap-Lebensversicherungsfonds wandten sich Anleger an die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer, weil sie sich fragten, was bei ihrem Fonds los ist.

Eine Interessengemeinschaft hat verschiedene Vorteile für Anleger. Für gesellschaftsrechtliche Fragestellungen wie die Einberufung einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung oder die Abberufung der Geschäftsführung sind zahlreiche Anlegerstimmen notwendig. Ein einzelner Anleger kann wirksam seine Gesellschafterrechte nur ausüben, wenn andere Anleger ihn unterstützen. Viele sind schlagkräftiger als der Einzelne! Der Bundesgerichtshof hat daher in den Jahren 2013 und in zahlreichen Urteilen jedem Anleger das Recht zuerkannt, die Namen und Adressen seiner Mitanleger von der Fondsgesellschaft oder der Treuhänderin zu erhalten. Dadurch ist jeder Anleger in der Lage, in Kontakt mit seinen Mitanlegern zu treten, um wirksam seine Rechte als Gesellschafter wahrnehmen zu können.

Wir unterstützen Sie bei der Gründung von Interessengemeinschaften und dem Austausch der Anleger untereinander. Sprechen Sie uns an - denn einige WealthCap-Fonds bieten unserer Meinung nach viel Stoff für Diskussionen.

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