Containerfonds

Ob auf See, auf den Straße, auf der Schiene oder in der Luft: Aus dem heutigen weltumspannenden Handel sind Container nicht mehr wegzudenken. In den Stahlboxen wird ein Großteil des globalen Warenverkehrs abgewickelt. Die genormte Größe, die Vielseitigkeit und die Wiederverwendbarkeit sorgten für einen Siegeszug der Großraumbehälter. Dementsprechend begannen sich auch Investoren für Container zu interessieren. Im Jahr 2003 wurde der erste Publikumsfonds für Container auf den Markt gebracht. Seitdem folgten viele Containerfonds und Anleger investierten Millionen Euro.

Die Investitionsobjekte der Containerfonds gibt es in verschiedenen Ausführungen und Typen. Zu den am häufigsten anzutreffenden Containertypen gehören die rundum geschlossenen 20-Fuß-Container und 40-Fuß-Container. Die kleineren, ca. 6 Meter langen 20-Fuß-ISO-Container werden als TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) bezeichnet, die doppelt so langen 40-Fuß-ISO-Container sind auch als FEU (Forty-foot Equivalent Unit) bekannt. Daneben gibt es noch Spezialcontainer für Flüssigkeiten, oben offene Container oder Kühlcontainer. Containerfonds investieren selten in nur einen Containertyp, sondern haben meist eine Mischung verschiedener Containertypen im Portfolio.

 

Was ist ein Containerfonds?

Containerfonds sind in der Regel geschlossene Fonds. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Anleger in Container investieren können. Es gibt Direktanlagen, bei denen ein Anleger einen konkreten Container kauft, welchen er anschließend durch eine Verwaltungsgesellschaft vermieten und verwalten lässt. Wesentlich häufiger investieren Anleger aber nicht in bestimmte Stahlbehälter, sondern in eine Fondsgesellschaft, die direkt oder indirekt in eine Vielzahl von Containern investiert. Die Fondsgesellschaft kann entweder selbst Eigentümerin der Container sein oder eine in- oder ausländische Projektgesellschaft wird zwischengeschalten. Die indirekte Investition über eine Projektgesellschaft kann steuerliche Besonderheiten mit sich bringen.

Die Anleger, der Containerfonds oder die Projektgesellschaften können die Container entweder direkt beim Hersteller kaufen und anschließend an Speditionen, Reedereien oder sonstige Transportunternehmen vermieten. Oder die Container werden einem Leasingunternehmen abgekauft. Der Kauf bei einem Leasingunternehmen hat für die Containerfonds den Vorteil, dass die Container meist bereits vermietet sind und die Mietverträge auf den Fonds übergehen können. Hinsichtlich der Mietverträge gibt es zwei Grundmodelle: long-term-lease und master-lease, auch als spot-lease bezeichnet. Die Verträge über long-term-lease sind, wie schon der Name vermuten lässt, für 5 und mehr Jahre geschlossen. Durch die langfristige Bindung an einen Mieter ist der laufende Verwaltungsaufwand für den Fonds gering, weswegen viele Containerfonds über long-term-lease-Verträge verfügen. Master-Lease ist mit einer Mietdauer von 3 bis 12 Monaten deutlich kurzfristiger angelegt.

Containerfonds erwirtschaften Erträge aber nicht nur durch die Vermietung der Container, sondern auch durch den Verkauf der Behälter. Da die durchschnittliche Dienstzeit eines Containers etwa 12 Jahre beträgt, können auch während der eher kurzen Laufzeit eines Containerfonds, die meist zwischen 9 und 15 Jahren liegt, Container verkauft und Ersatz gekauft werden. Die durchschnittliche Bauzeit eines TEU oder FEU liegt bei etwa 3 Wochen, sodass keine lange Vorausplanung erforderlich ist. Am Ende der Fondslaufzeit werden oftmals sämtliche Behälter verkauft. Da es unmöglich ist, einen Jahre in der Zukunft liegenden Verkauf verlässlich zu kalkulieren, schließen viele Containerfonds Optionsverträge ab. Solche Verträge sollen die Verkaufsrisiken am Ende der Laufzeit des Fonds abfedern. Optionsverträge berechtigen den Fonds, die Container an einem bestimmten Zeitpunkt an einen bestimmten Käufer – den Optionsgeber – zu veräußern.



