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Debi Select Fonds – 3 Factoring-Fonds stehen zur Abwicklung, Intevo Fonds eingefroren

Die Debi Select Gruppe aus Landshut ist seit Ende der 90er Jahre aktiv. Hierbei legt sie Fonds unter dem Stichwort „Spezialfactoring“ auf. Beim Factoring erwirbt ein Finanzdienstleister Forderungen eines Unternehmens, die diese gegen ihre Kunden haben. Die Vorteile des Factorings bestehen darin, dass der Unternehmer nicht bis zur Fälligkeit der Forderung warten muss, sondern sofort Geld erhält. Für die Factoringgesellschaft wiederum liegt der Vorteil darin, dass sie eine Gebühr erhebt, über die sie sich finanziert. Bislang wurden von der Debi Select Gruppe 3 Fonds initiiert: der Debi Select Classic, Debi Select Classic 2 und Debi Select Flex.

Diese drei Fonds sollen nun zum Jahresende 2011 aufgelöst werden. Laut Aussagen der Geschäftsführung der Debi Select Gruppe hätten sich die Zielinvestments zeitweise in einem schwierigen Marktumfeld befunden. Anleger der Debi Select Fonds haben nun mit der Auflösung dieser drei Fonds zwei Handlungsmöglichkeiten: zum Einen können sie ihr Geld ausbezahlt bekommen, zum Anderen können sie dieses Geld in den von der Minerva Investments AG mit Sitz in Liechtenstein neu aufgelegten Intevo Fonds investieren. Der Intevo Fonds weist allerdings eine negative Halbjahresrendite von 6,6 % aus. Laut einem Bericht des Handelsblatts wurde der Fonds Mitte April komplett geleert, danach stark umworben, sodass sich nun ca. 13 Mio. Euro Anlegergelder darin befinden. Allerdings schaltete sich nun die Finanzmarktaufsicht Liechtensteins ein, um weitere Untersuchungen über den Intevo Fonds durchzuführen. Daraufhin wurde der Handel des neuen Debi Select Fonds „Intevo“ zum 16. August ausgesetzt, sodass Zeichnungen und Rücknahme der Anteilscheine derzeit nicht bedient werden.

Doch dies ist nicht das erste Mal, dass die Debi Select Fonds in den Schlagzeilen stehen, vielmehr folgt die Auflösung der drei Debi Select Fonds aufgrund der Vorwürfe in der Vergangenheit, dass Anlegergelder prospektwidrig verwendet wurden. In den vergangenen Jahren hatten die Fonds nach Angaben von Geschäftsführer Josef Geltinger Schuldverschreibungen des Stromhändlers Teldafax erworben, sodass seit 2007 das Geld zahlreicher Anleger über Umwege an Teldafax geflossen ist, ohne dass diese hiervon wussten. Teldafax ist mittlerweile zahlungsunfähig und hat Insolvenzantrag gestellt. Schuld an dieser Investition sei der damalige Steuerberater der Debi Select Fonds und Teldafax-Chef Michael Josten gewesen: dieser habe den Debi Select Fonds konzipiert. Mittlerweile sitzt dieser wegen Anlagebetrugs in einem anderen Fall in Haft.

Anleger der Debi Select Fonds sollten sich ausgehend von den nicht endenden negativen Schlagzeilen um diese Fonds an einen im Kapitalanlagerecht tätigen Rechtsanwalt wenden, welcher ihre Schadensersatzansprüche überprüfen kann. Nach Aussagen der Debi Select Gruppe seien die Fonds absolut sichere Anlagen gewesen, fraglich ist, wieso dann in die insolvente Teldafax investiert wurde. Auch das Handelsblatt berichtete schon Anfang August 2011, dass über die Werthaltigkeit der Debi Select Fonds grundsätzliche Zweifel bestehen. Aus diesem Grunde ist eine anwaltliche Überprüfung unerlässlich, wenn Verluste vermieden werden sollen.

Stand: 28.08.2011