MPC Fonds Best Select - Falschberatung von Anlegern? Rechtsanwälte informieren

Die Vermögensstrukturfonds der MPC Best Select Reihe investieren in verschiedene andere Fonds. Dabei wird das Geld der Anleger nicht nur auf unterschiedliche Fonds verteilt, sondern auch in unterschiedliche Fondsarten. Die Palette der verschiedenen Zielfonds der MPC Best Select-Fonds reicht vom Schiffsfonds über Lebensversicherungsfonds und Private-Equity-Fonds bis hin zu Immobilienfonds. Als „Renditengarant“ konnte sich dieser Ansatz bislang noch nicht bewähren – die Anleger verschiedener MPC Best Select Fonds mussten schon auf Ausschüttungen verzichten.

Welche Rechte und (Schadensersatz)Ansprüche die Anleger eines MPC Best Select-Fonds geltend machen könne, kann ein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht ermitteln. Ein oftmals zielführender Ansatzpunkt ist die Überprüfung der Anlageberatung. Passierten bei dieser Fehler, steht den Anlegern ein Schadensersatzanspruch zu. Die höchstrichterlich formulierten Anforderungen an eine ordnungsgemäße Anlageberatung sind hoch.

Eine anleger- und anlagegerechte Beratung muss zunächst die Ziele und Wünsche eines Anlegers ermitteln. Anhand dieser Vorgaben soll der Berater eine Kapitalanlage auswählen, die zu den Zielen passt. Anschließend soll dem Anleger die Funktionsweise sowie die Vorteile als auch die Risiken der ausgewählten Kapitalanlage realistisch dargestellt werden. Daneben gibt es noch weitere Pflichten, wie z. B. die rechtzeitige Übergabe des vollständigen Prospekts.

Da kein Anlageberatungsgespräch wie das andere verlief, bedarf es einer anwaltlichen Überprüfung des individuellen Beratungsgesprächs, um die konkreten Erfolgsaussichten eines Anlegers ermitteln zu können. Die Fondsanteile konnten Anleger u.a. bei Sparkassen, der comdirekt bank oder der SEB Bank (heute Santander Bank) erwerben. Die Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen berät und vertritt bereits Anleger verschiedener MPC Best Select-Fonds.



Folgende Vermögensstrukturfonds wurden u.a von MPC aufgelegt:

Neben den Best Select Fonds wurden von MPC u.a. auch folgende weiteren Dachfonds aufgelegt:



AKTUELL 09/2011 – Korrekturen bei Anlagestrategie

Laut Fondszeitung hat MPC die Gesellschafter der MPC Fonds Best Select 3, 4, 5, 6 und 7 darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Anlage der Best Select Fonds im Bereich Private Equity dringend korrigiert werden muss. Zwar wirbt MPC für ihre Fonds mit einer diversifizierenden Anlagestrategie, die das unsystematische Risiko des Investments minimieren soll, Fakt ist jedoch, dass die Best Select Fonds 4 bis 7 ihren Private Equity Anteil vollständig in den Global Equity 9 investiert haben. Die versprochene Streuung des Kapitals wird so nur schwerlich erreicht.

Wie problematisch diese Anlagestrategie ist, wird offensichtlich, wenn man weiß, dass der Wert des aktiven Global Equity 9 Portfolios inklusive Barmittel gerade einmal 64% beträgt. Die investierenden Fonds werden ihr Geld wohl nur dann vollständig wiedersehen, wenn die Performance des Global Equity 9 in Zukunft außerordentlich hoch ist. Echte Gewinne sind hier wohl auch nur unter äußerst günstigen Bedingungen zu erwarten. Macht man sich klar, dass die Best Select Fonds von MPC eine Private Equity Quote von etwa 20% erreichen sollen, so ist offensichtlich, dass sich die Anleger berechtigt Sorgen um Ihre Anlage machen. Wie bereits beschrieben, existieren berechtigte Zweifel daran, dass die versprochene Streuung des Anlagekapitals eingehalten wurde.

Gesellschafter der Best Select Fonds 3 bis 9 sollten deshalb nicht warten, bis sich mögliche Verluste realisieren, sondern schon jetzt einen im Kapitalanlagerecht tätigen Rechtsanwalt mit der Prüfung ihrer Schadensersatzansprüche beauftragen. Solche Ansprüche entstehen gegenüber den Anlagevermittlern, wenn diese den Anleger in Bezug auf die MPC Best Select Fonds 3 bis 9 falsch beraten haben und etwa eine versprochene Risikominimierung durch Diversifizierung der Investments nicht oder nicht in ausreichendem Maße durchgeführt wurde. Anleger werden meist bei Produkten des grauen Kapitalmarkts nicht hinreichend auf die Risiken der Fonds aufgeklärt. In der Rechtsprechung ist seit langem anerkannt, dass sich die Fonds nicht zur Altersvorsorge eignen und daher nicht zu diesem Zweck empfohlen werden dürfen. Banken haben außerdem bei der Beratung über Provisionen (Kick-Backs) aufzuklären, die sie erhalten aus der Vermittlung des Fonds. Anleger sollten weiterhin beachten, dass die Ansprüche nicht zeitlich unbegrenzt durchsetzbar sind, sondern der Verjährung unterliegen.

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