Rechtliche Grundlagen

Da die Containerfonds direkt oder indirekt in Container investieren können, unterscheiden sich auch die konkrete rechtlichen Ausgestaltungen der verschiedenen Containerfonds. Häufig haben geschlossene Fonds die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft. Die Anleger beteiligen sich meist direkt oder über einen Treuhänder als Kommanditisten an einer GmbH & Co. KG und erwerben so einen Anteil am Kapital der Gesellschaft. Jedoch können die verschiedenen Kommanditgesellschaften im Detail unterschiedlich ausgestaltet sein. Ein Standardmodell eines Containerfonds gibt es daher nicht, sondern jeder Containerfonds hat seine eigenen Gegebenheiten.

 

Risiken der Containerfonds

Der Erfolg eines Containerfonds ist keineswegs garantiert, auch wenn in der Vergangenheit teilweise stattliche Renditen erwirtschaftet werden konnten. Containerfonds sind Unternehmen, die sich am Markt behaupten müssen. Wie bei jeder unternehmerischen Beteiligung bestehen Risiken. Zwar unterscheiden sich die Risiken, die einem Containerfonds innewohnen, durch die rechtliche und wirtschaftliche Vielgestaltigkeit der Fonds, jedoch gibt es Risiken, die aus dem Investitionsgut Container resultieren oder bei einer Vielzahl von Fonds zutreffen.

 

Wirtschaftliche Risiken

Zu den wirtschaftlichen Risiken zählen sowohl Risiken für das Unternehmen Containerfonds als auch Risiken für die Container. Zu den ökonomischen Risiken, die auf der Hand liegen, gehören niedrige Mieteinnahmen sowie die Beschädigung oder der Verlust der Behälter. Container sind weltweit im Einsatz, weswegen sich der Zugriff auf die Container schwierig gestalten kann. Gerade Anleger, die direkt in konkrete Container investierten, kann dies vor Probleme stellen, wenn sich der Container am „anderen Ende der Welt“ befindet. Wegen der begrenzten Lebensdauer eines Containers sind auch Neu-Investitionen in den Containerbestand unumgänglich. Da Container überwiegend aus Stahl bestehen, wirkt sich der schwankende Stahlpreis auf die Fondsbilanzen aus, sollte in einer Hochpreisphase Neuanschaffungen notwendig sein.

Containerfonds sind aber auch dem Risiko anderer Marktschwankungen ausgesetzt: Wie sich anhand der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise belegen lässt, sinkt in Krisenzeiten die Nachfrage nach Transporten und somit auch nach Containern. Der Containermarkt als Teil des Transportmarkts ist nicht von den allgemeinen Märkten und deren Zyklen abgekoppelt. Der Verkaufswert am Ende der Laufzeit eines Containerfonds ist ebenfalls von der allgemeinen Nachfrage nach Containern abhängig. Verfügt ein Fonds nicht über Optionsverträge, kann auch der Weiterverkaufswert am Ende der Fondslaufzeit unter den Erwartungen liegen.

 

Finanzielle Risiken und Totalverlustrisiko

Wie jeder unternehmerischen Beteiligung wohnt auch Containerfonds das Risiko inne, dass Anleger das gesamte investierte Geld verlieren können. Ist ein Fonds ein wirtschaftlicher Misserfolg, kann eine Insolvenzanmeldung unumgänglich werden. In einem Insolvenzverfahren haben Anleger oft aber nicht die besten Karten, sodass sie nicht selten Verluste durch die Pleite erleiden.

Weitere Risiken können sich aus Währungsschwankungen ergeben. Da das Tagesgeschäft des Containermarkts in US-Dollar abgerechnet wird, die Anleger aber üblicherweise in Euro angelegt haben, können die Renditen durch einen ungünstigen Wechselkurs aufgezehrt werden. Auch Kredite und Darlehen der Containerfonds, die in einer anderen Währung aufgenommen wurden, können sich durch Währungsschwankungen ungeplant verbilligen, aber eben auch verteuern. Bei einem vorzeitigen Fälligstellen von Krediten durch die Banken kann ebenfalls finanzielles Ungemach auf die Containerfonds und deren Anleger zukommen.

Manche Containerfonds möchten den Auswirkungen der Währungsschwankungen durch Kurssicherungsgeschäfte entgegenwirken. Durch Zinsswaps oder ähnliche Finanzinstrumente sollen die Kursgewinne oder –verluste ausgeglichen werden. Allerdings sind Kurssicherungsgeschäft hochkomplexe Finanzprodukte, denen eine Vielzahl verschiedener Risiken innewohnt. Die Risiken eines Containerfonds werden durch solche Absicherungsgeschäfte vielschichtiger.



Haftungsrisiken

Viele Containerfonds sind Kommanditgesellschaften (KG), an denen sich die Anleger direkt als Kommanditisten oder über einen Treuhänder beteiligen können. In letzterem Fall werden Anleger oftmals vertraglich die Rechte und Pflichten eines Kommanditisten eingeräumt. Die Besonderheit einer Kommanditgesellschaft ist die beschränkte Haftung der Kommanditisten. Diese müssen nur mit dem Geldbetrag haften, mit dem sie sich an dem Unternehmen beteiligen. Für die Anleger heißt das, dass sie nur mit dem Betrag haften, den sie in der Containerfonds-KG anlegten und nicht mit dem Privatvermögen. Wird der Beteiligungsbetrag der Anleger aber reduziert, beispielsweise weil Ausschüttungen nicht aus Gewinnen, sondern aus der Substanz finanziert werden, lebt die Haftung der Anleger wieder auf. Die Anleger haften dann für die Differenz zwischen dem nominalen Wert ihre Beteiligung und dem tatsächlich noch im Fonds befindlichen Geldbetrag.

 

Steuerliche Risiken

Wie die Anleger die Erträge ihrer Fondsbeteiligung besteuern müssen, hängt unter anderem davon ab, wie die Einkünfte des Containerfonds steuerlich behandelt werden. Vermieten die Fonds die Container selbst, wird dies oft als gewerbliche Tätigkeit angesehen und entsprechend werden Einnahmen aus Gewerbebetrieb versteuert. Beteiligt sich der Containerfonds an einer Projektgesellschaft, wird die steuerliche Beurteilung komplexer. Bei ausländischen Projektgesellschaften stellen sich darüber hinaus noch Fragen der internationalen Besteuerung. Beim Verkauf der Container am Ende der Laufzeit können auch Steuerfragen wichtig werden. Falls die Finanzämter die Veräußerung als einen Teil des gewerblichen Geschäfts einstufen, können Steuern anfallen.

 

Hilfe für Anleger

Anleger, die in einen Containerfonds investierten und nun konkrete Fragen hinsichtlich ihrer Fondsbeteiligung haben, können sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Im Rahmen einer rechtlichen Überprüfung der Kapitalanlage kann geklärt werden, welche individuellen Ansprüche und Recht den Anleger zustehen.



Beispiele für Containerfonds:

  • Buss Capital Exklusiv Container 1
  • Buss Container Fonds 3
  • Buss Container Fonds 4
  • Buss Container Fonds 5
  • Buss Container Fonds 6
  • Buss Global Container Fonds 1
  • Buss Global Container Fonds 2
  • Buss Global Container Fonds 3
  • Buss Global Container Fonds 4
  • Buss Global Container Fonds 5
  • Buss Global Container Fonds 6
  • Buss Global Container Fonds 7
  • Buss Global Container Fonds 8
  • Buss Global Container Fonds 9
  • Buss Logistics Container Fonds 1
  • Buss Logistics Container Fonds 2
  • ConRendit 1
  • ConRendit 2
  • ConRendit 4
  • ConRendit 5
  • ConRendit 6
  • ConRendit 7
  • ConRendit 8
  • ConRendit 9
  • ConRendit 10
  • ConRendit 11
  • ConRendit 12
  • ConRendit 13
  • ConRendit Navigare 1
  • ConRendit 16 Tankcontainerfonds
  • Deutsche Bank DB Containerfonds
  • DCM Deutscher Containerfonds Madeira
  • DCM Deutscher Containerfonds Madeira 2
  • DCM Deutscher Containerfonds Madeira 3
  • IGB Container One
  • IGB Container 2
  • IGB Container 3
  • IGB Container 4
  • IGB Container 5
  • Schroeder & Co. Container Fonds Österreich 3

 

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